Teils sommerliche Tagestemperaturen mit kühlen Nächste und im Garten allerhand zu ernten, das zeichnet den typischen September aus. Nachfolgend gibt Kreisfachberater Markus Breier einige Tipps rund um:

Obst & Wildobst

Gemüse & Kräuter

Rosen & Blumen

Bäume & Sträucher

Übrigens steht der Kreisfachberater jederzeit für Fragen rund um Garten und Grün zur Verfügung unter Telefon 0861 – 58 385 oder per E-Mail markus.breier@traunstein.bayern

Obst & Wildobst

Ernte bei Äpfel und Birnen

Der ideale Zeitpunkt für die Ernte bei Äpfeln ist dann, wenn die grüne Grundfarbe leicht ins Gelb-Grün umschlägt. So ist die Mitte aus Reife und Lagerfähigkeit erreicht. – Wer früher erntet kann länger lagern, wer später erntet hat mehr Aroma. Nicht alle auf einmal ernten, sondern „durchpflücken“, also alle paar Tage die reifen Früchte per Hand ernten. – Die Farbe der Kerne ist kein sicheres Zeichen! Auch nicht die Ausfärbung der Deckfarbe (z.B. rote Backen oder Streifen). Letztere entsteht besonders durch warme Tage und kalte Nächte im Herbst. Dann lagern die Früchte besonders viel Zucker ein und färben sich prächtig.

Bei Birnen ist der richtige Zeitpunkt schwerer zu bestimmen. Viele Sorten schlagen farblich um und werden sofort weich oder teigig. Hier heißt es knapp reif ernten. Die richtigen Lagerbirnen reifen später und bleiben noch hängen.

Soll das Obst gemostet werden, können die Bäume geschüttelt werden. Die Früchte müssen dann aber rasch aufgesammelt und baldigst gepresst werden, sonst faulen sie. Der Saft kann nur so gut werden, wie die Früchte vor dem Pressen sind!

Lagerung von Äpfeln und Birnen

Ideal ist eine gleichbleibende Temperatur von 3-6 °C und einer möglichst hohen Luftfeuchte. So schrumpeln die Früchte nicht und bleiben lange frisch. – Damit Äpfel und Birnen kalt eingelagert werden können gilt: Kleinmengen in den Morgenstunden ernten oder größere Mengen über Nacht draußen abkühlen lassen und in der Früh ins Lager.

Da im Garten keine vorbeugenden Pflanzenschutzmittel verwendet werden, sollten die Früchte nicht zu hoch übereinander gestapelt werden, damit faulende Früchte schnell erkannt und entfernt werden. Eingelagert werden nur gesunde, unbeschädigte, druckstellenfreie Früchte mit Stiel.

Um anhaftende Pilzsporen zu beseitigen, die beim Lagern zu Fäule führen können, gibt es einen Trick: die Früchte kurz in 50-53°C warmes Wasser tauchen. Das beseitigt die Pilzsporen und die Früchte sind länger haltbar.

Fallobst und beschädigte Früchte entfernen

Damit die guten Früchte nicht befallen werden, müssten beschädigte und faule Früchte regelmäßig entfernt werden. Das gilt auf dem Baum genauso wie auf dem Boden. Vergraben ist eine Möglichkeit. – Doch eine Bitte: damit auch die Tiere im Garten etwas vom Obst haben, sollte was liegen bleiben, zumindest am Rande des Obstgartens oder in der Nähe des Komposts. Der Garten ist für Mensch und Natur!

Es gilt: Letztlich soll kein verdorbenes Obst über den Winter liegen bleiben und die Pilzsporen ins nächste Jahr tragen. Das völlige Aufräumen dafür hat aber noch lange Zeit.

Steinobst essen, einkochen oder einfrieren

Teils übervoll hängen manche Zwetschgen, Renekloden oder Mirabellen. Wer die Früchte nicht sofort essen kann, verarbeitet sie zu Köstlichkeiten wie Marmeladen, Mus, Saft oder friert sie portionsweise ein. Gerade Zwetschgen eignen sich besonders gut zum Einfrieren. Sollen sie später auf den Datschi, werden sie vorab entsteint und aufgeklappt eingefroren. Für Zwetschgenknödel (z.B. mit Kartoffel-Teig) brauchen sie nicht entsteint werden. – Tipp: kleinere Zwetschgen eignen sich hierfür am besten. Nach dem Kochen (Ziehen in heißem, nur simmernden Wasser) schmecken sie mit zerlassener Butter und Zucker-Zimt hervorragend!

