Lange Tage und kurze Nächte zeichnen den Rosenmonat Juni aus. Nachfolgend gibt Kreisfachberater Markus Breier einige Tipps rund um:

Obst & Wildobst

Gemüse & Kräuter

Rosen & Blumen

Bäume & Sträucher

Übrigens steht der Kreisfachberater jederzeit für Fragen rund um Garten und Grün zur Verfügung unter Telefon 0861 – 58 385 oder per E-Mail markus.breier@traunstein.bayern

Obst & Wildobst

Fruchtausdüngung für bessere Qualität

Die Blätter eines Obstbaums können nur eine gewisse Menge an Früchten optimal versorgen. Sind zu viele Früchte dran, leidet die Qualität. Das „merkt“ auch der Obstbaum und stößt Mitte/Ende Juni einen Teil ab, der sogenannte Juni-Fruchtfall. Trotzdem hängen noch zu viele Früchte dran. Die Folge: fürs nächste Jahr werden weniger Blüten angesetzt (folglich auch wenige Früchte). Im Jahr drauf dreht sich das Spiel um – und so weiter… Das Schwanken zwischen den Jahren wird als Alternanz bezeichnet.

Um die Alternanz zu bremsen und die Qualität (Größe, Geschmack) im aktuellen Jahr zu steigern, sollten bis 10. Juni die Fruchtbüschel von Apfel und Birne auf 1-2 Früchte ausgedünnt werden. Bei Zwetschgen verbleiben bis zu 40 auf den laufenden Meter (50 bei kleinfruchtigen Sorten); bei Mirabellen dürfen es bis zu 80 Stück sein. Aprikosen und Pfirsiche sollten spätestens Ende Mai ausgedünnt sein – 25 Stück pro laufenden Meter bei Aprikosen, noch weniger bei den größeren Pfirsichen.

Diese Mengen reichen für Vollertrag und bescheren fürs kommende Jahr guten Blütenansatz. Bei großen Bäumen hat man keine Chance, aber bei kleinen und mittelgroßen geht es. Entfernt werden kleingebliebene, im Schatten hängende und beschädigte Früchte, auch solche an zu schwachen Zweigen. Unbedingt Anfang des Monats ausdünnen – keine Angst, der Junifruchtfall findet dann nicht mehr statt.

Sommerriss

Wasserschosser, nach innen wachsende und kranke Triebe lassen sich jetzt leicht ausbrechen. Auch solche, die zur weiteren Erziehung des Baums nicht nötig sind. So entstehen keine großen Wunden und wir brauchen keine Schere.

Spaliere schneiden

Apfel- und Birnenspaliere sollten das erste mal geschnitten werden. Die längeren Triebe werden auf 3-4 Augen eingekürzt. So bilden sich an der Triebbasis kräftige Augen, die sich in Blütenknospen umwandeln. Ganz kurze Triebe bleiben ungeschnitten.

Aprikose und Pfirsich – Triebe einkürzen

Viel zu lange Neutriebe von Aprikose und Pfirsich lassen sich jetzt bis zu 2/3 einkürzen. Sie verzweigen sich unterhalb der Schnittstelle in mehrere schwächere Triebe und setzen trotzdem noch Blüten fürs kommende Jahr an.

Wein ausdünnen für Qualität

Für gute Tafeltrauben-Qualität (Aroma, Süße, Größe) belassen wir pro Trieb nur 1 großen Blütenstand (sog. „Geschein“) und kürzen den Trieb auf 3-4 Blätter darüber. Alle Triebe ohne Blütenstand entfernen wir komplett. – Die Triebe werden über den Sommer wieder austreiben/verzweigen und werden noch 1-2 mal gekürzt.
Ausprobieren, es funktioniert und die Trauben werden groß und süß!

