Der Sommermonat Juli ist der wärmste im Jahr und beschert uns viel Freude im Garten. Nachfolgend gibt Kreisfachberater Markus Breier einige Tipps rund um:

Obst & Wildobst

Gemüse & Kräuter

Rosen & Blumen

Bäume & Sträucher

Übrigens steht der Kreisfachberater jederzeit für Fragen rund um Garten und Grün zur Verfügung unter Telefon 0861 – 58 385 oder per E-Mail markus.breier@traunstein.bayern

Obst & Wildobst

Beerenobst und Vögel

Auch unseren Vögeln schmecken die reifen Beeren und werden rasch abgeerntet. Das Aufhängen von glitzernden CDs oder Alustreifen kann sie für ein paar Tage abhalten, aber ordentlich funktioniert nur ein Netz über dem Beerenobst. Es muss einerseits dicht angelegt sein, weil selbst die kleinsten Schlitze gefunden werden, und andererseits sehr regelmäßig kontrolliert werden, damit kein Vogel sich darin verfängt oder gar verendet.
Wer ausreichend Platz hat, pflanzt den Vögeln eigene Sträucher und teilt so mit ihnen.

Beerenobst nicht zu früh ernten

Johannisbeeren, Stachelbeeren, Josta und anderes Strauchbeerenobst bitte nicht zu früh ernten. Aroma und Zuckergehalt steigen mit jedem Tag, den sie länger am Strauch hängen. Bei Johannisbeeren heißt das: frühestens ernten, wenn die letzten Beeren je Traube ausgefärbt sind. Immer mit Stiel ernten!

Durch die Pflanzung verschiedener Johannisbeersorten kann sich die Erntezeit über viele Wochen ziehen: von der frühen `Jonkher van Tets´ Ende Juni bis `Heinemanns Spätlese´ im August. Die rote Sorte `Rovada´ ist besonders dankbar, hier können die Beeren sogar wochenlang am Strauch hängen ohne kaputt zu gehen; sie lässt sich auch gepflückt als einzige Sorte mehrere Wochen kühl lagern – ohne Qualitätsverlust der Beeren. Aktuell die beste Sorte, auch hinsichtlich Ertrag und Aroma.

Strauchbeerenobst schneiden

Nach der Ernte kann das Strauchbeerenobst (Johannis-, Stachel-, Jostabeeren) geschnitten und ausgelichtet werden. Wir erkennen jetzt gut, was zu dicht steht. Die ältesten Triebe werden bodennah herausgeschnitten, zu viele Jungtriebe auf die kräftigsten 3-4 reduziert. – So halten wir die Sträucher jung und ertragreich.

Erdbeeren nach der Ernte

Sollen die Erdbeerpflanzen noch ein Jahr stehen, schneiden wir alle Blätter ab ohne das Herz der Pflanze zu schädigen. So entsorgen wir eventuell vorhandene Blattpilze. Auch untergelegtes Stroh wird entfernt. Im Anschluss bekommen die Pflanzen Dünger (Kompost/ Beerendünger…), damit sie jetzt kräftig wachsen und fürs kommende Jahr Blüten anlegen. Damit der Boden nicht zu sehr austrocknet mulchen wir regelmäßig mit Rasenschnitt oder Heu – nicht zu dick, aber regelmäßig.

Wer Erdbeeren neu pflanzt, wartet am besten bis August, dann wurzeln sie leichter.

Himbeeren nach der Ernte ausschneiden

Sommerhimbeeren tragen an den Ruten des Vorjahres und werden nach der Ernte bodeneben herausgeschnitten; die neuen Ruten wachsen schon daneben und werden in der Reihe auf 5 kräftige Stück pro laufenden Meter fürs nächste Jahr ausgelichtet.

Herbsthimbeeren tragen bereits ab Juni an den überwinterten Ruten vom letzten Jahr, die schon im Herbst Früchte getragen hatten. Diese Ruten werden dann bodeneben entfernt. Daneben wachsen die Ruten für die Herbsternte.