Kornelkirschen – nur vollreif ernten

Die Kornelkirschen reifen im September und lassen sich vollreif ganz einfach ernten: ein Netz oder Bettlaken unter den Strauch legen und schütteln. Es fallen nur die vollreifen, schwarzroten Steinfrüchte herab. Alle paar Tage wiederholen.
Die sauren, aber aromatischen Früchte sind voller Vitamine und gesunder Inhaltsstoffe. Sie lassen sich gut zu herb-süßen Säften, Marmeladen, Gelees und Likören verarbeiten. Es gibt im Handel einige großfrüchtige Sorten.

Brombeeren ausschneiden

Sind die Brombeeren abgeerntet, werden die abgetragenen Ruten bodeneben herausgeschnitten. Die Jungruten fürs nächste Jahr werden auf 4-5 Stück kräftige reduziert. Die Seitenzweige der Jungruten können jetzt oder im Frühjahr auf 10-20cm gekürzt werden, so lässt sich die Wuchskraft bändigen.

Sind die Brombeeren nicht gleichmäßig gefärbt, sondern bleiben stellenweise Rot oder Weiß, können Brombeergallmilben die Ursache sein. Sie sind winzig klein und befallen kurz nach der Blüte die jungen Früchte. – Alle befallenen Früchte sollten abgesammelt und entsorgt werden. Reicht das nicht zur Eindämmung aus, sollte im zeitigen Frühjahr beim Austrieb 2-3x ein ölhaltiges Austriebsspritzmittel (Wirkstoff in der Regel Rapsöl) angewendet werden.

Himbeeren auslichten

Bei den einmaltragenden Sommerhimbeeren sollten die alten Ruten schon entfernt sein. Jetzt werden die Jungruten auf maximal 8 Ruten pro Meter in der Reihe ausgelichtet. Es bleiben nur kräftige, gesunde Ruten stehen.

Bei den Herbsthimbeeren läuft die Ernte noch auf Hochtouren. Sind sie abgeerntet, kann ein Teil der Ruten über den Winter stehen bleiben und trägt im Folgejahr schon im Juni. Hierfür bis knapp unter die alten Fruchtstände zurückschneiden. – In strengen Wintern nehmen die Ruten bei uns Frostschäden. Ausprobieren.

Wein ernten

Allmählich reifen auch die mittelspäten und späten Traubensorten. Bitte dran denken: wenn sie uns reif vorkommen, ruhig noch 14 Tage hängen lassen. Aroma und Süße profitieren davon. – Gegen Wespen hilft nur ein feinmaschiges Netz, das über die Trauben gezogen wird.

Kiwi – klein und groß

Im September reifen einige Sorte der kleinen Kiwibeeren, auch Minikiwis genannt. Sie haben keine Haare auf der Schale und können direkt von der Pflanze gegessen werden. Damit sie gut ausreifen, können die langen Triebe jetzt nochmal zurückgeschnitten werden. Alternativ sollte rings um die Früchte etwas entblättert werden für mehr Sonnenlicht und gute Reife. So lassen sich die Früchte auch besser ernten.
Bei den großfruchtigen Kiwis mit behaarter Schale warten wir mit der Ernte noch. Sie brauchen besonders lang und können einige Zeit kühl gelagert werden. Achtung! Nicht gemeinsam mit Äpfeln oder Birnen lagern, weil letztere viel Reifegas (Ethylen) ausstoßen.

Erdbeeren – Entfernen aller Seitentriebe

Sofern noch nicht geschehen, sollten jetzt (nochmals) alle Seitentriebe bei Erdbeeren entfernt werden. Die Hauptpflanzen bleiben stehen und brauchen weiterhin eine gute Wasserversorgung. Die Blütenknospen fürs kommende Jahr sind schon in der Bildung. Gedüngt wurde ergänzend noch im August, bei Jungpflanzen kann nochmals ein wenig gedüngt werden, aber bitte Kali-betont für gute Frosthärte. Am besten mit einem Beeren-Dünger.