Mehltau – einfach ausschneiden

Apfelmehltau zeigt sich jetzt durch weißlichen Belag auf den Triebspitzen. Die Blätter sind recht starr, brechen leicht und sind weiß überzogen. Idealerweise sind die infizierten Triebe beim Winterschnitt schon entfernt/reduziert worden. Jetzt im Wachstum hilft nur mehrfaches Ausschneiden über die Saison, damit sich der Mehltau nicht weiter ausbreiten kann. Die Triebe können kompostiert werden. Die Sorten sind unterschiedlich anfällig.

Bei Stachelbeeren ist es der Amerikanische Stachelbeermehltau. Das Problem: er befällt auch die Früchte und macht sie ungenießbar. Zügiges Ausschneiden aller befallenen Stellen kann etwas eindämmen, ebenfalls ein locker geschnittener Strauch. – Letztlich hilft nur ein Austausch gegen widerstandsfähige Sorten. Empfehlenswerte finden sich in den Obstliste: Menü => Obst => Empfehlenswerte Obstsorten.

Obst ausreichend wässern

Johannis-, Stachel-, Brom- und Himbeeren wurzeln relativ flach, deshalb nicht hacken! Sie lieben einen locker-humosen Boden und brauchen für gute Fruchtqualität und Erntemenge eine gleichmäßig Wasserversorgung. Rasenschnitt hilft als Mulch, den Boden feucht zu halten und liefert Nährstoffe nach. Bitte erst antrocknen lassen oder nicht zu dick auflegen.

Auch Äpfel, Birnen, Quitten und alle anderen Obstbäume brauchen ausreichend Wasser. Alte, eingewachsene und große Bäume versorgen sich meist selbst. Spaliere an der Wand, junge Obstbäume und solche mit schwachwachsenden Wurzeln (Spindeln) sind dankbar für große Wassergaben, die tief in den Boden sickern. – So lässt sich Steinfrüchtigkeit (harte Stellen in der Frucht) am Birnen-Spalier reduzieren. Der Juni ist hier besonders wichtig!

Erdbeeren ernten und markieren

Auch Erdbeeren wollen gleichmäßig Wasser, damit die Früchte groß und gut wachsen. Allerdings unterlegen wir mit Stroh oder Holzwolle, damit die Früchte trocken liegen. Nach mehreren kühlen oder regnerischen Tagen bitte nicht ernten, sonst schmecken sie sauer und fad. Erst 2-3 Tage Sonne gönnen, damit wieder Zucker in die Früchte kommt. Am besten morgens ernten, wenn es trocken ist und natürlich nur die vollreifen Früchte.
Beschädigte und verschimmelte Früchte konsequent entfernen.

Die Pflanzen mit dem besten Ertrag und guter Gesundheit markieren wir, damit wir von ihnen die Jungpflanzen nehmen zur Vermehrung. Nur durch diese regelmäßige Selektion bleiben die sortentypischen, guten Eigenschaften erhalten, sonst baut die Sorte ab. – Das gilt für alle Kultur-Erdbeeren!
Die Ausläufer werden an den Blattstellen auf den Boden gelegt und beschwert (z.B. mit einem Stein), damit sie Wurzeln bilden. Anfang August werden sie auf das neue Erdbeerbeet gepflanzt. Dann bitte gut düngen und wässern, damit fürs kommende Jahr Blütenknospen angesetzt werden.

Kirschen und Beerenobst einnetzen

Wem Vögel die Kirschbäume und Beerensträucher regelmäßig abernten, der sollte zumindest den gut erreichbaren Teil mit einem Vogelschutznetz bedecken. Bitte täglich kontrollieren, damit sich kein Vogel darin verfängt. – Alle anderen Abwehrversuche (Vogelscheuchen, Alustreifen, CDs etc) halten nicht lange an.

Obstbäume – Baumscheiben mulchen

Besonders junge Obstbäume und solche auf schwachwachsenden Unterlagen profitieren von einer Baumscheibe ohne Bewuchs. Gras wäre besonders schlecht, weil es stark wächst und viele Nährstoffe dem Baum abzieht. Eine dünne Mulchschicht hilft, Feuchtigkeit  zu halten. Auf Wühlmäuse besonders achten!

