Wechselhaftes Wetter und zunehmende Wärme sorgen im April für gutes Pflanzenwachstum. Nachfolgend gibt Kreisfachberater Markus Breier einige Tipps rund um:

Obst & Wildobst

Gemüse & Kräuter

Rosen & Blumen

Bäume & Sträucher

Übrigens steht der Kreisfachberater jederzeit für Fragen rund um Garten und Grün zur Verfügung unter Telefon 0861 – 58 385 oder per E-Mail markus.breier@traunstein.bayern

Allgemeines

Kompost verteilen

Sofern nicht schon im März geschehen, sollte jetzt der Kompost verteilt werden. Kompost ist organischer Dünger! Bitte nicht mehr als 3 Liter pro Quadratmeter und Jahr, sonst gibt es auf Dauer eine Überdüngung des Bodens. Neupflanzungen auf langjährig unterversorgten Böden vertragen etwas mehr; nährstoffreiche Böden etwas weniger. Nicht nur die Gemüse- und Blumenbeete versorgen, sondern auch an Obstbäume, Sträucher, Hecken, Rasen und alle anderen Gartenbereiche denken.

Sieben oder nicht? – Zum Einsatz in Töpfen und zum Erde mischen ist gesiebter Kompost angenehmer, weil feinkrümeliger. Für den direkten Einsatz im Garten braucht er nicht gesiebt werden. Gröbere Teile werden einfach aussortiert und wieder auf den Kompost geworfen.

Obst & Wildobst

Schnitt der Obstgehölze abschließen

Der Schnitt bei Obstbäumen, Beerensträuchern und Wildobst sollte zu Monatsbeginn abgeschlossen werden.

Hans Gschirr (li.) und Markus Breier (2.v.re.) beim Vorführen

Veredeln, Pfropfen, Pelzen

Beste Zeit dafür! Der Baum muss gut im Saft sein und die Rinde lösen, damit das Propfen hinter die Rinde gelingt. Mitte April ist ideal. Die Edelreiser (im Januar/Februar geschnitten und knapp frostfrei gelagert) dürfen noch nicht angetrieben haben.

Unser traditioneller Veredelungskurs muss 2020 leider entfallen. 

Spätfröste beim Obst

Aprikose und Pfirsich stehen bei uns geschützt an der Hauswand. Sie lassen sich durch vorgehängte Decken und dickes Vlies gegen Frost etwas schützen. Eine Garantie ist es leider nicht. Es reichen wenige Grad Minus für den Totalausfall aus.

Besonders Erdbeeren müssen mit einem dicken Vlies bei Nachtfrost geschützt werden, sonst erfrieren die offenen Blüten. Tagsüber bei Plusgraden das Vlies entfernen, damit Bienen und Hummeln bestäuben können. – Stroh zwischen die Reihen erst auslegen, wenn sich die Blütenstände allmählich nach unten senken. Sonst kann die Bodenwärme in kalten Nächten die Erdbeeren nicht schützen.

Wildbienen fördern

Mauerbienen sind wertvolle Bestäuber im Obstgarten, weil sie exakt zur Obstblüte fliegen. Wer keine Honigbienen in der Nähe hat, sollte die Mauerbienen gezielt fördern. Am besten sind Nisthilfen mit Bohrungen oder Halmen, 6-8 mm Durchmesser und mindestens 10, besser 15cm Tiefe. Je tiefer die Nisthilfe, desto mehr Weibchen entwickeln sich; vorne finden sich nur Männchen. Aufhängung trocken mit Ausrichtung nach Süden oder Südosten. Gegen Vögel hilft ein Maschendraht 5cm vor der Nisthilfe. Die Nisthilfe bleibt das ganze Jahr draußen. – Wer jetzt noch keine aufgestellt hat, sollte das zügig machen.

Feuerbrand- und Monilia-Kontrolle

Ab der Blütezeit sollten besonders Apfel- und Birnbäume kontrolliert werden. Absterbende Blütenstände, Triebspitzen oder junge Zweige können verschiedene Ursachen haben. Ist es zur Blütezeit nass und kühl, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Monilia-Pilze die Verursacher; ist es zur Blütezeit nass/feucht und warm, kann es der Feuerbrand sein. In beiden Fällen gilt: großzügig ausschneiden und sofort entfernen. – Rückfragen jederzeit beim Kreisfachberater.

