Im Wonnemonat Mai dürfen endlich die frostempfindlichen Pflanzen hinaus auf den Balkon und in den Garten. Nachfolgend gibt Kreisfachberater Markus Breier einige Tipps rund um:

Obst & Wildobst

Gemüse & Kräuter

Rosen & Blumen

Bäume & Sträucher

Übrigens steht der Kreisfachberater jederzeit für Fragen rund um Garten und Grün zur Verfügung unter Telefon 0861 – 58 385 oder per E-Mail markus.breier@traunstein.bayern

Obst & Wildobst

Nachtfröste beim Obst

Einige Obstgehölze stehen jetzt in Blüte. Kalte Temperaturen können Totalschaden verursachen. Nach Möglichkeit hilft bei kleinen Bäumen und Sträuchern ein dickes Vlies oder Stoff. Blütenknospen halten noch -3°C aus, offene Blüten nur noch -1°C. – Letztlich hilft nur abwarten und hoffen.

Selbiges gilt auch für Erdbeeren. Sie blühen über einen langen Zeitraum und sind damit lange gefährdet gegen kalte Temperaturen. Wenn die Blüten innen schwarz werden, war es zu kalt – wie auf dem Bild rechts.

Feuerbrand- und Monilia-Kontrolle

Ab der Blütezeit sollten Obstbäume auf absterbende Triebspitzen, Fruchtsttände oder junge Zweige kontrolliert werden. Die Ursachen können verschieden sein. War es zur Blütezeit nass und kühl, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Monilia-Pilze die Verursacher; war es zur Blütezeit feucht und warm, kann es der Feuerbrand sein (nur bei Kernobst). In beiden Fällen gilt: großzügig ausschneiden und sofort entfernen. – Rückfragen jederzeit beim Kreisfachberater.

Sommer-Himbeeren stärken

Die ersten neuen Ruten bei Sommer-Himbeeren (= einmaltragende Himbeeren) besser entfernen. Die erste Energie soll in die überwinterten Ruten zur Stärkung der Blüte gehen. Der nächste Schwung Jungruten wird wachsen gelassen, sie sind kräftiger und bleiben für die Ernte im kommenden Jahr.

Mehltau an Stachelbeeren

Viele alte Sorten werden leider vom Stachelbeer-Mehltau befallen. Bitte die Triebe ausschneiden und entfernen. – Besser ist aber der Austausch gegen pilzwiderstandsfähige Sorten. Empfehlungen finden sich unter Menü => Obst & Wildobst => Empfehlenswerte Obstsorten

Erdbeeren auf Stroh

Damit die schweren Früchte der Erdbeere nicht auf dem nackten Boden liegen, verteilen wir traditionell Stroh um die Pflanzen. Bitte das Stroh erst nach der Blüte verteilen, weil der offene Boden in kalten Nächten Wärme abgibt und so vor Frostschäden schützt (zusammen mit Vlies von oben).
Weil Stroh (genauso wie Holzhäcksel, Miscanthus und Rinde) dem Boden in kurzer Zeit viel Stickstoff entzieht (mikrobieller Abbau setzt sofort ein), muss vor Verwendung der genannten Materialien Stickstoff gedüngt werden. Das geht mit Schafwolle, Hornmehl oder Hornspänen.

Erdbeeren neu pflanzen – jetzt Tagetes säen

Der beste Monat zum Pflanzen von Erdbeeren ist der August. Zur Vorbereitung dieser Beete sollten jetzt Tagetes als Gründüngung gesät werden. Sie entseuchen den Boden von überall vorkommenden Nematoden (Bodenälchen). So verhindern wir uns die häufigsten Probleme und haben gesunde Erdbeerpflanzen.

Erdbeeren selber vermehren

Nur von den besten gesunden Mutterpflanzen mit reichem Ertrag nehmen wir später die Ausläufer. Deshalb diese Pflanzen markieren, die anderen nicht weitervermehren. – Nur so erhalten wir uns die guten Eigenschaften der Sorte.