Gemüse & Kräuter

Salate säen

Kopfsalate kommen jetzt nicht mehr ins Beet, sie bilden in der Sommerhitze keine schönen Köpfe mehr, sondern faulen leicht. Schnittsalate und Pflücksalate sind jetzt die Wahl, egal ob gepflanzt oder ausgesät.

Tomaten – verdrehte Blätter, gleichmäßiges Gießen und Ausgeizen

Verdrehen und rollen sich die Blätter bei Tomaten und sind sie kräftig dunkelgrün, ist meist zu viel Dünger die Ursache. Tomaten sind Starkzehrer und brauchen viel Energie, aber bitte nicht übertreiben, weil sie sonst anfällig für Krankheiten und Läuse werden. – Trotzdem: mit Beginn der ersten Früchte brauchen sie viele Nährstoffe. Flüssig ergänzen wir beispielsweise mit Jauchen (s. weiter unten).

Auch muss auf eine gleichmäßige Wasserversorgung geachtet werden, sonst platzen die Früchte – vor allem in Kübeln!

Tomaten eintriebig zu erziehen, ist immer noch ratsam, damit die einzelnen Früchte gut ausreifen, die Pflanzen locker aufgebaut sind und bis spät in den Herbst gesund bleiben. Die Seitentriebe in den Blattachseln möglichst früh entfernen. – Sie können auch in der Jauche als Dünger landen (s. weiter unten).
Nicht ausgedünnt werden Buschtomaten, Zwerg/Balkontomaten oder die kleinfrüchtigen Wildtomaten (z.B. Johannisbeertomate, Obsttomate…).

Gurken unbedingt ausdünnen

Bei klassischen Schlangengurken und den kleinen Snackgurken gilt: die unteren 70cm keine Früchte belassen! Die Pflanzen sollen zu Beginn alle Kraft ins Wachstum stecken, sonst erschöpfen sie sich bald und wachsen nicht mehr. Bei den großfruchtigen Schlangengurken verbleibt dann nur in jeder zweiten Blattachsel eine Frucht, so ernten wir gleichmäßig bis zum Herbst schöne große Früchte. Die kleinen Snackgurken dürfen in jeder Achsel tragen. Bis zur Gewächshaushöhe werden alle Gurken eintriebig gezogen. Dann dürfen sie mehrtriebig nach unten hängen.

Gießen nicht vergessen! Gurken brauchen viel Wasser und sind über ergänzende Flüssigdünger dankbar (z.b. Brennnesseljauche). Im Gegensatz zu Tomaten dürfen Gurkenpflanzen auch übers Blatt nass werden, an heißen Tagen ist das sogar vorteilhaft. – Man stelle sich das schwül-warme indische Wetter vor, die Heimat der Gurken.

Gießen – lieber selten als oft

Eine reiche Gemüseernte gelingt nur mit ausreichend Wasser. Lieber 1-2 mal pro Woche mit 20-30 Litern pro Quadratmeter gießen, damit das Wasser tief eindringen kann und die Wurzeln in der Tiefe versorgt. Falsch wäre tägliches, oberflächliches Gießen. – Achtung, das gilt nicht für Kübel oder Töpfe. Hier muss erwartungsgemäß häufiger gegossen werden.

Gewächshaus – lüften, schattieren, kühlen

Gurken, Tomaten, Auberginen, Paprika, Chili und andere Gewächse lieben die Wärme im Gewächshaus. Dabei reichen 25°C völlig aus. Alles drüber ist Stress für die Pflanzen und wirkt sich auf Blüte, Fruchtbildung und Wachstum negativ aus. Im Juni wird es schnell zu heiß. Deshalb alle Fenster und Türen öffnen, automatische Öffner helfen. Notfalls Seitenscheiben entfernen und für Durchzug sorgen.
Hilft all das nicht, bleibt nur von außen zu schattieren. Mit Schilfmatten, Jutegewebe oder speziellen Schattiergeweben lässt sich die Temperatur bremsen.