Weintrauben pflanzen

Der April ist klassisch der Monat für neue Weinstöcke. Die Veredelungsstelle muss mindestens 5 cm über der Erdoberfläche bleiben, sonst greift der Schutz der Wurzellaus-resistenten Unterlage nicht. Steht der Wein am Wandspalier, sollte das Spalier vorher befestigt werden und als Hinterlüftung 5-10cm Abstand zur Wand haben.
Empfehlenswerte Rebsorten sind zu finden im Menü unter Gartenthemen => Obst & Wildobst

Beerenobst pflanzen

Wer noch Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren oder Brombeeren pflanzen möchte, hat im April die beste Zeit. Das Pflanzloch unbedingt lockern und mit Kompost aufbessern. Himbeeren und Brombeeren genauso tief pflanzen, wie im Topf. Sie brauchen eine Stütze, an der sie festgebunden werden können. Johannis- und Stachelbeeren ruhig 5cm tiefer pflanzen als sie im Topf standen, das gibt mehr Wurzeln.
Die besten Sorten für unsere Region finden Sie im Menü unter Gartenthemen => Obst & Wildobst

Sommer-Himbeeren stärken

Die ersten neuen Ruten bei Sommer-Himbeeren (= einmaltragende Himbeeren) besser entfernen. Die erste Energie soll in die überwinterten Ruten zur Stärkung der Blüte gehen. Der nächste Schwung Jungruten wird wachsen gelassen, sie sind kräftiger und bleiben für die Ernte im kommenden Jahr.

Gemüse & Kräuter

Gemüsebeete vorbereiten

Beete zuerst abtrocknen lassen, sie dürfen nicht mehr nass sein. Nicht umgraben, nur den oberen Bereich etwas lockern und gerade ziehen. Kompost nur oberflächennah einarbeiten (s.u.). Direkt vor der Pflanzung/Aussaat nochmals oberflächlich auflockern, damit die Pflanzen gut einwurzeln können.
Laufstege/Platten in die Beete legen, so können sie auch bei nassem Wetter benutzt werden. Die Beetbreite sollte maximal 120 cm sein, so kann man von beiden Seiten per Hand gut arbeiten.

Fruchtfolge einhalten und Mischkultur planen

Um Krankheiten und Bodenermüdung vorzubeugen muss die Fruchtfolge beachtet werden. Je länger die Zeitabstände derselben Kultur auf dem Beet sind, umso besser, mindestens aber 3-4 Jahre.

Daneben gelingt die gegenseitige Förderung der Pflanzen durch Mischkultur. Gelberüben und Zwiebelgewächse (Lauch, Schnittlauch, Knoblauch) halten sich gegenseitig Möhrenfliege bzw. Zwiebelfliege ab. Stark duftende Kräuter wie Pfefferminze, Basilikum und Salbei schützen Kohl vor den Kohlweißlingsraupen. Bohnenkraut hält Läuse von Bohnen fern (und schmeckt hervorragend zu Bohnen). Tagetes und Ringelblumen locken Nützlinge an und bekämpfen parasitäre Bodenälchen (Nematoden). – Die Kombinationen lassen sich auch im Hochbeet oder auf dem Balkon umsetzen.

Gemüse düngen

Was wachsen soll, braucht Futter! Grunddüngung erfolgt mit Kompost. Weil das manchem Gemüse nicht reicht, wird ergänzt mit loser Schafwolle/Hornmehl ODER flüssig mit Jauche (Rezept siehe Ende des Gemüseabschnitts). Besonders Fruchtgemüse braucht ergänzend viel Kali. – Schafwollpellets und Hornspäne zersetzen sich langsam und sind deshalb bei Gemüse mit kurzer Kulturzeit nicht brauchbar. Düngung zur Pflanzung/Aussaat, bei langer Kulturzeit verteilen. Details sprengen hier den Rahmen.