Beerenobst regelmäßig mulchen

Beerenobst liebt einen dauerhaft leicht feuchten, locker humosen Boden. Deshalb nach der Kompost-Düngung im März/April regelmäßig mulchen, z.B. mit dem Rasenschnitt. Die flachen Wurzeln danken es und die Beerenernte wird umso besser. – Bei Trockenheit muss trotzdem gegossen werden, besonders auf kiesigen Böden, sonst „verrieseln“ die Beeren, werden also vorzeitig abgeworfen. Durch den trockenen April 2020 ist das mancherorts der Fall.

Wein – Ruten reduzieren und Rückschnitt

Alle Ruten, die nicht benötigt werden für die weitere Erziehung oder den Ertrag werden ausgebrochen. So stärken wir die verbleibenden und kräftigen sie. Ein Einkürzen der tragenden Ruten erfolgt auf 3-4 Blätter nach dem Blütenstand (Geschein), am besten kurz vor Beginn der Blüte. Diese Tragruten werden seitlich und vorne wieder verzweigen, dann im Laufe des Sommers immer wieder einkürzen.

Holunder voller Läuse

Die meisten Holunder sind jetzt voll mit schwarzen Läusen. Besonders stark geschnittene Sträucher mit vielen jungen Austrieben sind betroffen. Sollten es arg viele Läuse sein, können wir mit einem kräftigen Wasserstrahl die Menge etwas reduzieren. Bitte noch welche für Marienkäfer, Florfliegen und andere Nützlinge lassen, die brauchen das Futter!

Sibirische Blaubeere – Erntebeginn!

Im Handel finden wir dieses robuste Wildobst auch als Honigbeere, Maibeere, Erstbeere oder Kamtschatka-Beere. Die Sträucher haben blau bereifte Früchte, die an unsere Blaubeeren erinnern. Das Besondere: die Sibirische Blaubeere verträgt problemlos kalkhaltigen Boden, lässt sich nach der Ernte schneiden, trägt regelmäßig und braucht keinen Pflanzenschutz. Sie kann genauso gepflegt werden wie Rote und Weiße Johannisbeeren. Es gibt mittlerweile einige Sorten im Handel, die sich in der Fruchtgröße etwas unterscheiden. Einziger Nachteil: Die Erntemenge ist nicht so hoch wie bei Kulturheidelbeeren. Dafür gibt es keine andere Beere, die schon im Mai für Kuchen und zum Naschen reif ist. Ausprobieren!

Fruchtausdünnung beim Obst

Jeder Obstbaum kann mit seiner Blattmenge eine bestimmte Zahl an Früchten ernähren. Sind es mehr Früchte, bleiben sie klein und leiden beim Aroma; sind es weniger Früchte, werden sie meist übergroß. Die goldene Mitte ist gefragt. Deshalb reduzieren wir nach Möglichkeit den Fruchtbehang in zu guten Jahren. – Bei großkronigen Obstbäumen ist es freilich aussichtslos, bei den kleineren Spindeln und bei Spalieren geht es gut.

Stellen wir uns jetzt vor, wie viel Platz die reife Frucht in einigen Wochen/Monaten braucht. Fast immer hängen zu viele Früchte drauf! Das merkt auch der Baum und wirft einen Teil ab, meist aber viel zu wenig (Junifruchtfall). Bei Apfel und Birne bleiben pro Blütenbüschel nur die größte ODER 2 kleinere Früchte stehen. Bei Zwetschgen verbleiben 40 Stück pro laufenden Meter (50 bei kleinfruchtigen Sorten); bei Mirabellen dürfen es bis zu 80 Stück sein. Auch Aprikosen und Pfirsiche sollten ausgedünnt werden – 25 Stück pro laufenden Meter bei Aprikosen, noch weniger bei den größeren Pfirsichen.

Entfernt werden kleingebliebene, im Schatten hängende und beschädigte Früchte, auch solche an zu schwachsen Zweigen. Die Fruchtausdünnung reduziert auch Ertragsschwankungen zwischen den Jahren, die sogenannte Alternanz. Mutig sein und ausprobieren, es funktioniert! – Keine Angst, der Junifruchtfall findet dann nicht mehr statt.