Grünkohl, Palmkohl und Verwandte pflanzen

Spätestens im Juni pflanzen wir Grünkohl und Palmkohl (= Toskana-Kohl; milder als Grünkohl). Die beiden bilden bis zum Herbst kräftige Pflanzen, deren Blätter wir nutzen. Grünkohl ist typisch für die norddeutsche Küche und wird erst nach den ersten Frösten geerntet. Palmkohl kommt aus der italienischen Küche, braucht keinen Frost und kann deshalb schon während des Sommers geerntet werden – die jungen Blätter fein geschnitten als Salat oder in der bunten Gemüsepfanne. Beide sollten auf 75cm Abstand stehen und brauchen als Starkzehrer viele Nährstoffe und ausreichend Wasser.
Auch Rosenkohl und Romanesco brauchen viele Nährstoffe, doch stehen sie mit 50cm Abstand.

Lauch für späte Ernte

Für eine Spätherbst/Winter-Ernte wird jetzt der Lauch gepflanzt. Am besten in 10cm tiefen Reihen, die allmählich verfüllt werden. Reihenabstand mindestens 30cm. – Über den Sommer wird allmählich angehäufelt, um den weißen Schaft zu verlängern.

Radieserl in Etappen säen

Wer alle vierzehn Tage Radieserl sät, kann den ganzen Sommer ernten. Unbedingt auf Sorten für den Sommeranbau achten, sonst schießen sie sofort ins Kraut. Die Saatgutpackerl geben Auskunft. – Übrigens lässt sich auch das Blattwerk nutzen. Gerne mal für bunte Gemüsepfannen probieren, das gibt einen würzig-scharfen Geschmack.

Buschbohnen säen

Für eine späte Bohnenernte kommen Buschbohnen infrage. Sie können noch den ganzen Juni (und bis Anfang/Mitte Juli) gesät werden und bringen reiche Ernte in wenigen Wochen.

Knollenfenchel, Chinakohl und Pak Choi – Wärme zu Beginn

Knollenfenchel, Chinakohl und Pak Choi dürfen während der ersten Anzucht-Wochen nicht unter 15°C haben, sonst schießen sie und gehen gleich in Blüte. Deshalb in Anzuchtschalen belassen und bei kühlen Temperaturen ins Haus nehmen. – Andernfalls erst Ende Juni oder Anfang Juli säen.
Chinakohl und Pak Choi eignen sich nicht nur für Salate mit fruchtigem Obst, sondern sind mit ihrem leichten Kohlgeschmack hervorragend für bunte Gemüsepfannen.

Endivien, Zuckerhut und Radicchio

Diese Kulturformen unserer wilden Wegwarte können zu Monatsbeginn noch direkt gesät werden. Sie brauchen über 2 Monate, bis sie geerntet werden können und versorgen uns im Herbst über viele Wochen frisch aus dem Garten.

Kräuter ernten

Alle Kräuter sind jetzt im Wachstum. Für gutes Aroma und als Vorrat für den Winter werden sie kurz vor der Blüte geerntet, gleich geschnitten und dann getrocknet. – Andere schwören auf Trocknen und dann erst Zerkleinern, aber so verschwinden viele Aromastoffe.

Bitte einen Teil der Kräuter stehen lassen, damit Bienen und Blütenbesucher etwas finden. Auch bringen die Blüten Farbe in Salate, Essen und zur Dekoration.

Wegerich für den Salat

Salate sind jetzt hoch im Kurs: mit verschiedenen Dressings, Kräutern und Blüten lassen sie sich immer neu kreieren. Wunderbar geeignet sind der Hirschhornwegerich und sein neuerer Verwandter, der Mexikanische Wegerich mit seinem nussigen Pilzgeschmack. – Wer nicht schon im März vorgezogen hat, kann jetzt aussäen für den Herbst. Ausprobieren lohnt sich!