Als Anhaltspunkte können genommen werden:
Starkzehrer (z.B. Tomaten, Paprika, Gurke, Kürbis, Kopfkohl, Kartoffel) erhalten 3 Liter Kompost + 50-150g Schafwolle/ Hornmehl + 15-30g Kali
Mittelzehrer (z.B. Gelberüben, Kohlrabi, Kopfsalat, Zwiebeln, Rote Rüben, Basilikum) erhalten 2 Liter Kompost + 30-100g Schafwolle/ Hornmehl + 5-20g Kali

Schwachzehrer (z.B. Erbse, Radieserl, Schnittlauch, die meisten Kräuter) erhalten 1 Liter Kompost + 0-50g Schafwolle/Hornmehl + 5g Kali

Trotzdem: Alle 3-5 Jahre sollte ein Bodenuntersuchung im Spätherbst oder Frühjahr erfolgen, um Boden und Düngepraxis zu überprüfen.

Vlies gegen Kälte und für gutes Klima

Zum Schutz gegen Frost und Wind eignet sich Vlies. Es gibt verschiedene Stärken, sonst doppelt oder dreifach nehmen. Sonne dringt bis zum Boden vor, das Vlies hält die Wärme. So entsteht ein günstiges Kleinklima und die Pflanzen wachsen schneller. Auch Wasser dringt problemlos durch, sodass Vlies zum Gießen einfach liegen bleibt. Seitlich am besten mit Steinen oder etwas Erde beschweren. Es lässt sich mehrere Jahre verwenden.
Folien werden im Vergleich schnell zu heiß. Besser sind Frühbeete oder Gewächshäuser – jeweils mit Lüftung.

Salate und Kohlrabi ins Freiland setzen

Salate und Kohlrabi können jetzt schon ins Freie gepflanzt werden. Je größer die Salatjungpflanzen, desto schneller kann geerntet werden. – Kopfsalate mit 25-30cm Abstand (werden komplett geerntet), Schnittsalate mit 10 cm Abstand (sie werden 2-3x geschnitten, Wachstumsherz unbedingt stehen lassen). Bitte gleich mit einem Vlies abdecken gegen Kälte. Das Vlies bleibt die nächsten Wochen durchgehend drauf.
Jungpflanzen im Erdpresstopf, Achtung! Erdpresstopf nur 1/3 bis 1/2 in die Erde einsetzen, der obere Teil muss deutlich darüber schauen. Sonst verfault die Jungpflanze schnell.

Direkt säen: Erbsen, Radieserl, Radi, Spinat, Gelberüben, Wurzelpetersilie und Pastinaken

Beste Aussaatzeit ist jetzt für alle genannten Pflanzen. Erbsen bitte sofort mit Rankhilfe ausstatten (Zweige oder ein Stück Drahtzaun). Radieserl und Spinat am besten in mehreren Schritten im 14-Tages-Abstand säen, dann reifen sie allmählich.
Am Monatsende folgen Rote Rüben und Blattmangold, sie vertragen Kälte nicht gut.

Tomaten, Paprika, Peperoni gut versorgen

Wer zu früh mit der Anzucht begonnen hat, kämpft jetzt mit vergeilenden Pflanzen: sie strecken sich stark in die Höhe und sind recht dünn. Hier hilft nur kühler stellen, nicht unter 10°C, aber so hell wie möglich. Ausgepflanzt werden darf erst nach den Eisheiligen. – Wer Tomaten vorbildlich Ende März gesät hat, darf nach Erscheinen der ersten richtigen Laubblätter pikieren. Gerne bis zu den ersten richtigen Laubblättern in tiefere Töpfe pflanzen, dann machen sie mehr Wurzeln. Die Pikiererde kann mit Kompost gemischt werden, die Pflanzen brauchen jetzt Futter. Weiterhin möglichst hell stellen bei 15-20°C.

Kartoffeln setzen

Ab Mitte April können Kartoffeln gelegt werden. Sie sollten vorgekeimt sein, also zuvor ein paar Wochen hell bei 15°C liegen und kleine Austriebe zeigen, dann wachsen sie schneller. Wichtig ist ein lockerer Boden. Knollen 5-10cm tief und später mit dem Austrieb immer wieder anhäufeln. Kartoffeln haben hohen Nährstoffbedarf!