Indianerbanana, Pawpaw

Eine echte Rarität ist bei uns Asimina triloba, die Indianderbanane oder Pawpaw. In ein paar Gärten ist das außergewöhnliche Obstgehölz schon eingezogen und auch unsere Baumschulen und Gartencentern bieten es an. Der kleine Baum wächst langsam, liebt einen lockeren Boden und braucht einen geschützten Standort. Im September und Oktober reifen die nierenförmigen Früchte und erinnern im Geschmack an eine exotische Mischung aus Banane, Mango und Papaya. Wer sie pflanzen möchte, sollte auf selbstfruchtbare Sorten achten, sonst braucht man zwei verschiedene für die Befruchtung.  – Pflanzzeit wäre jetzt bis Mitte Oktober oder im Frühjahr nach den letzten Frösten.

Quitte – die vergessene Frucht

Einst hochgelobt, gepriesen und als „goldener Apfel“ bezeichnet, fristet die Quitte heute ein Schattendasein. Sie ist mehr wert! Der einmalige Duft, der feine Geschmack und die vielseitige Verwendung zeichnen die einst königliche Frucht aus. Sie stand übrigens Pate für ein goldenes Insignium der Macht, den Reichsapfel der Könige. Legt man Früchte in eine Obstschale auf den Tisch, verbreiten Sie ihre wunderbares Aroma im ganzen Raum. Genießen wir es!

Ab Ende des Monats reifen die ersten Quittensorten. Wir sollten sie nicht zu lange hängen lassen, sonst verbräunen sie (Quittenbräune) – und können dennoch verarbeitet werden. Ideal ist auch hier der Zeitpunkt, wenn die grünen Früchte gelbgrün werden.

Einziges Manko: wir können unsere Quitten kaum roh essen, wie es in südlichen Ländern mit anderen Sorten und milderem Klima der Fall ist. Dafür eignet sich die Quitte für Saft (gerne in der nächstgelegenen Presserei nachfragen), Gelee, als Mus, Quittenbrot, Kuchenaufstrich, Marmelade, Gelier-Hilfe für andere Früchte (hoher Pektin-Anteil), die Schalen kandiert zum Naschen oder getrocknet als Zugabe zum Tee. Zu kräftigen Braten passen die fruchtige Süße hervorragend!
Leider ist das Sortenspektrum bei uns sehr begrenzt. Neben der `Konstantinopler´ ist bei uns fast nur die `Portugieser´ zu finden. Robust wäre auch `Cydora Robusta´ – angeblich sogar gegen Feuerbrand.

Wühlmäuse unbedingt vorbeugen – Wichtig!

Der ärgste Feind im Obstgarten ist die Wühlmaus – egal ob im kleinen Hausgarten oder dem großen Obstanger. Deshalb muss im Herbst rings um die Bäume kurz gemäht werden und jeglicher Mulch entfernt werden. Die Wühlmäuse dürfen sich beim Obst nicht wohlfühlen, sonst erlebt man im Frühjahr sein löchriges Wunder.

Außerdem gilt immer: Sobald ein Loch oder Gang da ist, muss auf Wühlmäuse kontrolliert und diese weggefangen werden. Gerade junge Bäume haben sonst keine Chance. – Achtung, nicht mit dem Maulwurf verwechseln. Dieser ist gesetzlich streng geschützt und frisst zum Glück keinerlei Wurzeln. Er ist mit seinen Haufen höchstens lästig.

Gemüse & Kräuter

Zucchini bis zum Frost

Wenn das Wetter mitspielt, können Zucchini bis weit in den Herbst geerntet werden – solange kein Frost kommt. Dafür brauchen die Pflanzen aber weiterhin ausreichend Wasser und danken nochmaliger Düngung mit schnell wirkender Jauche.

Tomaten im Blick behalten

Kühl-feuchte Luft bringt Tomaten an ihre Grenzen. Die Pflanzen sind allmählich erschöpft von vielen Früchten und damit anfällig für Krautfäule. Bevor die restliche Ernte in Gefahr ist, sollten die Früchte geerntet werden. Sie reifen im Zimmer liegend gut nach, erreichen aber nicht mehr das sommerliche Aroma.

Gegen erste kalte Nächte helfen Vlies oder alte Decken. Dann können wir die meist folgenden warmen Tage noch ausnützen.