Achtung! Die Fruchtausdünnung muss bei Zwetschge, Aprikose und Pfirsich bis Mitte Mai erfolgt sein; bei Apfel und Birne bis Anfang Juni.

Sommerriss beim Obst

Wasserschosser, nach innen wachsende und kranke Triebe lassen sich jetzt leicht ausbrechen. Auch solche, die zur weiteren Erziehung des Baums nicht nötig sind. So entstehen keine großen Wunden und wir brauchen keine Schere.

Röteln bei Kirschen

Frühzeitig werden die jungen Kirschen rötlich und fallen ab. Nach neuesten Erkenntnissen hängt es wohl mit kühlen Bodentemperaturen und damit geringer Nährstoffverfügbarkeit im Boden zusammen. Die Nährstoffe kommen nicht in dem Maße bei den Früchten und jungen Trieben an, wie sie nötig wären. Mit diesem Wachstumsstillstand werden die Früchte abgeworfen. – Wir können mit wasserlöslichen oder flüssigen Blattdüngern das Röteln etwas eindämmen. Geht natürlich nur bei nicht zu großen Bäumen.

Neu gepflanztes Obst wässern

Trockenheit vertragen neu gepflanzte Obstbäume und -sträucher gar nicht gut. Deshalb bei Trockenheit regelmäßig und durchdringend gießen. So wandern die Wurzeln in die Tiefe und können die Pflanzen gut versorgen. – Das gilt nicht nur fürs Obst!

Auch Neupflanzungen von getopftem Obst ist im Garten noch möglich. Ideal ist es jetzt für die frostempfindlichen Kiwis. Achtung, sie wachsen stark und brauchen eine Stütze. Die Erziehung läuft ähnlich dem Wein.

Bei jungem Baumobst gilt: im ersten Jahr besser die Früchte entfernen, vor allem bei wurzelnackt gepflanzten Bäumen. Die Kraft soll erst einmal in die Triebe und Wurzeln gehen. Früchte würden jetzt Kraft rauben.

Gemüse & Kräuter

Schnecken – unbedingt in Schach halten!

Es gibt wohl keine anderen Tiere, die beim Gemüse mehr Schäden anrichten als Schnecken. Ob tägliches Absammeln, Laufenten oder der Einsatz von Schneckenkorn auf Eisenbasis – konsequent dran bleiben ist der Schlüssel zum Erfolg.

Nachtfrost bei Gemüse

Unbedingt Vlies bereit halten, um vor kalten Nächten die wichtigsten Pflanzen zu schützen. Besonders die wärmeliebenden Arten dürfen nicht zu früh gepflanzt/gesät werden. Geschützt im Frühbeet, Mistbeet oder Gewächshaus geht es dagegen früher. Wer notfalls zuheizt, kann darin noch früher pflanzen. Für alle anderen gelten die folgenden Zeitangaben.

Radieserl und Salat – satzweise ist das beste

Alle zwei Wochen sollten ein paar neue Reihen Radieserl gesät und frischer Kopfsalat gepflanzt werden. So haben wir die ganze Saison hindurch regelmäßig zu ernten. Bei der eigenen Anzucht bitte auf die Eignung der Sorten für die Sommerzeit achten, sonst schießen sie sofort in die Höhe. – Pflücksalate lassen sich dagegen viel länger ernten und brauchen nicht so rasch nachgepflanzt werden.

Gemüse direkt aussäen

Im Freiland säen wir jetzt im Mai ohne Voranzucht aus: Gelberüben, Chicorée, Löwenzahn (Blätter als Salat, eigentlich sind es löwenzahn-ähnliche Sorten der Wegwarte), Radicchio, Erbsen, Zuckermais, weitere Radieserl und Radi. Erbsen und Mais vorquellen. – Bohnen siehe weiter unten.

Kartoffeln pflanzen

Auch Kartoffeln können noch gepflanzt werden. Am schnellsten wachsen vorgekeimte Exemplare.

Wurzelgemüse ausdünnen

Wer Gelberüben, Wurzelpetersilie und Pastinaken zu dicht gesät hat – was unheimlich schnell geht – der muss jetzt ausdünnen. Nur so viele Pflanzen belassen, dass sie sich gut entwickeln können. Die schwachen und zurückgebliebenen werden entfernt, die stärksten stehen gelassen. – Rechtzeitig ausdünnen, nicht zu lange warten!