Heidelbeeren gießen und düngen

Die großfruchtigen Heidelbeeren fangen allmählich mit der Reife an. Da die Beeren über viele Wochen reifen, müssen sie immer wieder beerntet werden. Sie lieben einen leicht feuchten Boden und sollten daher für guten Ertrag regelmäßig gegossen werden. Wichtig: unbedingt Regenwasser verwenden, sie vertragen keinen Kalk, sondern müssen im sauren Boden stehen. Das gelingt mit Nadelstreu, Laubkompost und Rindenspänen.
Wichtige ist eine gute Nährstoffversorgung. Im Gegensatz zu unseren niedrigen heimischen Blaubeeren wachsen die großen Kulturheidelbeeren NICHT im mageren Boden, sondern wollen genau wie andere Beerensträucher gut versorgt sein. Kompost eignet sich nicht, weil er meist viel Kalk mitbringt. Besser sind Rhododendron-, Hortensien- oder Beerenobstdünger, die sauer wirken. Schafwolle, Hornspäne oder Brennesseljauche liefern den nötigen Stickstoff.

Felsenbirnen – schnell sein!

Im April zierte den Strauch die weiße Blüte, jetzt hängt er voller blauschwarzer Beeren. Sie schmecken ähnlich Heidelbeeren, doch braucht der Strauch keinen sauren Boden und wächst problemlos auf kiesigen oder lehmigen Böden. Die Früchte können frisch im Kuchen, getrocknet im Müsli oder einfach so genascht werden. Auch den Vögeln schmecken die Früchte, deshalb schnell sein!

Weinreben und Kiwis – Laub kürzen

Der Wein ist eine starkwachsende Kletterpflanze, die in der Natur schnell nach oben will. Wir wollen ihn aber kompakt halten und kürzen daher im Sommer immer wieder die Triebe auf 3-4 Blätter oberhalb des entwickelnden Fruchtstands ein. Pro Trieb sollte nur 1 großer Fruchtstand verbleiben, so entwickeln sich große Beeren mit viel Aroma und Süße.

Ähnliches gilt für Kiwis: hier werden die langen peitschenartigen Triebe auf 6 Blätter hinter den Früchten bzw. der Austriebsstelle eingekürzt, sofern wir sie nicht für die Erziehung brauchen.

Kirschen mit der Ernte schneiden

Süß- und Sauerkirschen werden am besten mit oder gleich nach der Ernte geschnitten. Die Wunden heilen im Sommer am besten und wir können den Baum luftig auslichten. Letzteres ist wichtige Vorbeugung vor Pilzkrankheiten.

Besonders dünnschalige Süßkirschen platzen leicht bei Regen auf. Es liegt am hohen Zuckergehalt reifender und reifer Kirschen, der das Wasser wegen des osmotischen Drucks (innen viel Zucker, außen viel Wasser) wörtlich in die Frucht saugt. Schutz würde nur ein Regendach oder Folie bieten, wie es auch im Profi-Anbau genutzt wird.

Sauerkirschen gedeihen bei uns am besten an der Hauswand (Regenschutz), wachsen bei weitem nicht so stark wir Süßkirschen und können sogar nordseitig stehen. Wir lichten sie jährlich kräftig aus, um die verkahlten, hängenden Zweige zu entfernen. Dazu werden die Frucht(ge)tragenen Zweige von der Spitze aus gesehen bis zur nächsten Verzweigung zurückgeschnitten. Die jungen diesjährigen Triebe tragen im kommenden Jahr.

Sommerschnitt beim Baumobst

Bei Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Kirschen und alle anderen Baumobst-Arten kann der Sommerschnitt begonnen werden – zumindest mit den Zweigen, die sicher nicht gebraucht werden und bei Jungbäumen für die Erziehung. Größere Sommerschnitte sollten erst im August gemacht werden, damit der Baum nicht mehr zum Wachstum angeregt wird. Jetzt im Sommer ist die Wundheilung wesentlich besser als beim Winterschnitt, dafür erschweren die vielen Blätter den Überblick im Baum.

Auch Spalierobst wird geschnitten.

Sommerveredelungen beim Steinobst

Im Juli löst beim Steinobst (Kirsche, Zwetschge, Aprikose, Pfirsich…) die Rinde und es kann veredelt werden. Klassisch wird die Augenveredelung (Okulation) angewandt, bei der ein gut ausgereiftes Auge der gewünschten Sorte mittels T-Schnitt eingesetzt wird. Leichter ist die Span-Veredelung (Chip-Budding), bei der das Auge mit Holz herausgeschnitten wird, die Rinde muss nicht perfekt lösen. – In beiden Fällen wächst das Auge die nächsten Wochen an, treibt aber erst im Frühjahr aus.