Chili – die Ernte beginnt

Jetzt beginnt der Ernte-Höhepunkt bei Chili. Die scharfen Paprika-Verwandten haben auch bei uns ihre Liebhaber gefunden. Die Vielfalt der Sorten, Farben, Formen und der Schärfe-Grad sind erstaunlich. Wussten Sie, dass die Pflanzen sogar mehrjährig sind, wenn sie keinen Frost bekommen? Die ganz späten werden am besten im Kübel kultiviert und dürfen in den Wintergarten umziehen, wo sie weiterwachsen. Für „Einsteiger“ eignen sich milde Sorten am besten. Saatgut lässt sich aus reifen Früchten problemlos selbst ernten. Aufschneiden und die trockenen Kerne herausholen. Meist sind sie hell, bei manchen Sorten dunkel.
Achtung! Am besten mit Handschuhen, denn das scharfe Capsaicin hält sich trotz Waschen lange an den Fingern! Nicht an die Augen fassen!

Kürbisse richtig ernten

Reif sind Kürbisse, wenn sie ihre sortentypische Farbe, eine fest Schale und einen eintrocknenden Stiel haben. Frost vertragen sie gar nicht. Wer die Früchte einlagern möchte, sollte sie für etwa zwei Wochen draußen in die Sonne legen. So trocknen der Stiel und kleinere Schalenverletzungen ab. Bei schlechtem Wetter einfach ins Gewächshaus, an die Hauswand oder notfalls im Zimmer bei 20°C nachreifen lassen. – Dann sind die Kürbisse gut lagerfähig und dürfen dunkel, kühl und trocken liegen.
Die Sorte bestimmt, wie lange gelagert werden kann. Beim häufig angebauten Hokkaido kann das ein halbes Jahr sein, beim Feigenblattkürbis bis zu 3 Jahre.

Achtung, Zierkürbis!

Die Unterscheidung zwischen essbaren Speise-Kürbissen und giftigen Zierkürbissen stellt sich vielen Gartlern. An Form oder Farbe kann man es kaum festmachen. Bei selbst geerntetem Saatgut ist daher immer Vorsicht geboten, weil die Kürbis untereinander kreuzen können und das Ergebnis dann ungewiss ist. Eigentlich ist es recht einfach: Zierkürbisse sind bitter und dieser Bitterstoff ist giftig. Deshalb den Kürbis beim Aufschneiden probieren. Sollte er bitter schmecken, bitte nicht essen.

Übrigens sind die meist als Halloween-Kürbisse angebauten Sorten oftmals essbar. Sie schmecken nur relativ fad.

Späte Kartoffeln ernten

Je nach Reifegruppe werden frühe, mittlere und späte Sorten bei Kartoffeln unterschieden. Während bei ersteren schon im Juli die Ernte beginnt, kommen jetzt die späten an die Reihe. Es gilt: das gelbe oder abgestorbene Laub zeigt den richtigen Erntezeitpunkt. Vorsichtig ernten und nur unbeschädigte Knollen einlagern. Erdreste an der Schale schützen die Knolle und halten sie lagerfähig. Gewaschen wird erst vor dem Kochen. Die Lagerung erfolgt dunkel, kühl und fern von Äpfeln und Birnen. Obst entlässt das Reifegas Ethylen und würde die Kartoffeln zum Austreiben bringen.

Wurzelgemüse stehen lassen

Gelberüben, Wurzelpetersilie, Pastinaken, Sellerie, Lauch und anderes Wurzelgemüse hat noch bis weit in den Oktober Zeit auf den Beeten. Wir nehmen jetzt nur das heraus, was wir unmittelbar verwenden. Nächtlicher Reif macht dem Gemüse nichts aus. Gegen Frost hilft Vlies.

Salate – längst kein Ende in Sicht

Meist haben wir einen langen, warmen Herbst, sodass jetzt noch allerhand Salate gepflanzt werden können. Bei kalten Nächten oder ersten leichten Frösten decken wir sie mit Vlies ab. Problemlos wachsen jetzt Endiviensalate – gerne auch im Frühbeet oder Gewächshaus, wo sie perfekten Kälteschutz haben.
Im Gemüseladen gibt es Endiviensalat meist gebleicht. Hierfür werden die Köpfe bei trockenem Wetter etwa 2 Wochen vor der Ernte vorsichtig zusammengebunden. Sie schmecken weniger bitter und sind daher beliebter. Eigentlich wären die Bitterstoffe gut für unsere Verdauung.