Ende der Spargel-Ernte

Wie beim nachfolgenden Rhabarber endet am 24. Juni traditionell die Spargelernte. Den Rest des Jahres brauchen die Pflanzen zum Wachsen, damit sie auch kommendes Jahr geerntet werden können. Düngen und wässern nicht vergessen!

Rhabarber-Ernte beenden und düngen

An Johanni (24. Juni) endet traditionell die Ernte beim Rhabarber. Das hat zwei Gründe: der Oxalat-Gehalt nimmt im Sommer weiter zu, sodass die Wahrscheinlichkeit für Nierensteine steigt. Und die Staude muss fürs kommende Jahr ausreichend Energie sammeln. Deshalb nach der Ernte kräftig düngen. Der Rhabarber ist kein Hungerkünstler! Kompost und flüssig mit Jauche ergänzt ist ideal. Gießen nicht vergessen! Je kräftiger, größer und besser der Rhabarber bis Ende August wächst, umso mehr können wir kommendes Jahr ernten. Ab Mitte August bitte nicht mehr düngen, dann muss er sich für den Winter vorbereiten.
Blütenstände werden weiterhin konsequent ausgebrochen.

Pflanzenjauche – der flüssige Klassiker

Ein kräftiger Flüssigdünger für den ganzen Garten ist Brennnesseljauche. Hierfür 1 kg Pflanzenmasse pro 10 Liter Wasser, etwas Gesteinsmehl dazu und die Jauche für 7-14 Tage vergären lassen. Wenn es beim täglichen Umrühren nicht mehr schäumt, ist sie fertig. Neben Brennnesseln sind besonders ergiebig Giersch, Löwenzahn und Beinwell. Auch Gemüseabfälle und Geiztriebe der Tomaten eignen sich. So entsteht ein stickstoffbetonter Flüssigdünger, der im ganzen Garten hilfreich ist. – Wir können die Jauche den ganzen Sommer frisch ansetzen.

Rosen & Blumen

Rosen in schönster Blüte

Juni ist Rosenzeit, die Königin der Blumen hat jetzt ihren grandiosen Auftritt. Unüberschaubar ist die Vielfalt an Blütenformen, Farben und Wuchs. In den Garten holen wir nur die schönsten, robusten und langlebigen Sorten. Empfehlenswerte Rosensorten finden sich im Menu Gartenthemen => Rosen => Empfehlenswerte Rosensorten.

Einfach blühende und halbgefüllte Blüten bieten mit den zahlreichen Staubblättern auch Bienen, Hummeln, Käfern und anderen Blütenbesuchern etwas. Deshalb dürfen wir sie neben den dicht gefüllten Sorten nicht vergessen.

Alles Verblühte sollte regelmäßig ausgeschnitten werden, damit neue Knospen nachkommen und wir eine lange Blütezeit haben. Bei einmalblühenden Sorten und Wildrosen entfällt dies, hier zieren später Hagebutten die Sträucher und dienen Vögeln als Nahrung.

Sommerblumen brauchen Futter

Balkonkästen, Kübelpflanzen und Sommerblumen sind schon bei der Pflanzung mit einer Grunddüngung im Boden versorgt worden. Ergänzend sollten sie wöchentlich bis zweiwöchentlich zusätzlich flüssig gedüngt werden. Das gilt besonders für Surfinen/Petunien, Geranien, Fuchsien und alle anderen Dauerblüher. Nur so haben sie Kraft für eine bis zum Herbst andauernden Blüte und guten Wuchs. Gerade mit organischen Düngern früh beginnen, denn sie brauchen im Boden etwas länger, bis sie umgewandelt und pflanzenverfügbar sind. Von nichts kommt nichts!

Hortensien über den ganzen Sommer

Klassische Bauernhortensien haben nur eine Hauptblüte im Jahr. Besser sind die „Endless Summer“-Sorten, da sie fortwährend bis zum Herbst blühen. Es gibt die Farben Blau, Rosa und Weiß. – Die blauen Sorten brauchen einen sauren Boden, Rhododendron/Hortensien-Dünger und Aluminium im Boden (z.B. Ammoniak-Alaun), sonst werden sie Rosa (bei uns fast unausweichlich). Rose und Weiß sind da unkomplizierter, brauchen aber auch ausreichend Nährstoffe. Auch da geht Brennnesseljauche (s. beim Gemüse).