Beim Kernobst löst die Rinde später, oft erst im August. Die Techniken sind dieselben.

Beerenobst selber vermehren

Neben den Grünstecklingen im Juni ist jetzt noch Zeit für Absenker bei Johannis-, Stachel- und Brombeeren: junge Triebe nach unten biegen, etwas in die Erde eingraben und mit kurzen Stecken, Draht oder einem Stein festmachen. Der Trieb macht bis zum Herbst Wurzeln und kann dann als Jungpflanze verpflanzt werden.

Gemüse & Kräuter

Frühkartoffeln ernten

Im Juli können Frühkartoffeln geerntet werden. Sie haben eine besonders feine Schale und schmecken frisch am besten. Zum Lagern eignen sie sich nicht, schaffen aber Platz im Beet für Nachkulturen wie letzte Bohnen, Erbsen, Erdbeeren oder Salate (siehe weiter unten). Auch Gründüngung kann eingesät werden.

Gewächshaus und Frühbeet lüften

Selbst für unsere wärmeliebenden Tomaten, Paprika, Chili und Auberginen sind 25° Celsius völlig ausreichend. Ist es heißer, verschließen die Pflanzen ihre Spaltöffnung, um weniger zu Verdunsten und das heißt zeitgleich Wachstumstopp. Deshalb muss bei Gewächshäusern und in Frühbeetkästen für möglichst viel Lüftung gesorgt werden. Notfalls Scheiben herausnehmen oder für Schattierung sorgen.

Gurken und Tomaten – ein schwieriges Paar

Gurken und Tomaten stehen häufig gemeinsam im Gewächshaus. Jetzt im Sommer zeigt sich das Problem: Gurken stammen aus dem warm-feuchten Klima Indiens und Tomaten aus dem trocken-warmen Klima Mittelamerikas. Gurken lieben daher eine hohe Luftfeuchte für kräftiges Wachstum und gute Gesundheit, sie dürfen auch problemlos überkopf gegossen und nass werden. Tomaten brauchen trockene Luft und dürfen nicht nass werden, damit die Kraut- und Braunfäule als wichtigste Pilzkrankheit keine Rolle spielt. – Beide im gleichen Gewächshaus ist daher ein Kompromiss, der Fingerspitzengefühl verlangt und in manchen Jahren gar nicht funktioniert.

Gurken – ausdünnen und düngen

Schlangengurken setzen in jeder Blattachsel eine oder mehrere Früchte an. Lassen wir alle dran, schwankt der Ertrag über die Wochen und die Pflanze erschöpft sich bald. Besser: Bei großen Schlangengurken nur in jeder zweiten Blattachsel eine Frucht stehen lassen; bei den kleineren Snackgurken darf in jeder Achsel eine verbleiben.
Die Gurken im Gewächshaus werden eintriebig nach oben gezogen und dürfen dann verzweigend nach unten hängen. So sparen wir Platz und ernten regelmäßig bis in den Herbst.

Alle Gurken brauchen jetzt viele Nährstoffe, um zu wachsen und die Früchte zu bilden. Sie profitieren von einer leichten Blattdüngung (Brennnesseljauche, Flüssigdünger…). Die Blätter dürfen nass werden!

Tomaten – ausgeizen, bestäuben, gießen

Viele Tomatensorten werden eintriebig erzogen. Die in den Blattachseln entstehenden Seitentriebe (Geiztriebe) werden möglichst früh ausgebrochen. Sie können gemeinsam mit Brennesseln in Flüssigdünger verwandelt werden (Jauche ansetzen). Alternativ als Mulch unter die Pflanzen verwenden.
Nicht entgeizt werden Buschtomaten, Wildtomaten und Balkon-/Zwergtomaten.

Ideale Bestäuber für Tomaten sind Hummeln, die mit ihren Flügelsummen die Blüten perfekt bestäuben. Beim Anbau im Gewächshaus deshalb die Insekten ins Haus lassen, sonst hilft tägliches Schütteln der Pflanzen am späten Vormittag oder der Wind.

Bei Trockenheit oder Kälte werden die Blüten abgeworfen. Auch für die gleichmäßige Fruchtentwicklung ist regelmäßiges Gießen unerlässlich. Geplatzte Früchte entstehen durch unregelmäßiges Gießen.