Auch für Feldsalat ist es nicht zu spät, zumindest im Frühbeet oder Gewächshaus. Dann gedeiht der winterliche, gesunde Salat im Laufe des Winters und steht spätestens im Frühjahr als vitaminreicher Salat zur Verfügung. Hierfür unbedingt winterharte Sorten verwenden, z.B. den Klassiker `Vit´. Die Samen sind relativ groß und sollten in Reihen gesät werden. Nur 1 cm tief säen, andrücken und gleichmäßig feucht halten. Sie brauchen etwa 3 Wochen für die Keimung.

Für den Herbstanbau eignen sich bestens die raschwüchsigen Asia-Salate. Meist sind es Mischungen verschiedener Senf- und Senfkohl-Sorten. Der würzige Geschmack passt nicht nur als Salat, sondern auch in Wok-Gerichten mit kurzem Anbraten der Blätter. Am einfachsten in Reihen säen und wie Schnittsalat ernten – durchaus mehrfach bis weit in den Winter hinein. Gerne auch im Frühbeet oder Gewächshaus nutzen!

Als Rarität gelten nachwievor Winterportulak und Löffelkraut. Beide sind winterhart, wachsen trotz kalter Jahreszeit und sind reich an Vitaminen. – Nach der Keimung bei etwa 12°C reichen kalte 4-8°C zum Wachstum. Beide brauchen im Freiland nur bei Kahlfrost ein schützten Vlies. Leichter ist der Anbau im Gewächshaus oder Frühbeet. Beide lieben Halbschatten und leicht feuchten Boden. Von der Aussaat bis zur ersten Ernte dauert es etwa 8 Wochen, dann kann weitere Male bis zum Frühjahr geschnitten werden. – Achtung, nicht aussamen lassen, sonst können sie lästig werden.

Spinat und Radieserl jetzt noch säen

Für die Spätherbsternte können jetzt noch Spinat und Radieserl gesät werden. Bitte unbedingt auf die Sorten achten, damit sie rasch wachsen. Die Samenpackerl geben Hinweise. Im Frühbeet oder Gewächshaus geht es mit höheren Temperaturen noch länger. Das sollten wir nutzen.

Winterheckzwiebel – Schnittlauchersatz für die kalte Jahreszeit

Unser geliebter Schnittlauch zieht im Winter vollkommen ein, wir können nichts ernten. Ersatz kann jetzt die Ansaat der Winterheckzwiebel sein. Sie bilden keine Zwiebeln, sondern dicke Röhren und ersetzen als junge Pflanzen über den Winter den Schnittlauch. – Später setzen wir die Pflanzen in den Garten. Dort treiben sie im „normalen“ Rhythmus im zeitigen Frühjahr und Herbst zahlreiche dicke „Zwiebelröhren“, die wir fortlaufend ernten können. Samen werden dann reichlich gebildet und dienen im folgenden Herbst als Wintersaat.

Knoblauch aus eigenem Anbau

Ab Ende des Monats bis in den Oktober ist beste Zeit für den Knoblauchanbau. Hierfür die vereinzelten Zehen im Abstand von etwa 15cm und 3cm tief in den Boden drücken. Die Erde sollte locker und durchlässig sein. Staunässe verträgt er nicht. Der Austrieb erfolgt noch im Herbst und im Sommer kommenden Jahres gibt es die frischen eigenen Zehen. – Gesund ist der Knoblauch allemal und das kräftige Aroma rundet herzhafte Fleisch- oder Gemüsegerichte perfekt ab.

Rosenkohl notfalls köpfen

Bei frühreifenden Rosenkohlsorten besteht die Gefahr, dass sie keine kräftigen Röschen ansetzen. Deshalb können sei jetzt geköpft werden. Bei spätreifenden Sorten ist das nicht nötig. Sie haben länger Zeit und entwickeln sich noch. Außerdem schützt der Kopf vor Frostschäden und Fäulnis.