Rhabarber – nur Blätter erwünscht

Mit der Wärme schieben viele Rhabarber Blütenstände. Diese werden möglichst früh entfernt, weil alle Energie in neue Blätter gehen soll. Ausreichend mit Wasser versorgt, gibt es jetzt reiche Ernte. Die Blätter werden von der Pflanze abgedreht, nicht geschnitten. – Wer die Stiele in kleine Stücke schneidet, muss sie nicht schälen. Das erhält die schöne rote Farbe.
Wer zu viel hat, kann „Rhabarbersaft“ einkochen. Hierzu die Stiele in Stücke schneiden, knapp mit Wasser bedecken, Zucker zugeben (nach Geschmack, aber eher reichlich) und auskochen. Durch ein Sieb abschütten und den Saft nach nochmaligem Erhitzen heiß in saubere Flaschen abfüllen. Fertig! Hält sich gut ein Jahr und lässt sich mit Wasser zu sommerlichen Getränken mischen. – Das abgetropfte Fruchtfleisch ist immer noch reich an Geschmack und lässt sich als Kompott oder Fruchtmasse für Kuchen verwenden.

Auspflanzen wärmebedürftiger Gemüse

Gurken, Zucchini, Kürbis, Tomaten, Paprika und Chili dürfen nach den Eisheiligen gepflanzt werden. Für den Notfall bitte Vlies bereit halten, um vor kalten Nächten zu schützen. Trotzdem müssen die Jungpflanzen abgehärtet werden.  Dazu die Pflanzen einige Tage halbschattig nach draußen stellen und bei kalten Nächten wieder reinholen. So gewöhnen sich die Jungpflanzen an das intensivere Licht, wechselnde Temperaturen und Wind. – Vor dem Pflanzen wird der Boden gedüngt.

Gemüse düngen

Was wachsen soll, braucht Futter! Grunddüngung erfolgt mit Kompost. Weil das manchem Gemüse nicht reicht, wird ergänzt mit loser Schafwolle/Hornmehl ODER flüssig mit Jauche (Rezept siehe Ende des Gemüseabschnitts). Besonders Fruchtgemüse braucht ergänzend viel Kali. – Schafwollpellets und Hornspäne zersetzen sich langsam und sind deshalb bei Gemüse mit kurzer Kulturzeit nicht brauchbar. Düngung zur Pflanzung/Aussaat, bei langer Kulturzeit verteilen. Details sprengen hier den Rahmen.

Als Anhaltspunkte können genommen werden:
Starkzehrer (z.B. Tomaten, Paprika, Gurke, Kürbis, Kopfkohl, Kartoffel) erhalten 3 Liter Kompost + 50-150g Schafwolle/ Hornmehl + 15-30g Kali
Mittelzehrer (z.B. Gelberüben, Kohlrabi, Kopfsalat, Zwiebeln, Rote Rüben, Basilikum) erhalten 2 Liter Kompost + 30-100g Schafwolle/ Hornmehl + 5-20g Kali
Schwachzehrer (z.B. Erbse, Radieserl, Schnittlauch, die meisten Kräuter) erhalten 1 Liter Kompost + 0-50g Schafwolle/Hornmehl + 5g Kali

Trotzdem: Alle 3-5 Jahre sollte ein Bodenuntersuchung im Spätherbst oder Frühjahr erfolgen, um Boden und Düngepraxis zu überprüfen.

Boden bedeckt halten – Mulchen

Einmal Hacken spart zweimal Gießen, so lautet der alte Gärtnerspruch. Oberflächliches Hacken lockert die oberste Bodenschicht und verhindert ein Austrocknen des Bodens. – Trotzdem gilt: Wenn es trocken ist, muss gegossen werden, am besten durchdringend, damit das Wasser in tieferen Bodenschichten die Wurzeln nach unten „erzieht“. Hacken eignet sich bei jungen Gemüsepflanzen. Wenn sie angewachsen sind, steigen wir aufs Mulchen um, das schützt auch vor dem Austrocknen, füttert aber zusätzlich die wichtigen Regenwürmer und bringt Humus in den Boden. Als Mulch eignet sich Grasschnitt (dünn!), Heu und alles, was im Garten als „Abfall“ anfällt. – Wenn der Mulch nur dünn ausgebracht wird, haben Schnecken kaum eine Chance. Bei dickem Mulch schon.