Eine echte Alternative in Weiß-Rosa sind die robusten Rispenhortensien. Sie können sonnig stehen und sind robuster gegen Frost, weil sie an den diesjährigen Trieben blühen. Obige Bauernhortensien blühen nach strengen Wintern nicht.

Zweijährige fürs kommende Jahr

Fingerhut (Digitalis), Bartnelken (Dianthus barbatus), Marienglockenblume (Campanula medium), Goldlack (Erysimum), Stiefmütterchen (Viola wittrockiana), Muskatellersalbei (Salvia scalrea), Königskerzen (Verbascum-Arten) und Islandmohn (Papaver) werden jetzt ausgesät, pikiert und gut mit Nährstoffen versorgt. Im Herbst kommen sie an ihren endgültigen Platz. Je größer die Blattrosette in diesem Jahr, umso schöner die Blüte im kommenden.
Dasselbe gilt für Vergissmeinnicht (Myosotis), Nachtviole (Hesperis) und Silberblatt (Lunaria), die sich aber meist selbst erhalten.

Rückschnitt der Polsterstauden

Blaukissen (Aubrieta), Polsterphlox (Phlox subulata), Schleifenblume (Iberis sempervirens) und Steinkraut (Alyssum) zählen zu den Klassikern im Steingarten und an Mauern. Sie können jetzt nach der Blüte kräftig zurückgeschnitten werden, ruhig die Hälfte des Zuwachses.

Akelei, Frauenmantel und Katzenminze in Schach halten

Wer nicht will, dass sich Akelei, Frauenmantel und Katzenminze unkontrolliert ausbreiten, schneidet sie nach der Blüten bodeneben runter. Die Samenstände werden entfernt und die Pflanzen treiben neu aus. – So verhindern wir auch die bekannten Mehltaupilze auf den alten Blättern. Die neuen Blätter bleiben bis zum Herbst gesund. Katzenminze blüht sogar nochmal.

Zimmerpflanzen in die Sommerfrische

Auch unsere aus tropischen Gefilden stammenden Zimmerpflanzen dürfen nach draußen. Am besten halbschattig unter Bäume, damit sie nicht verbrennen. Kakteen, Agaven, Aloe und viele andere mögen es vollsonnig – trotzdem die ersten Tage langsam daran gewöhnen.

Blattläuse an Kübel- und Zierpflanzen

Der junge Austrieb unserer Kübelpflanzen zieht Läuse magisch an. Sie sollten gleich zu Beginn per Hand zerdrückt oder mit einem scharfen Wasserstrahl entfernt werden. Wenn das nicht reicht, kommt Seifen-Wasser zum Einsatz: 1 Esslöffel Kernseife in 1 Liter Wasser geben. Damit die Triebe einsprühen und ggf. nach ein paar Tagen wiederholen. – Manche versuchen es auch mit Auszügen aus Pflanzen, doch helfen die Mittel nicht immer oder verscheuchen die Läuse nur.

Schnecken bekämpfen

Schnecken sind und bleiben aktiv. Es bleibt regelmäßiges Absammeln, andere haben Laufenten (aber auch denen schmecken einige Pflanzen). Fleißige Schnecken-Fresser sind Igel, die jetzt für den Nachwuchs viel Futter brauchen. Mit Verstecken und ruhigen Ecken halten wir sie uns im Garten. – Wem all das nichts hilft, der kann letztlich auf das umweltfreundliche Schneckenkorn mit Eisen-Wirkstoff zurückgreifen. Allerdings wirkt es bei den jetzt großen Schnecken kaum noch.

