Zweigmonilia oder Spitzendürre 

Typisches Schadbild an einem Apfelbaum
Zweigmonilia an einem Apfelbaum
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Foto: Georg Unterhauser

Die Zweigmonilia, auch Spitzendürre genannt, tritt in erster Linie an Sauerkirschen, (z.B. Schattenmorelle)  Süßkirschen, Aprikosen und an manchen Zierbäumen, z.B. Mandelbäumchen auf. 

Wenn es während der Blüte aber viel regnet, können auch Blütenbüschel bestimmter Apfelbäume befallen werden. Sorten, wie z.B. Cox Orange oder James Grieve sind anfällig und zeigen heuer teilweise sehr starken Befall.

Bei Apfelbäumen besteht vom Erscheinungsbild her eine Verwechslungsmöglichkeit mit der bakteriellen Feuerbrandinfektion (siehe eigenen Beitrag über Feuerbrand) 

 

Schadbild

Nach der Blüte beginnen die Blütenbüschel und anschließend die ganzen Triebspitzen zu welken. Nach einigen Tagen werden sie dürr. Die vertrockneten Blüten werden nicht abgestoßen, sondern bleiben am Zweig hängen. Bei nacheinander folgenden Jahren mit feuchter Blüteperiode nimmt die Krankheit besonders bei ungepflegten und ungeschützten Bäumen immer größere Ausmaße an. Bäume, die nicht geschützt werden, tragen im Laufe der Jahre immer schwächer und in extremen Fällen sterben sie in wenigen Jahren ab. 


Krankheitsentwicklung

Die Pilze überwintern in den im Vorjahr befallenen, auf dem Baum hängengebliebenen, ausgetrockneten Blütenbüscheln, dürren Zweigabschnitten und Fruchtmumien. Im Frühjahr, noch vor der Blüte, werden massenhaft die Pilzsporen gebildet. Zur Infektion durch die Spitzendürre kommt es praktisch nur über die Blütenorgane. Bei feuchtem Wetter keimen die Pilzsporen auf der Blüte bis sie mit dem Keimschlauch, den ganzen Blütenstiel durchwachsend, den Zweig erreichen. Der Pilz wuchert in dem Trieb, wodurch der äußere Teil des Triebes dürr wird. Die Früchte werden durch Risse und andere Verletzungen infiziert. Sie verfaulen und fallen entweder ab oder schrumpfen und bleiben mumifiziert auf dem Baum hängen.


Bekämpfung und Vorbeugung

Bei der Bekämpfung der "Zweigmonilia" stehen eine Reihe von vorbeugenden Maßnahmen im Vordergrund, z.B.: 

  • alle Infektionsherde, wie befallene Triebe und Früchte regelmäßig entfernen

  • befallene Triebe sofort bis ins gesunde Holz (+ 20 cm) zurückschneiden

  • Obstbäume regelmäßig auslichten, damit sie schneller abtrocknen.

  • bei Neupflanzungen auf entsprechend widerstandsfähige Sorten achten

  • chemische Behandlungen sind nur dann sinnvoll und wirksam, wenn sie während der Blüte durchgeführt werden 

  • wenn es während der Blüte feucht ist, sollten die empfindlichen Sorten 2-3 mal (Anfang, Mitte und Ende der Blüte) mit einem gegen diese Krankheit zugelassenen Mittel behandelt werden 

zformation