Empfindliche Kräuter rein holen

Wächst Basilikum seit vielen Wochen draußen, gewöhnt es sich an die kühleren Herbsttemperaturen. Frost verträgt es dennoch nicht. Entweder ernten und zu Pesto verarbeiten oder die Pflanzen ins Haus holen.

Rosmarin und Lorbeer halten sogar leichte Fröste aus. Wird es dauerhaft kalt, kommen sie ins kühle, aber helle Winterquartier.

Salbei, Thymian und Ausdauerndes Bohnenkraut sind winterhart und können – bei durchlässigem Boden – einfach stehen bleiben. Gegen die Wintersonne hilft etwas Reisig, dann bleiben Frostschäden aus.

Beikräuter im Blick haben

Selbst wenn wir unsere Gemüsebeete nicht mehr nutzen oder Gründüngung gesät haben, sollten wir einen Blick auf die ungeliebten Beikräuter werfen. Vogelmiere, Franzosenkraut, Raue Kresse und andere nutzen jetzt den langen Herbst für die Samenbildung. Was wir vorbeugen, erspart uns die kommenden Jahre Arbeit.

Rhabarber teilen

Wenn nach Jahren die Rhabarberstöcke schwächer werden und trotz Düngung nicht mehr wachsen wollen, sollten wir sie verpflanzen. Dazu nach dem Einziehen Ende September die Stöcke ausgraben, mit dem Spaten in mehrere Teile stechen und an neuer Stelle verkleinert und gut mit Kompost versorgt einpflanzen. Bitte genauso flach pflanzen, wie sie am alten Standort standen, maximal 5cm unter der Erdoberfläche! Vielleicht will die Nachbarin einen übrigen Teil?

Rosen & Blumen

Dahlien noch in Höchstform

Prächtig stehen im September die Dahlien im Beet. Kaum eine andere Gartenpflanze bringt einen Reichtum an Farben, Formen, Wuchshöhen und Vielfalt zustande wie diese Mexikanerin. Es gilt, Abgeblühtes bis zum nächstfolgenden Seitentrieb zu entfernen, dann blühen sie unvermindert bis zum ersten Frost. – Steht dieser vor der Tür, schneiden wir die schönsten Blüte ab und retten sie ins Haus. Die Pflanzen selbst werden nach dem ersten Frost 20cm über dem Boden abgeschnitten und bleiben noch einige Tage im Boden. Bei den nächsten schönen, warmen Tagen werden die Knollen ausgegraben, nur grob von Erde befreit, dürften äußerlich etwas abtrocknen und werden bei 5°C und nicht zu trockener Luft in Kisten eingelagert. Wer die Pflanzen mit Schildern versieht (Farbe, Wuchshöhe), tut sich im kommenden Jahr leichter, farblich stimmige Kombinationen zu pflanzen.

Übrigens lassen sich sowohl Blüten als auch die Speicherknollen essen. Die Geschmacksrichtungen sind sehr verschieden. Gerne mal die Blüten probieren und die guten auf den nächsten Salat streuen.

Farbfeuerwerk der Astern

Schmetterlinge, Bienen und viele Insekten finden sich jeden Herbst an den Herbstastern im Garten. An warmen Tagen summt und brummt hier alles auf den blauen, lila, rosa und weißen Blüten. Kissenastern und Glattblattastern können am passenden Standort kräftig Ausläufer bilden und vertragen etwas feuchtere Standorte. Dagegen bleibt die Raublattaster an Ort und Stelle und verträgt es trockener, sonst kippt sie leicht um. Als Kontrast zu herbstlichen Gräsern und gröberen Stauden passt die Myrtenaster mit ihren feinen Blüten hervorragend. Sie ist noch nicht so verbreitet wie die anderen, das aber völlig zu unrecht – siehe Bild.
Die Staudengärtner bieten ein umfangreiches Sortiment an guten, widerstandsfähigen und schönen Sorten an. Es rentiert sich, die Astern genauer zu betrachten und für den Garten die passenden auszuwählen.

Nachblüte der Rosen

Wurden die Rosen nach der Hauptblüte kräftig zurückgeschnitten, blühen jetzt viele Sorten nach und bringen ihre Farben in die Beete zurück. Gut ist, sie jetzt mit Kalium zu versorgen. Das bringt Frosthärte und sorgt für eine perfekte Überwinterung.