Auch mit Spinat, Radieserl, einjährigen Kräutern oder Kresse lässt sich der Boden bedecken. Dann können wir auch ernten.

Tomaten auspflanzen

Die ideale Tomatenpflanze ist kompakt gewachsen und zeigt den ersten Blütenstand. So wird sie gepflanzt. Und das ruhig 10cm tiefer, als sie zuvor im Topf stand. So bilden sich am Stengel weitere Wurzeln, die für eine bessere Versorgung der Pflanze und mehr Ertrag sorgen. – Das geht auch, wenn die Pflanze schräg eingepflanzt wird, so muss man nicht so tief graben.
Achtung, das gilt NICHT für veredelte Tomaten! Sie dürfen nicht tiefer als im Topf gepflanzt werden.

Entscheidend ist für einen erfolgreichen Tomatenanbau, dass die Pflanzen trocken bleiben. Deshalb geschützt unter einem Dach, im Gewächshaus oder an der Hauswand kultivieren. So verhindern wir wirksam die berüchtigte Kraut- und Braunfäule. Alles andere ist reines Glücksspiel!

Trotzdem brauchen Tomaten viel Wasser und Nährstoffe im Boden. Beim Gießen darauf achten, dass die Blätter nicht nass werden. Ein neben der Pflanze eingegrabener Topf bringt das Nass direkt an die Wurzeln und hält die Bodenoberfläche trocken.

Als Unterpflanzung eignet sich zum Beispiel Kapuzinerkresse. Sie bedeckt den Boden, hält Läuse ab und wir können Blüten und Blätter für Salate ernten. Es gibt kompakte Sorten, die nicht meterlange Triebe bilden. Sie eignen sich sogar für den Balkonkasten.

Paprika und Chili

Sie werden Mitte/Ende des Monats ausgepflanzt. Ideal ist ein Gewächshaus oder der jetzt ungenutzte Frühbeetkasten. Paprika und Chili brauchen viel Wärme und sollten die sonnigsten Plätze bekommen. Wer die ersten Blüten ausbricht, stärkt die Pflanzen und hat im Anschluss mehr Ertrag.

Gurken – veredelt oder nicht?

Freilandgurken werden jetzt in Töpfen warm angezogen. 2-4 Korn je Topf sind ideal. Gepflanzt wird ab Ende des Monats. Bei Direktsaat – möglich ab Ende des Monats – ist die Gefahr durch Schnecken sehr groß!
Minigurken für Balkon und Gewächshaus können wir ebenfalls noch säen, sie entwickeln sich schnell und können Mitte/Ende des Monats gepflanzt werden.
Die großfruchtigen Schlangengurken fürs Gewächshaus sind beim Gärtner oftmals veredelt zu bekommen. Die Veredelungs-Unterlage ist ein Feigenblattkürbis. Sie dürfen auf keinen Fall tiefer als zuvor gepflanzt werden. Der Kürbis stellt seine robusten Wurzeln zur Verfügung und die Gurke ist insgesamt robuster und ertragreicher.

Kohl-Arten pflanzen

Viele Kohlgewächse zählen zu den Gemüsearten mit der längsten Kulturzeit. Die Pflanzung erfolgt Mitte/Ende des Monats. Wichtig ist der Standortwechsel, um die Kohlhernie als bedeutendste Pilzkrankheit bei Kohlgewächsen zu vermeiden. Die Erkrankung äußert sich durch verkrüppelte Wurzeln und schlechten Ertrag.

Spitzkohl ist milder als klassisches Weißkraut. Für den Sommeranbau eignet sich die Sorte `Filderkraut´ besonders gut. Pflanzung ab Mitte Mai, die Ernte ab September.

