Natur und Garten zeigen sich mit herbstlicher Farbenpracht. Genießen wir die sonnigen Oktobertage und wärmen uns an kalten drinnen auf! Nachfolgend gibt Kreisfachberater Markus Breier einige Tipps rund um:

Obst & Wildobst

Gemüse & Kräuter

Rosen & Blumen

Bäume & Sträucher

Übrigens steht der Kreisfachberater jederzeit für Fragen rund um Garten und Grün zur Verfügung unter Telefon 0861 – 58 385 oder per E-Mail markus.breier@traunstein.bayern

Obst & Wildobst

Späte Äpfel, Birnen, Quitten und Co

Das späte Baumobst reift im Laufe des Oktobers. Für Ernte und Lagerung gelten dieselben Tipps, wie schon im September beschrieben. Je länger die Früchte hängen bleiben können, umso mehr Aroma und Süße bauen sie auf. Das liegt an der Kombination aus warmen Oktobertagen, wenn viel Zucker über die Blätter gebildet werden kann, und den kühlen Nächten, in denen der Zucker nur zu einem sehr geringen Teil vom Baum verbraucht wird. Der Überschuss wird ins Obst eingelagert. Auch die prächtigen roten und gestreiften „Backen“ vieler Obstsorten entstehen durch kalte Nächte.

Apfelchips selber machen

Wer Apfelchips ausprobieren möchte, braucht für kleine Mengen oder zum Ausprobieren kein extra Dörrgeräte. Es reicht der Ofen. Kerngehäuse ausstanzen, Frucht in Scheiben schneiden und maximal knapp überlappend auf Gitter legen. Im Ofen bei leicht geöffneter Tür trocknen die Scheiben recht rasch. Je wärmer, umso schneller und der Fruchtzucker karamellisiert ein wenig. Dann sofort luftdicht verschließen, sonst ziehen sie Feuchtigkeit. – Am besten  sind Sorten, die backfähig sind und nicht zerfallen. Ein echter Hingucker sind rotfleischige Sorten.

Walnüsse schnell trocknen

Über ein paar Wochen hinweg fallen die Walnüsse reif vom Baum. Sie sollten alle zwei Tage aufgesammelt, von grünen Schalenresten befreit und müssen rasch getrocknet werden, sonst ist die Schimmelgefahr sehr groß. Nur in die Sonne legen reicht an einigen Oktobertagen nicht aus. Der Schimmelpilz bildet starke Gifte, weshalb befallene Nüsse grundsätzlich nicht gegessen werden sollten.

Leimringe gegen Frostspanner

Wenn im Frühjahr beim Knospenaustrieb die Spitzen von Raupen abgefressen werden, sind meist Frostspanner die Ursache. Um dem vorzubeugen, können im Oktober Leimringe um Stamm (bei jungen Bäumen auch um den Stützpfahl) gelegt werden. Daran bleiben die flugunfähigen Frostspanner-Weibchen kleben und können nicht nach oben zum Eierablegen. Der Leimring muss vollständig aufliegen, deshalb lockere Rinde entfernen. – Achtung, es können auch Nützlinge hängen bleiben, deshalb öfter kontrollieren und notfalls auf den Leimring verzichten. Ende des Jahres kann er wieder entfernt werden.
Hinweis: der Leimring hilft nicht gegen den Wurm im Apfel. Das ist der Apfelwickler, der erst im Juni fliegt.

Marssonina-Krankheit beim Apfel

Neben dem altbekannten Schorf sorgt seit etwa 10 Jahren eine neue Pilzkrankheit bei Äpfeln für vorzeitigen Blattfall, die Marssonina-Blattfall-Krankheit. Teils fallen die Blätter ab August allmählich ab, sodass manche Sorten zur Erntezeit völlig entlaubt da stehen. In Versuchen wurde bislang keine einzige resistente Apfelsorte gefunden. Relativ geringen Befall zeigen beispielsweise Berlepsch, Goldparmäne und Brettacher. Mittleren Befall zeigen Klarapfel, Santana und Gravensteiner. Als hoch anfällig gelten Boskoop, Topaz und James Grieve. Langjährige Beobachtungen fehlen bislang. Dafür können die Unterschiede zwischen den Jahren immens sein. Wie bei vielen Pilzen gilt: je feuchter, desto schlimmer.

Vorbeugen lässt sich durch:

  • die Wahl eines luftigen, sonnenreichen Standorts
  • die Wahl wenig anfälliger Sorten (wobei langjährige Beobachtungen bislang fehlen)
  • den fachgerechten Baumschnitt, damit die Bäume locker aufgebaut sind und Feuchtigkeit rasch abtrocknen kann.
  • die fachgerechte Nährstoffversorgung und Bodenpflege, vor allem im Hinblick auf Kalkgehalt und Kalium (für stabiles Pflanzengewebe und Frosthärte).
  • das Entfernen des Falllaubs bis spätestens zum Laubaustrieb im Folgejahr, damit die Menge an Pilzsporen reduziert ist (auch von Schorf). Das Laub braucht nicht auf den Wertstoffhof, sondern kann abgedeckt kompostiert werden.