Gräser als herbstlicher Blickfang

Die beste Herbststimmung erzielen wir im Garten mit Gräsern. Sie bringen Leichtigkeit, spielen im Wind und ergänzen durch ihr schmales Laub jedes Beet. Die Gärtner bieten gerade jetzt eine Vielzahl an Arten und Sorten, sodass wir Lücken in den Beeten jetzt problemlos füllen können. – Auch für Blumensträuße, Gestecke und trocken als Winterschmuck sind sie vielseitig nutzbar.
Mittlerweile gibt es auch für Kübelpflanzungen tolle Gräser in Grün und Rotbraun. Den Sommer über haben sie feines Laub und schieben im Herbst ihre luftigen Blüten – wie auf dem Bild.

Blumenzwiebeln pflanzen

Die Auswahl an Blumenzwiebeln ist jetzt riesig. Zwar können Raritäten wie Madonnenlilie, Alpenveilchen oder Hundszahn schon ausverkauft sein, doch finden wir viele Tulpen, Narzissen und kleine Kostbarkeiten für alle Gartenbereiche. Zierlauch nicht vergessen! Gerade die hohen Sorten bringen Luftigkeit und Eleganz ins Beet. Wer sie in die Beetmitte pflanzt, verdeckt geschickt das vergilbende Laub während der Blüte. – Als Faustregel gilt bei der Pflanztiefe: 2x so viel Erde über der Zwiebel/Knolle, wie sie hoch ist.

Hortensien nicht ausschneiden

Viele Rispenhortensien, Ballhortensien und einige Bauernhortensien sind jetzt durchgeblüht. Bitte die Blütenstände stehen lassen. Sie wirken auch im Winter als Zierde mit Reif und etwas Schnee. Sollen die Blüten dagegen getrocknet werden, müssen sie gut ausgebildet und von sich aus etwas fest sein. Entweder überkopf trocknen oder gleich in Kränze, Schalen oder dergleichen verarbeiten. Sie halten lange.

Stauden verpflanzen und teilen

Die Frühsommer und Sommerstauden schließen ihr Jahr allmählich ab. Pfingstrosen, Frauenmantel, Gämswurz, Margeriten, Taglilien und viele andere können jetzt verpflanzt und geteilt werden. Kurzlebige Arten wie Mädchenauge oder Kokardenblume kommen besser über den Winter, wenn sie jetzt zurückgeschnitten werden und noch im Herbst junge Austriebe kurz über dem Boden machen.

Ein- und Zweijährige noch säen

Ausgesät werden können jetzt noch Kornblumen, Feldrittersporn, Klatschmohn, Kalifornischer Mohn und andere Ein- bis Zweijährige. Sie bilden noch im Herbst eine Blattrosette und blühen im kommenden Jahr viel kräftiger und schöner als bei Aussaat im Frühjahr. Ausprobieren!

Rasen ausbessern und Blumenwiese säen

Wer Rasen ausbessern oder neu säen möchte, hat jetzt die ideale Jahreszeit. Wärme und Feuchtigkeit lässt die jungen Halme in Kürze sprießen und bis zum Winter schließen sich die Lücken.

Selbiges gilt für echte Blumenwiesen. Auch hier empfiehlt sich die Herbstansaat. Tipps zur Anlage finden sich im Merkblatt zur echten Blumenwiese => Menü => Suche „Blumenwiese“

Keine nassen Füße bei Kübelpflanzen

Wenn es kühler wird und öfter regnet, sollten mindestens die empfindlichen Kübelpflanzen von ihren Untersetzern befreit werden. Nasse Füße führen sonst rasch zu faulen Wurzeln. Tipp: Stehen die Pflanzen auf unbefestigten Flächen, kann man den Untersetzer auch umdrehen. So steht der Topf nicht im Dreck.

Frostempfindliche Kübelpflanzen

Die frostempfindlichen Kübelpflanzen müssen Ende des Monats meist vor ein paar kalten Nächten geschützt werden. Vlies oder einer alten Decke drüber werden oder notfalls über Nacht an die warme Hauswand ziehen. Bitte das Wetter beobachten und aufmerksam bleiben. – Robuste Kübelpflanzen wie Rosmarin, Oleander, Oliven, Schmucklilien brauchen noch keinen Schutz. Es gilt: je länger Kübelpflanzen draußen bleiben (können), umso besser. Trotzdem sollten wir schon ans Winterquartier denken und es herrichten.