Viele Kohlarten gibt es als fertige Jungpflanzen beim Gärtner. So kann man sich an die verschiedenen Sorten und Arten allmählich ausprobieren und seine Lieblinge herausfinden.

Mangold pflanzen

Mangold erst im Mai pflanzen, sonst bekommen die Jungpflanzen einen Kältereiz und blühen im gleichen Jahr. Wer im Mai pflanzt, bekommt kräftigte, starke Pflanzen und kann viel Blattmenge ernten. Schön sind die buntlaubigen Sortenmischungen. Sie bringen Farbe ins Beet.

Vorbeugender Pflanzenschutz mit Netzen

Zum Schutz vor Gemüsefliegen bei Gelberüben, Radi, Kohlarten, Bohnen und Zwiebeln sind engmaschige Netze am besten. Sie werden zu Monatsbeginn aufgelegt und bleiben bis zur Ernte drauf. Kulturschutznetze gibt es in verschiedenen Größen. Sie werden locker draufgelegt und seitlich am Boden befestigt oder mittels Drahtbügeln drüber gespannt. Es lohnt sich!

Busch- und Stangenbohnen am besten vorziehen

Nur im warmen, lockeren Boden keimen Busch- und Stangenbohnen gut. Deshalb ist es leichter, sie auf der Fensterbank/im Gewächshaus bei 20-22°C vorzuziehen. Auspflanzen erfolgt dann etwa 10 Tage später, wenn die Jungpflanzen etwas abgehärtet wurden.

Wer direkt aussäen möchte, macht das ab Ende des Monats. Die Bohnen für einen Tag im lauwarmen Wasser vorquellen und im aufgelockerten Boden 3-4cm tief säen. – Bei einer Schlechtwetterphase lieber warten!

Blauschalige Bohnen verlieren ihre Farbe beim Kochen. Viele alte Sorten werden hart und fädig, deshalb nicht zu spät ernten. Neuere Sorten sind eher fadenfrei und können größer geerntet werden. Details auf den Saatgutpackerl.

Bohnenkraut – einjährig oder mehrjährig

Die klassische Ergänzung zu vielen Bohnengerichten ist Bohnenkraut. Das einjährige Bohnenkraut (Satureja hortensis) wird zwischen die Bohnen in Reihen gesät, sobald die Bohnen gekeimt haben. Die jungen Triebe lassen sich immer frisch ernten.
Dauerhafter ist das winterharte Bohnenkraut (Satureja montana). Es liebt wie Salbei und Thymian einen durchlässigen Boden. Im Geschmack ist es weniger kräftig, dafür nehmen wir einfach mehr. Die Blüten sind bei Bienen sehr beliebt.

Melonen und Physalis brauchen es warm

Ende Mai können vorgezogene Melonen und Physalis (Andenbeeren) gepflanzt werden. Sie vertragen kühle Temperaturen nicht, Frost gleich gar nicht. Lieber Zeit lassen und sie erst dann auspflanzen. Melonen am besten ins Frühbeet oder Gewächshaus. Physalis gerne auch im großen Kübel, weil sie mit Überwinterung im zweiten Jahr mehr Ertrag bringen.
Tipps zur Physalis-Anzucht gibt es im eigenen Beitrag unter Suche => Physalis

Süßkartoffeln

Erst Ende Mai oder Anfang Juni dürfen Süßkartoffeln gepflanzt werden, sie sind besonders empfindlich auf kühle Nächte. Es reichen schon Temperaturen unter 15°C, dass die Pflanzen massive Kälteschäden davon tragen. Volle Sonne und lockerer Boden sind ideal. Die Pflanzen machen lange Triebe und bedecken im Laufe des Sommers großflächig den Boden! – Eine Rarität, die man ausprobieren kann. Auch manche Ziersorten bilde kleine Knollen und lassen sich essen.

Rosen & Blumen

Nachtfrost bei Zierpflanzen

Besonders Sommerblumen, viele Kübelpflanzen und auch manche Stauden können beim nächtlichen Frost Schaden nehmen. Wir schützen sie durch spätes Auspflanzen, durch Einräumen oder mittels Vlies oder mit drüber gestülpten Eimern. Es wäre schade, wenn jetzt ein oder zwei kalte Nächte unsere Mühe zunichte machen.
Achtung auch bei Bauernhortensien, hier erfrieren leicht die Blütenknospen!