Yakon anziehen

Auch Inka-Wurzel wird die Yakon (oder Yacon) genannt. Im Grunde ist es wie bei Dahlien: ein Wurzelstock mit dicken Speicherwurzeln, frostempfindlich und über den Winter trocken, aber frostfrei lagern. Jetzt wird der Wurzelstock, Teile davon oder Stücke der Speicherwurzeln eingetopft und bei 15-20°C vorgezogen. Ausgepflanzt wird im Garten nach den Eisheiligen. Achtung, die Pflanze braucht 1 x 1 m Platz und wird über anderthalb Meter hoch! Über die verschiedenen Sorten ist noch wenig bekannt. Ertragreich und gut ist auf alle Fälle `Morado´.
Die dicken Speicherwurzeln werden im Herbst möglichst spät geerntet und schmecken am besten roh. Geschält, in Streifen oder Scheiben ergänzen Sie zum Beispiel Salate, sie können aber auch gekocht, gebraten oder frittiert werden. Eine saftig, knackige Konsistenz und im Geschmack eine Mischung aus Birne und Kohlrabi. Ausprobieren!

Rhabarber ernten

Botanisch gesehen, gehört Rhabarber zum Obst, wird aber eher beim Gemüse kultiviert. Wenn wir ihn letztes Jahr gut versorgt haben, können wir Mitte/Ende April mit der Ernte beginnen. Am besten die Stiele abdrehen, nicht schneiden, dann kann nichts faulen. Die Stiele kommen in die Küche, die Blätter dienen direkt als Mulch, sonst auf den Kompost. – Die Ernte läuft bis Ende Juni. Blütenstände werden ausgebrochen, sie verbrauchen viel Kraft.

Geduld bei wärmeliebenden Kulturen

Ende April – nicht früher! – können Gurken, Kürbis, Zucchini, Bohnen und Zuckermais angezogenen werden. Achtung, erst nach den Eisheiligen auspflanzen, deshalb nicht zu früh mit der Anzucht starten! Sie braucht bei Zimmertemperatur von 20°c etwa 3-4 Wochen. Pikieren entfällt, deshalb gleich in etwas größere Töpfe pflanzen und Kompost beimengen, sie brauchen von Beginn an Nährstoffe. – Alternativ ab Mitte Mai direkt ins Freiland säen (Achtung vor Kälte und Schnecken!).

Jungpflanzen abhärten

Gemüsejungpflanzen müssen abgehärtet werden, damit sie die Umstellung ins Freie schaffen. Am leichtesten geht das durch häufiges Lüften oder tagsüber halbschattig nach draußen stellen (frostfrei versteht sich).

Schnecken beim Gemüse

Wer viele Schnecken im Garten hat, sollte nicht direkt aussäen, sondern Jungpflanzen vorziehen.
Zur Bekämpfung der Schnecken bleiben Schneckenzaun, Absammeln oder der Einsatz von Laufenten (vielleicht leihweise vom Nachbarn?). Sofern Schneckenkorn zum Einsatz kommt, nur das auf Eisen-Basis nehmen – aber es erfasst auch Weinbergschnecken und nützliche Tigerschnegel!

Insektenschutznetze beugen vor.

Wurmige Gelberüben und zerfressene Zwiebel-Gewächse will niemand haben. Gleich nach der Pflanzung bzw. der Aussaat werden deshalb Zwiebeln, Schalotten, Lauch und Gelberüben mit einem Gemüsefliegennetz abgedeckt. Das Netz muss ringsum dicht am Boden aufliegen. So können Zwiebelfliege und Möhrenfliege abgehalten werden. Für hohe Kulturen gibt es halbrunde Metallbögen als Halterung.  – Wichtig ist Standortwechsel, sie überwintern als Puppen im Boden.
Achtung, auch Schnittlauch kann von der Zwiebelfliege betroffen sein!

Kräuter auf der Fensterbank aussäen

Egal ob die Küchen- oder Heilkräuter, jetzt ist beste Zeit für die Aussaat. Petersilie, Koriander, Thymian, Ringelblume und alle anderen werden im Zimmer ausgesät, wenn sie kräftig genug sind pikiert und für draußen abgehärtet.