Bäume & Sträucher

Sieben-Söhne-des-Himmels

Ein besonderer Strauch mit später Blüte im September und wunderbarem Jasmin-Duft ist der Strauch Sieben-Söhne-des-Himmels. Der Name weist auf den meist 7-teiligen Blütenstand hin. Schmetterlinge, Bienen und allerhand Insekten finden sich hier ein. Zwar ist der schöne Zierstrauch nicht heimisch, bereichert aber den Garten nicht nur neben dem Sitzplatz. Ein sonniger Platz und nicht zu nasser Boden sind ideal.

Pflanzung von Gehölzen

Im September beginnt mit kühlerem Wetter die Pflanzzeit für alle Gehölze. Wurzelnackte Bäume, Sträucher und Rosen sind zwar noch nicht verfügbar, aber die Baumschulen, Gartencenter und Gärtnereien bieten allmählich wieder das ganze Sortiment in Töpfen und Containern bereit. Die Auswahl ist groß. Wer besondere Gehölze sucht, sollte sich baldig umschauen und gegebenenfalls reservieren.

Auch alle Obstgehölze vom Apfel bis zur Stachelbeere können jetzt bis in den Spätherbst ideal gepflanzt werden. Der Boden ist noch warm und die Pflanzen können erste Wurzeln bilden. Empfehlenswerte Sorten beim Baum- und Beerenobst finden Sie hier im Menü unter Menü => Obst & Wildobst. Es lohnt sich!

Besonders profitieren von einer Herbstpflanzung im September und Oktober alle Immergrünen – egal ob eine neue Fichtenhecke, ob Immergrüne Heckenkirsche, Wolliger Schneeball oder der selbstgezogene Buchs. Sie bilden bei warmem Boden und milden Temperaturen neue Wurzeln und können im Frühjahr schon angewachsen ins neue Jahr starten.

Efeu als Strauch?

Beim Efeu werden zwei Altersformen unterschieden: die Jugendform mit spitzen Blättern und stark kletternden Trieben sowie die Altersform mit reicher Blütenbildung und ohne jeden Klettertrieb. Letztere ist sogar für kleine Gärten gut geeignet und zieht mit der späten Blüte nicht nur unsere heimische Efeu-Seidenbiene an. Diese Wildbiene ist eine der letzten im Jahr und hat sich auf den Efeu spezialisiert. Im Handel findet sich der strauchig wachsende Efeu als `Arborescens´ oder wir nehmen von blühenden Efeupflanzen die kurzen Triebe unterhalb der Blüten.
Ein eigener Beitrag beschäftigt sich mit dieser immergrünen Schönheit unter Menü => Suche „Efeu“

Steckholz-Vermehrung

Wer seine Ziersträucher und Beerenobststräucher vermehren will, kann jetzt Steckhölzer machen. Etwa 20cm lang geschnitten, werden sie zu etwa 19cm in den aufgelockerten Erdboden (z.B. am Rande des Gemüsebeets) eingesteckt. Wuchsrichtung beachten! Im Frühjahr treiben sie aus und können spätestens kommenden Herbst voll bewurzelt und mit kräftigen Trieben verpflanzt werden.

Falllaub ist wertvoller Rohstoff

Allmählich lassen die ersten Gehölze ihr Laub fallen. Vom Rasen sollte es konsequent entfernt werden. Den Teich kann man mit einem Netz vor zu viel Laub und damit verfaulenden Pflanzenresten in der Wassertiefe schützen. Gut geeignet sind die Blätter unter Sträuchern, Hecken, als Mulchschicht auf abgeernteten Gemüsebeeten oder später als Schutzschicht auf den Staudenbeeten. So dienen die Blätter erst als Winterschutz und Versteck für allerhand Nützlinge und dann wandeln sie die Regenwürmer bis ins Frühjahr in fruchtbare Erde und Dünger. Recycling auf den Beeten!
Tipp: größere Laubhaufen an einer ruhigen Stelle im Garten zusammenrechen und für die Igel reservieren. Sie freuen sich über die Unterstützung. – Und im Frühjahr kann das Laub unter Hecken gerecht werden.