Zwiebelblumen stärken

Wenn Tulpen, Narzissen und alle anderen Zwiebelblüher auch im kommenden Jahr reich blühen sollen, müssen sie zum Austrieb, spätestens aber zur Blüte gedüngt werden. Das erreichen wir durch rechtzeitige Gabe von Kompost. Wichtig ist jetzt, dass wir das Laub so lange wie möglich an den Zwiebeln belassen. Sie müssen Energie einlagern für die nächste Blüte. Maximal die Fruchtkapseln können wir oben abschneiden, nicht aber die Blätter. – Am besten pflanzen wir sie deshalb in die Beetmitte und nicht an den Rand, so verdecken Stauden und Sommerblumen das vergilbende Laub und es stört uns optisch nicht.

Wer frühblühende Zwiebelpflanzen versetzen oder teilen will, macht es jetzt nach der Blüte.

Balkonkästen und Schalen bepflanzen

Kaum etwas anderes prägt den Mai bei uns mehr als der beginnende Balkonblumenschmuck. Farbfeuerwerke in den unterschiedlichsten Nuancen bringen Balkone zum leuchten. Die Auswahl beim Gärtner ist riesig und seit kurzem auch bewusst bienen- und insektenfreundlich möglich. Die klassische Pelargonie (bei uns Geranie genannt) bringt den Blütenbesuchern nämlich gar nichts. Deshalb mit bienenfreundlichen Pflanzen mindestens ergänzen: Zweizahn (Bidens), Fächerblume (Scaevola), Mädchenauge (Coreopsis), Schneeflocke (Sutera) oder Ziersalbei (Salvia) sind nur einige der vielen tollen Arten. Die Kästen sind damit auch gleich bunter und abwechslungsreicher.

Die meisten Beet- und Balkonblumen eignen sich für halbsonnige bis sonnige Standorte. Trotzdem brauchen wir im Schatten nicht auf Blüten verzichten, denn hier blühen Eisbegonien (Begonia semperflorens), Knollenbegonien (Begonia x tuberhybrida), Drachenflügelbegonien (Begonia `Dragon Wing´), Fuchsien (Fuchsia), Fleißige Lieschen (Impatiens walleriana) und Edellieschen (Impatiens-Neuguinea-Hybriden). Und mit den tollen Blattfarben von Buntnesseln (Solenostemon) und Zier-Süßkartoffeln (Ipomoea) ergänzen wir die Blüten der anderen.

Staudenbeete pflegen

Staudenbeete gehören so dicht bepflanzt, dass die Pflanzen mit ihrem Laub den ganzen Boden bedecken. So ist kein Platz für Unkräuter und der Boden ist geschützt gegen Austrocknen. Sollten Beikräuter aufgehen, entfernen wir sie möglichst früh, um Aussamen zu verhindern. Hacken braucht es nicht, wir sollten die Beete im Herbst oder Frühjahr beim Aufräumen mulchen.

Frühblühende Stauden können nach der Blüte geteilt werden. Hierzu zählen beispielsweise Bergenien, Kaukasus-Vergissmeinnicht und Kissenprimeln.

Rittersporn, Pfingstrosen und andere hochwachsende Stauden bekommen jetzt ihre Stützen, damit sie später nicht auseinander fallen. Gut eignet sich dafür Baustahl, der zügig rostet und zwischen den Pflanzen nahezu unsichtbar wird.

Damit Indianernesseln, hoher Phlox, Sonnenbraut, Astern und hohe Sedum standstabiler werden, können sie Mitte bis Ende Mai entspitzt werden. So verzweigen sie sich unterhalb, werden nicht ganz so hoch und stehen wesentlich stabiler. Einziger Nachteil: Blühbeginn ist etwa eine Woche später.