Gemüsebeete – hacken oder mulchen

Bei großer Hitze oder Wind verdunstet viel Wasser über die Bodenoberfläche. Wer klassisch regelmäßig oberflächlich hackt, unterbricht die Verdunstung aus der Tiefe und hält die Feuchtigkeit im Boden. Besser ist eine dünne Mulchschicht aus Grasschnitt, Heu oder alten Gemüseresten. So wird die Verdunstung gehindert und das verrottende Material dient Regenwürmern und Kleinstlebewesen als Futter. Guter Boden zeigt sich durch ein gutes Bodenleben. Nebenher werden allmählich Nährstoffe frei, die den Pflanzen zur Verfügung stehen.
Aber Achtung! Je dicker die Mulchschicht, umso größer die Gefahr für Schnecken.

Gscheid Gießen!

Trotz mulchen und hacken reicht das Wasser in Trockenzeiten nicht aus. Besonders Fruchtgemüse leidet und wirft Blüten ab oder die Früchte platzen. Deshalb heißt es gießen, aber gescheid! 20-30 Liter pro Quadratmeter sollten es schon sein, damit der Boden in die Tiefe mit Wasser versorgt ist und die Wurzeln einige Tage davon aufnehmen können. – Oberflächliches, schwaches Gießen bringt nichts.

Düngen der späten Kulturen

Auf den Beeten stehen diverse Kohlarten und andere Kulturen, die erst im Herbst geerntet werden. Sie brauchen jetzt eine Nachdüngung (Kopfdüngung), damit sie weiter gut gedeihen. 50g/qm eines organischen Düngers (z.B. Kompost) wird jetzt oberflächlich eingearbeitet.

Weißer Blumenkohl

Soll der Blumenkohl wie im Geschäft strahlend weiß sein, werden die äußeren Kohlblätter über die Blumen geschlagen sobald sie etwa faustgroß ist. – Bei gelben und lila Blumenkohl freilich nicht. Sie bringen Farbe in die Küche und sorgen für Abwechslung.

Langtag-Gemüse säen und pflanzen

Bei einigen Gemüse- und Kräuter-Arten sorgen die langen Tage fürs Schossen, also der Blütenbildung. Wichtig ist daher im Sommer die Wahl passender Sorten. Weil die Tage im Juli wieder kürzer werden, können die schoss-gefährdeten Sorten und Arten allmählich wieder ausgesät und gepflanzt werden für die Herbsternte. Endiviensalat, Knollenfenchel, Zuckerhut, Radicchio, Eissalat, Kopfsalat, Pflücksalat, Chinakohl, Pak Choi, Kohlrabi…

Buschbohnen und Erbsen – letzte Chance

Bis Mitte des Monats können noch Buschbohnen und Erbsen gesät werden. Sie eignen sich damit als Folgekultur nach Frühkartoffeln. Die Wärme sorgt für gute Keimung. Besonders ab Blühbeginn regelmäßig gießen, fördert eine reiche Ernte.

Zucchini – Blüten und Früchte

Wer keine rein weiblich blühenden F1-Sorten angebaut hat, findet an seinen Zucchini zwei Blütenformen: weibliche mit kleinen Fruchtansätzen unter der gelben Blüte und männliche ohne diesen Fruchtansatz. Während kalter Witterung werden fast nur männliche Blüten gebildet. Auch sie sind nutzbar: ähnlich wie Hollerkiachal in Teig ausbacken oder wie gefüllte Paprika mit einer würzigen Füllung versehen. Guten Appetit!

Klassisch bleibt die Ernte der Früchte: früh und klein geerntet sind sie zart und eignen sich vielfältig in der Küche; spät und ausgereift geerntet eignen sie sich für größere Aufläufe, zum süß-sauren Einlegen oder als Chutney. – Ausgereift sind sie dann, wenn die Schale fest ist. Sie lassen sich dann einige Wochen lagern und heißen nicht umsonst Sommerkürbis.

Rhabarber gut versorgen

Wer im kommenden Jahr eine reiche Rhabarber-Ernte haben möchte, muss die Pflanze weiterhin gut versorgen. Bis Ende August werden die Reserven und Blattanlagen fürs kommende Jahr angelegt. Also: kräftig düngen und bei Trockenheit ausreichend gießen.