Wer Petersilie direkt in Freiland sät, riskiert einen Totalausfall. Meist sorgen Pilze für ein rasches Ende der Sämlinge. – Besser drinnen anziehen in sterilisierter Erde (gekauft oder eigene Kleinmengen im Ofen oder Mikrowelle). Erst dann auspflanzen.

Statt Basilikum zu kaufen, ist ab Mitte/Ende des Monats beste Zeit zur Aussaat bei 20-24 °C auf der hellen Fensterbank. Die Samen nur oberflächlich aufstreuen, Lichtkeimer! Entweder in kleinen (!) Gruppen säen oder nach einigen Tagen pikieren. Ab Ende Mai kann Basilikum auch zu Tomaten in Kübel oder Gewächshaus gepflanzt werden und steht damit immer griffbereit. Selber angezogenes Basilikum ist viel aromatischer als rasch gewachsenes aus dem Topf.

Nützliche Wildkräuter

Giersch, Löwenzahn, Knoblauchrauke, Brennnessel und viele weitere Wildkräuter sind lästig in den Beeten. Im April ist der Austrieb noch jung und zart. Wir essen sie einfach auf: im Kräuterquark, feingeschnitten im Salat (mit Balsamico-Senf-Dressing oder Apfelessig-saure-Sahne-Dressing), als Brennnessel-Kartoffelsuppe, als Brennessel-„Spinat“-Gemüse (junge Brennnessel wie Spinat zubereiten) oder Wildkräutersalat zum kräftigen Braten. Junger Giersch schmeckt wie Sellerie, Knoblauchsrauke hat feineres Aroma als der Namensgeber und junge Löwenzahnblätter geben Salaten die verdauungsfördernden Bitterstoffe zurück. Mit kleinen Mengen ausprobieren!

Flüssigdünger ansetzen

Wer die Wildkräuter nicht aufzuessen schafft, setzt Flüssigdünger an. 1 kg Pflanzenmasse pro 10 Liter Wasser, etwas Gesteinsmehl dazu und die Jauche für rund 14 Tage vergären lassen. Wenn es beim täglichen umrühren nicht mehr schäumt, istsie fertig. Besonders ergiebig sind Giersch, Löwenzahn, Brennnessel und Beinwell. So entsteht ein stickstoffbetonter Flüssigdünger, der im ganzen Garten hilfreich ist. Wir können die Jauche den ganzen Sommer frisch ansetzen.

Rosen & Blumen

Halbsträucher zurückschneiden

Lavendel, Bartblumen, Perovskien, Sommerflieder und andere Halbsträucher dürfen jetzt zurück geschnitten werden – durchaus kräftig, aber nur so weit, wie junge Austriebe sichtbar sind. Aus dem Schnittgut können Jungpflanzen gezogen werden, allerdings ist Ausfallrate recht hoch (ideal wäre Steckholz im März oder Stecklinge im Juni).

Rosenschnitt abschließen

Forsythien und Rosen sind ein echtes Traumpaar – weil die Forsythienblüte zeigt, dass die Rosen zu schneiden sind. Anfang des Monats sollte der Rosenschnitt abgeschlossen werden.

Schneeglöckchen und Krokusse teilen

Nach der Blüte ist beste Zeit zum Vermehren der Zwiebelpflanzen. Auch Krokusse und Schneeglöckchen werden jetzt geteilt. Dazu ausgraben und per Hand vorsichtig in beliebt kleine Portionen aufteilen. Dann an neuen Stellen wieder eingraben oder verschenken. Bitte Handschuhe tragen, die Pflanzen sind giftig!

Stauden vermehren und pflanzen

Anfang April lassen sich noch viele Stauden teilen. Einfach mit einem Spaten in kleinere Stücke zerlegen und neu einpflanzen. Im Idealfall den Standort wechseln, damit keine Bodenermüdung auftritt und die Teilstücke gut wachsen. Zumindest aber mit Dünger versorgen.

Auch neue Stauden finden jetzt ihren Platz im Garten. Für jeden Standort gibt es passende, egal ob volle Sonne, feuchter Boden oder schattig unter Gehölzen. Die Gärtnereien können beraten oder bieten passende Zusammenstellungen an.