Rosen kontrollieren

Die Königin der Blumen hat zwar meist noch keine Blüten, doch wächst sie jetzt kräftig und bildet gerade die Knospen. An der Basis veredelter Sorten – das sind fast alle außer den Wildrosen – entwickeln sich manchmal fremdartige Wildtriebe. Die sollten konsequent entfernt werden. Nicht nur oberflächlich abreißen, sondern ausgraben und sauber abschneiden. – Andernfalls wird die gewünschte Sorte bald überwachsen und geht kaputt.

Pflanzzeit für Wasserpflanzen

Im Mai ist beste Pflanzzeit für Seerosen, Teichrand- und Sumpfpflanzen. Das Wasser ist erwärmt und sie können sofort anwachsen. Die Gärtnereien bieten eine große Auswahl an Arten und Sorten. Zwergformen finden auch in großen Kübeln oder alten Wannen Platz und bereichen die Terrasse. Bitte spezielle Teichpflanzen-Erde verwenden. Alternativ reinen Lehm mit Sand gemischt. Keinen Kompost, Torf oder dunkle Humus-reiche Erde verwenden – die faulen unter Wasser schnell!

Auch für Vögel, Insekten und alle anderen Gartenbewohner ist eine Wasserstelle wichtig. Für Igel an eine Ausstiegshilfe denken.

Kübelpflanzen dürfen nach draußen

Spätestens Anfang des Monats dürfen Oliven, Feigen, Oleander und Hanfpalmen nach draußen. Mitte/Ende Mai folgen auch die kälteempfindlicheren Kübelpflanzen wie Australischer Glockenstrauch, Engelstrompete, Wandelröschen, Zitrus-Pflanzen, Schönmalven und viele andere. Bitte am halbschattigen Standort für 1-2 Wochen abhärten, damit kein Sonnenbrand entsteht.

Wer Kübelpflanzen noch nicht umgetopft hat, sollte das jetzt zügig erledigen. Auch an organische Langzeitdünger denken, denn die Pflanzen wollen gut versorgt sein.

Auch viele Zimmerpflanzen profitieren vom Sommeraufenthalt im Freien und danken es mit gutem Wachstum. Hier bitte besonders vorsichtig sein wegen kühler Temperaturen.

Bäume & Sträucher

Flieder für wenig Platz

Der klassische Flieder in allen erdenklichen Farben ist gut bekannt. Die Sträucher werden problemlos 5 Meter hoch und bilden nach ein paar Jahren dicke Gehölzbestände. Für den kleinen Garten, am Rand von Steingärten oder neben der Terrasse eignet sich sehr gut der Zwergflieder Syringa meyeri `Palibin´. Er wird selbst nach Jahren nur 1,5 m hoch, die Blätter sind nur 2-3cm groß und er blüht reichlich im Mai. Sogar über Grünstecklinge im Juni lässt er sich vermehren. Der beste Zwergflieder von allen!

Läuse an jungen Trieben

Mancher Austrieb ist jetzt völlig schwarz oder grün wegen vieler Läuse. Wenn der Befall sehr stark ist, können wir mit einem kräftigen Wasserstrahl der Pflanze helfen. Grundsätzlich heißt es aber Geduld haben. Marienkäfer, Florfliegen und viele andere Nützlinge haben die Läuse bereits entdeckt und beginnen mit der Beseitigung. Sie brauchen dafür ein bisschen, helfen uns aber im Anschluss bis zum Jahresende gegen weitere Läuseplagen. Deshab der Natur Zeit lassen!

Buchs – Zünsler und Schnitt

Seit Mitte März sollten wir den Buchs regelmäßig auf den Buchsbaumzünsler kontrollieren. Die Raupen fressen den Buchs kahl und sorgen letztlich für das Absterben. In manchen Gärten reduzieren Vögel und Wespen den Befall, in anderen Gärten leider gar nicht. Wer seinen Buchs behalten will, muss den Zünsler in Schach halten.
Infos und Tipps im eigenen Merkblatt über die Suche => Buchsbaumzünsler

Buchs kann Anfang/Mitte Mai geschnitten werden, wenn er frisch ausgetrieben hat. Bitte bei bedecktem Himmel und nachfolgend bedeckten Tagen machen, damit die Schnittflächen nicht verbrennen.