Kräuter ernten

Auch im Juli setzt sich die Kräuter-Ernte fort. Neben Würzkräutern sind viele Heilpflanzen zu ernten. Auch die Ringelblume ist wertgeschätzt für Creme, Salben und Auszüge. Wir ernten soviel, dass auch den Blütenbesuchern noch etwas bleibt. Die Blüten eignen sich auch als farbige Salatergänzung.

Rosen & Blumen

Rosen regelmäßig ausschneiden

Wer bei Rosen regelmäßig Verblühtes, Verwelktes und vom Regen Verschimmelndes herausschneider, fördert die nebenliegenden Blütenknospen und eine schöne Optik. Bei vielen neueren Sorten muss das nicht sein, weil die Züchter auf eine gute Selbstreinigung der Rosen geachtet haben – sie putzen sich selbst und lassen die Blütenblätter zuverlässig fallen.
Nach der Hauptblüte wird kräftig zurückgeschnitten, damit ein schöner zweiter Blütenflor entsteht. Spätestens jetzt die Rosen nochmals düngen, damit sie Kraft für die zweite Blüte haben.

Nicht ausgelichtet oder zurückgeschnitten werden Wildrosen, Ramblerrosen und die einmalblühenden historischen Rosen. Sie alle zieren sich durch Hagebuttenschmuck im Herbst.

Remontier-Schnitt bei Stauden

Steppen-Salbei (Salvia nemorosa), Jakobsleiter (Polemonium), Dreimasterblume (Tradescantia), Rittersporn (Delphinium) und Spornblume (Centranthus) und andere Stauden blühen nochmals, wenn sie nach der Blüte etwa 10cm über dem Boden zurückgeschnitten werden. Am besten gleich mit Dünger versorgen, das kräftigt die Pflanzen.

Dahlien – lange Blütezeit

Im Juli beginnt allmählich die Blütezeit der Dahlien.  Die Sortenvielfalt ist riesig hinsichtlich Blütenform, Farbe und Wuchshöhe. Für jeden Garten und sogar für Kübel und Balkonkästen gibt es mittlerweile Sorten. Für alle gilt: Je kräftiger wir die Dahlien schneiden für die Vase oder zumindest das Verblühte entfernen, umso kräftiger kommen Blüten nach.

Für kräftiges Wachstum und guten Blütenansatz brauchen sie viel Dünger. Am besten zur Pflanzung schon Kompost in den Boden, jetzt ergänzen mit Flüssigdüngern (z.B. Brennnesseljauche).

Zweijährige noch säen

Wer noch nicht im Juni gesät hat, kann jetzt noch Fingerhut (Digitalis), Bartnelken (Dianthus barbatus), Marienglockenblume (Campanula medium), Goldlack (Erysimum), Stiefmütterchen (Viola wittrockiana), Muskatellersalbei (Salvia scalrea), Königskerzen (Verbascum-Arten) und Islandmohn (Papaver) säen. Sie blühen schon im kommenden Jahr, wenn sie sich bis Herbst kräftig entwickeln können. Deshalb aussäen, vereinzeln und ausreichend düngen. – Platz ist oftmals am Rand des Gemüsebeets.

Bartiris vermehren

Ende Juli ist ein guter Zeitpunkt, um Bartiris (Iris barbata) zu teilen. Die Pflanzen werden ausgegraben und können beliebig klein geteilt werden – vorausgesetzt, es ist mindestens ein Blattfächer und ein 10cm langes Rhizomstück dran. Die Blätter werden auf etwa 10cm eingekürzt und die Bartiris so flach gepflanzt, dass die obere Hälfte des Rhizoms aus der Erde schaut.

Blumenwiesen mähen

Spätestens Anfang des Monats werden die typischen Blumenwiesen gemäht. Das ist wichtig, um die Vielfalt zu erhalten. Anhaltspunkt kann die Samenreife des Klappertopfs sein. – Der zweite Schnitt folgt im September.

Nur einmal gemäht werden Blumenwiesen auf sehr mageren Flächen. Hier reicht eine einmalige Mahd im August. Sie sind bei uns extrem selten.

Tipps zur Anlage von Blumenwiesen gibt es unter Menü Gartenthemen => Naturgarten => Blumenwiese – echt und dauerhaft. Oder mit der Suchfunktion „Blumenwiese“.

Rasen nicht zu kurz halten

Wer den Rasen im Sommer unter 5cm mäht, läuft Gefahr für Trockenschäden. Deshalb nicht zu kurz mähen. Bei Trockenheit wächst der Rasen kaum, deshalb kann seltener gemäht werden.