Echte Blumenwiesen mähen

Anfang/Mitte des Monats ist ideale Zeit für den ersten Schnitt, wenn die Margeriten gefördert werden sollen. Für sie ist der erste Schnitt direkt nach der Blüte am besten. – Wird Ende des Monats gemäht, fördern wir blauen Wiesensalbei, weißes Labkraut und gelben Wiesenbocksbart. Den EINEN idealen Schnitt für alle gibt es nicht. Deshalb schaut jede Blumenwiese anders aus.

Tipps zur Anlage von Blumenwiesen gibt es unter Menü Gartenthemen => Naturgarten => Blumenwiese – echt und dauerhaft. Oder mit der Suchfunktion „Blumenwiese“.

Rasen anlegen oder erneuern

Wer noch Rasen anlegen oder ausbessern möchte, sollte sich beeilen, denn Mitte/Ende Juni ist Schluss bis September. Die Aussaat muss regelmäßig gewässert werden.
Rasen eignet sich vor allem dort, wo bunte Beete hinter dem „grünen Teppich“ leuchten sollen oder regelmäßig die Fläche begangen wird. In allen anderen Bereichen ist der Blumen-Kräuter-Rasen eine echte Alternative: er wird nur 3-6x in der Saison gemäht, damit gelber Hornklee, Margeriten und anderes blühen kann.

Bäume & Sträucher

Gehölze durch Grün-Stecklingen vermehren

Halbsträucher wie Lavendel, Bartblume, Perovskie, Sommerflieder und Strauch-Johanniskraut lassen sich im Juni durch Stecklinge vermehren. Die halb-verholzten Triebspitzen in durchlässige Anzuchterde stecken, mit einer Haube/Tüte für gespannte Luft (= hohe Luftfeuchtigkeit) sorgen und warm stellen (z.B. ins Gewächshaus). – Die hohe Luftfeuchtigkeit verhindert unnötige Verdunstung und die Wärme regt das Wurzelwachstum an.

Genauso geht es mit Holunder, Forsythie, Bauernjasmin, Deutzie, Winterjasmin und vielen weiteren Ziersträuchern. Sogar Immergrüne wie Buchs, Thuje und Wacholder lassen sich jetzt gut vermehren. Selbiges gilt für viele Johannisbeeren, Stachelbeeren, Josta und Kletterpflanzen wie Kiwi oder Clematis.

Einfach ausprobieren!

Hecken schneiden

Mitte/Ende Juni ist ein guter Zeitpunkt zum ersten Schnitt von Laub- und Fichtenhecken. Bitte vorab unbedingt auf brütende Vögel kontrollieren und notfalls später schneiden oder den Bereich vorerst aussparen.
Erst im August werden Eiben-Hecken geschnitten, sie treiben sehr spät.

Lindenblüten ernten

Lindenblüten sind als Tee geschätzt für ihre schweißtreibende Wirkung. Deshalb tiefer hängende Äste erhalten, weil sie sich leicht ernten lassen. So legen wir jetzt einen Vorrat für Erkältungen im Winter an.

Rasenschnitt als Mulch

Wer den Rasenschnitt nicht im Gemüsebereich verbraucht, kann ihn als Mulch auch unter Sträucher legen. So bekommen wir allmählich einen humusreichen, lockeren Boden, der auch den Gehölzen gefällt.

Buchs – Zünsler und Schnitt

Seit Mitte März sollten wir den Buchs regelmäßig auf den Buchsbaumzünsler kontrollieren. Die Raupen fressen den Buchs kahl und sorgen letztlich für das Absterben. In manchen Gärten reduzieren Vögel und Wespen den Befall, in anderen Gärten leider gar nicht. Wer seinen Buchs behalten will, muss den Zünsler in Schach halten. – Infos und Tipps im eigenen Merkblatt unter Menü => Gartenthemen => Probleme im Garten

Buchs kann auch noch im Juni geschnitten werden. Bitte bei bedecktem Himmel und nachfolgend bedeckten Tagen machen, damit die Schnittflächen nicht verbrennen.