Dahlien vorziehen

Die sommerblühenden Dahlien können jetzt in Töpfen vorgezogen werden. Dazu eintopfen, angießen und im Gewächshaus, Wintergarten oder Frühbeet warm anziehen. Sie sind kräftiger und bei der Pflanzung ab Mitte Mai nicht so sehr von Schnecken gefährdet.

Schnecken bekämpfen

Manche Pflanzen lieben sie einfach. Deshalb besonders auf Funkien (Hosta), Rittersporn (Delphinium), Glockenblumen (Campanula) und später auf die Sommerblumen achten! Es bleibt regelmäßiges Absammeln, der Einsatz von Laufenten (aber auch denen schmecken einige Pflanzen) oder letztlich das umweltfreundliche Schneckenkorn mit Eisen-Wirkstoff. Jetzt damit beginnen, nicht erst, wenn sich die Schnecken satt und groß gefressen haben!

Pflanzen düngen

Alles, was stark wächst, braucht Dünger. Das gilt auch für Rosen, Prachtstauden und viele Sommerblumen. Als Grunddüngung dient uns Kompost (bis 3 Liter pro Quadratmeter) und ergänzend Hornspäne oder Schafwolle. Gesteinmehl liefert Spurenelemente. Bitte oberflächlich einarbeiten. Flüssig können wir mit Jauchen aus Brennnessel, Löwenzahn oder Giersch düngen (siehe Tipps zum Gemüse). Auch bei käuflichen Düngern darauf achten, dass sie mindestens einen organischen Anteil haben. – Organische Dünger fördern das Bodenleben und das Bodenleben sorgt wiederum für guten Boden.
Zum Abgleich der Düngepraxis erfolgt alle 3-5 Jahre eine Bodenprobe, dann wissen wir, ob wir richtig liegen.

Unkräuter/Beikräuter in Schach halten

Bei Wurzelunkräutern hilft nur eines: weitgehend ausgraben und dann ausreißen. Immer wieder. – Samenunkräuter unbedingt vor der Blütenbildung bzw. dem Aussamen erwischen und nicht auf den Kompost entsorgen.

Sommerblumen aussäen oder vorziehen?

Direkt ausgesät werden können die robusten Sommerblumen wie Ringelblumen, Kornblumen, Mohn, Sonnenblumen und andere. Um sie vor Schnecken zu schützen, geht auch die Anzucht in Töpfen.
Wärmebedürftige dürfen ab Mitte des Monats drinnen vorgezogen werden (z.B. Prunkwinde, Glockenrebe, Schwarzäugige Susanne…). Sie blühen dann früher als bei Direktsaat im Mai.
Sommerblumen mit noch längerer Anzuchtzeit sind schon gesät oder pikiert. Nicht zu warm aufstellen, sie dürfen erst nach den Eisheiligen nach draußen!

Einjährige Blühmischungen aussäen

Es gibt sie in ganz verschiedenen Zusammenstellungen im Handel. Sie brauchen unkrautfreien, nährstoffreichen Boden – nicht mager im Vergleich zu artenreichen, heimischen Blumenwiesen!

Echte Blumenwiesen

Beste Zeit ist auch zum Anlegen echter, dauerhafter Blumenwiesen. Achtung, erst das Saatgut besorgen, dann loslegen. Tipps zur Blumenwiese im Menü Gartenthemen => Naturgarten => Blumenwiese – echt und dauerhaft

Rasen und Blumen-Kräuter-Rasen

Für dichten, grünen Rasen gilt: viel Licht, viel düngen, viel wässern, viel mähen. Aufwändig! – Vertikutieren kann man machen, braucht es aber nicht. Die Technik stammt aus dem Sportplatzbau (extrem durchlässiger Sandaufbau, kein Bodenleben erwünscht, kein Abbau alter Grashalme möglich => verfilzen, vermodern wären die Folgen).
Moos im Rasen zeigt, dass Nährstoffe fehlen (=> düngen), der Boden zu sauer ist (=> kalken) oder Licht fehlt. Meist letzteres! Rasen im Schatten bleibt ein Problemfall. Sinnvoller: braucht es hier dichten Rasen? Ist nicht ein Staudenbeet schöner?