Wasserpflanzen im Teich

Im Teich ist jetzt Hochsaison, alles wächst, grünt und blüht. Abgestorbene Pflanzenteile und Algen werden abgefischt, zu dichte Pflanzenbestände können jetzt ausgelichtet werden – mit Rücksicht auf die Tiere am und im Wasser.

Auch Neupflanzungen oder Ergänzungen sind jetzt möglich, die Gärtnereien bieten eine große Auswahl, spezialisierte Wasserpflanzenbetriebe haben auch Raritäten und besondere Sorten vorrätig.

Balkon- und Kübelpflanzen düngen

Regelmäßig brauchen Geranien, Surfinien, Begonien und alle anderen Balkon- und Kübelpflanzen Wasser und Dünger, damit sie bis zum Herbst durchblühen. Die Grunddüngung bei der Pflanzung schafft meist nur eine Basis. Deshalb wöchentlich bis zweiwöchentlich nachdüngen.

Schmucklilien kräftig düngen

Nur wenn sie bis August wöchentlich mit Dünger gut versorgt werden und vollsonnig stehen, sammeln Schmucklilien (Agapanthus) genügend Energie für die Blüte im kommenden Jahr. Hinzu kommt eine kalte Überwinterung bei 5-10°C, nur dann werden Knospen angesetzt.

Bäume & Sträucher

Sommerflieder – der Schmetterlingsmagnet

Kein anderer Zierstrauch zieht im Sommer so magisch die großen Schmetterlinge an wie der Sommerflieder (Buddleja davidii). Damit er bis zum Herbst reich blüht, rentiert das Ausschneiden des Verblühten. Es werden laufend neue Blüten gebildet und wir verhindern ein ungewolltes Aussamen in der Umgebung. Letzteres kann besonders an trockenen Standorten, Kiesflächen und entlang der Bahn ein Problem darstellen.

Gehölze durch Grün-Stecklingen vermehren

Auch noch im Juli lassen sich Halbsträucher wie Lavendel, Bartblume, Perovskie, Sommerflieder und Strauch-Johanniskraut durch Stecklinge vermehren. Die halb-verholzten Triebspitzen in durchlässige Anzuchterde stecken, mit einer Haube/Tüte für gespannte Luft (= hohe Luftfeuchtigkeit) sorgen und warm stellen (z.B. ins Gewächshaus). – Die hohe Luftfeuchtigkeit verhindert unnötige Verdunstung und die Wärme regt das Wurzelwachstum an.

Genauso geht es mit Holunder, Forsythie, Bauernjasmin, Deutzie, Winterjasmin und vielen weiteren Ziersträuchern. Sogar Immergrüne wie Buchs, Thuje und Wacholder lassen sich jetzt gut vermehren. Selbiges gilt für viele Johannisbeeren, Stachelbeeren, Josta und Kletterpflanzen wie Kiwi oder Clematis.

Einfach ausprobieren!

Hecken schneiden

Sofern im Juni noch nicht geschnitten wurde, ist jetzt ein guter Zeitpunkt zum ersten Schnitt von Laub- und Fichtenhecken. Bitte vorab unbedingt auf brütende Vögel kontrollieren und gegebenenfalls später schneiden oder den Bereich vorerst aussparen.
Erst im August werden Eiben-Hecken geschnitten, sie treiben sehr spät.

Nur Schnitt- und Formhecken sollten jetzt geschnitten werden. Frei wachsende Hecken werden im Spätwinter ausgelichtet, die sehr früh blühenden Arten direkt nach der Blüte.

Blauregen einkürzen

Kräftig klettert der Blauregen und braucht deshalb ein stabiles Gerüst. Das Regenfallrohr ist denkbar ungeeignet. Um ihn zu bändigen, werden jetzt die langen Triebe auf 3-4 Blätter eingekürzt. Keine Angst, die Blütenknospen fürs kommende Jahr entwickeln sich genau an diesem Bereich und werden damit nicht weggeschnitten. – Dasselbe wird im Winter nochmals wiederholt.

Am besten werden veredelte Blauregen gepflanzt, sie blühen zuverlässig und rasch. Bei günstigen Sämlingspflanzen ohne Sortennamen kann es auch einmal 15 oder 20 Jahre dauern.