Rasen kann ab Mitte des Monats ausgebessert und nachgesät werden, es eilt aber nicht, weil bis Juni Zeit dafür ist. Lichtkeimer! Am besten gegen Vogelfraß die Nachsaat mit Vlies abdecken. Bei Trockenheit gießen. Wenn er mindestens 10cm hoch ist, kann er erstmals gemäht werden.

Pflegeleichter ist der Blumen-Kräuter-Rasen: Die erste Mahd hinauszögern bis nach der Margeritenblüte. So haben auch Schlüsselblumen, Primeln, Krokusse, Hornklee, Wiesensalbei und andere Blüten eine Chance. Danach kurz halten, so können Grillfeiern und Gartenfeiern darauf stattfinden. Als Düngung reicht eine dünne Kompostgabe im Spätherbst oder zeitigen Frühjahr. – Der Kompromiss aus Rasen und Blumenwiese.

Kübelpflanzen

Die robusten Arten dürfen im Laufe des April zum Abhärten nach draußen, müssen aber vor Frösten geschützt werden. Vor allem nach dunkler Überwinterung vorsichtig an die Sonne gewöhnen. Deshalb bei bedecktem Wetter (3-4 Tage) ausräumen und fürs erste halbschattig stellen, sonst gibt es Sonnenbrand.
In jedem Fall sind Kübelpflanzen jetzt von abgestorbenen Teilen zu befreien, gegebenenfalls umzutopfen und mit Langzeitdünger zu versorgen. So starten sie gut in die Saison.

Schmucklilien (Agapanthus) nicht zu früh umtopfen

Sie lieben es eng im Topf, nur dann blühen sie kräftig. Deshalb nur alle 3-4 Jahre umtopfen und lehmhaltige Gartenerde verwenden (sonst Kübelpflanzenerde). Der Dünger sollte bis zum Sommer viel Phosphor, dann viel Kalium enthalten. Die Blüte kommt nur nach durchgehend kalter, aber frostfreier Überwinterung.

Bäume & Sträucher

Pflanzung von Gehölzen

Die klassische Pflanzzeit für Bäume und Sträucher endet im März. Danach wird es zumindest für wurzelnackte Gehölze schwierig mit dem Anwachsen. Gehölze mit Ballen oder im Topf können das ganze Jahr gepflanzt werden. Wichtig ist die Versorgung mit Wasser besonders im Sommer. Durchdringend gießen, nicht nur oberflächlich!

Rückschnitt von Weiden und Forsythien

Nach der Blüte ist ideale Zeit, Weiden im Garten zurück zu schneiden. Kräftiger Rückschnitt treibt sie zu kräftigem Austrieb an. Knospen werden fürs kommende Frühjahr angesetzt und bieten dann wieder Bienen, Hummeln und anderen Blütenbesuchern Nahrung.
Dasselbe gilt für Forsythien. Allerdings bieten ihre Blüten den Insekten gar nichts. – Sie müssen nicht zwingend weichen, sollten aber durch wertvollere Kornelkirschen und Weiden ergänzt werden.

Halbsträucher zurückschneiden

Lavendel, Bartblumen, Perovskien, Sommerflieder und andere Halbsträucher dürfen jetzt zurück geschnitten werden – durchaus kräftig, aber nur so weit, wie junge Austriebe sichtbar sind.

Buchs – Zünsler und Schnitt

Seit Mitte März sollten wir den Buchs regelmäßig auf den Buchsbaumzünsler kontrollieren. Die Raupen fressen den Buchs kahl und sorgen letztlich für das Absterben. In manchen Gärten reduzieren Vögel und Wespen den Befall, in anderen Gärten leider gar nicht. Wer seinen Buchs behalten will, muss den Zünsler in Schach halten. – Infos und Tipps im eigenen Merkblatt unter Menü => Gartenthemen => Probleme im Garten

Buchs kann Ende des Monats geschnitten werden, wenn er frisch ausgetrieben hat. Bitte bei bedecktem Himmel und nachfolgend bedeckten Tagen machen, damit die Schnittflächen nicht verbrennen.