Im Erwerbsanbau wird durch regelmäßige Schorfpilz-Behandlungen der Marssonina-Pilz mit erfasst. Im Hausgarten und extensiven Obstanger bleibt nur die Vorbeugung durch genannte Maßnahmen.

Vogelbeere ernten

Die Vogelbeere – auch Eberesche genannt – ziert mit ihren überreich hängenden Früchten nicht nur Gärten und die Natur, sondern lässt sich zu Marmelade oder Likör verarbeiten. Der Vogelbeerbrand gilt als „Frauenschnaps“ und wird von Kenner/innen geschätzt. Ob die Früchte herb oder mild schmecken, zeigen uns die Vögel: die milden werden zuerst gefressen, die herben später. Die bitterfreien Vogelbeeren sind als „Mährische Eberesche“ oder unter dem Sortennamen `Dulcis´ (lateinisch süß) in der Baumschule zu bekommen. Wir ernten freilich nur so viel, dass auch den Vögeln ausreichend bleibt.

Schlehen – frühe Blüte und späte Ernte

Als erste im Obstjahr blüht sie und reift doch als eine der letzten, die Schlehe. Wegen ihrer Bitterstoffe ist sie bei Menschen und Vögeln erst spät beliebt, wenn durch Frosteinwirkung (und damit Enzymfreisetzung in den geplatzten Zellen) die Bitterstoffe weniger und der Zuckergehalt höher werden. Roh sind sie kaum genießbar, aber verarbeitet als Fruchtwein, Marmelade, eingelegt wie Oliven – oder als klassischer Schlehen-Likör mit Zimt, Nelken und etwas Sternanis.

Wegen der zahlreichen Dornen und der intensiven Ausläuferbildung ist die Schlehe kaum in den Gärten zu finden. Wer sie dennoch haben möchte, kann sie auf einen Zwetschgensämling veredeln und erspart sich damit zumindest die Ausläufer.

Übrigens sind aus der Kreuzung von Schlehen mit Kirschpflaumen (Myrobalanen) unsere Zwetschgen entstanden. Hätten Sie es gewusst?

Mispeln brauchen Frost

Eine fast vergessene Frucht mit einmaligem Aroma ist die Mispel. Sie stand einst in vielen Gärten und ist zu unrecht in Vergessenheit geraten. Einige Frostnächte machen die Früchte weich und genießbar. Sie schmecken herb-süßlich, nussig und enthalten viel Vitamin C und Pektin (gelieren gut). Fehlt Frost, können die Früchte ein paar Tage eingefroren und dann aufgetaut werden. Sie halten sich aufgetaut nicht lange.

Pflanzung von Baum- und Beerenobst

Ab Ende Oktober ist beste Zeit zum Pflanzen wurzelnackter Obstbäume und -sträucher. Die Baumschulen bieten jetzt ein großes Sortiment. Solange der Boden offen und frostfrei ist, kann gepflanzt werden. Der Standort sollte humusreich und sonnig sein.

Beim Beerenobst werden Büsche und Stämmchen angeboten. Erste sind langlebiger, letztere leichter zu ernten.

Bei Obstbäumen muss unbedingt auf die Unterlage geachtet werden! Allein die Unterlage bestimmt über die endgültigen Maße des Baums, nicht der Schnitt. Starkwachsende Unterlagen werden für Hoch- und Halbstämme verwendet. So erreichen starkwachsende Apfelsorten im Laufe der Jahrzehnte bis zu 10m Kronen-Durchmesser. Buschbäume stehen meist auf mittelstarken Unterlagen und bleiben kleiner. Spindeln stehen auf schwachsenden Unterlagen und brauchen nur 1,5m (Apfel) bis 3m (Birne) an Platz.

Wichtig! Wühlmauskorb!
Die beste Sorte bringt nichts, wenn die Wühlmaus in den ersten Jahren alles wegfrisst. Hier hilft nur ein Wühlmauskorb direkt bei der Pflanzung.

Sortenempfehlungen finden Sie hier auf der Internetseite: Menü Gartenthemen=> Obst & Wildobst => „Empfehlenswertes Baum- und Beerenobst“

Wühlmäuse vorbeugen und bekämpfen

Werden ringsum die Wiesen ein letztes Mal gemäht, wandern viele Mäuse zum Obst. Daher gilt weiterhin: die Baumscheibe unter Obstbäumen frei halten von Mulch und konsequent auf Wühlmäuse kontrollieren. Jede weggefangene Maus kann keinen Schaden mehr anrichten. – Selbstverständlich ist hierbei auf eine Verwechslung mit dem Maulwurf zu achten. Dieser ist streng geschützt und frisst glücklicherweise keine Wurzeln. Er ist höchstens lästig wegen seiner Haufen, die er auf der Suche nach Würmern und Getier vor allem im Herbst und Frühjahr aufhäuft.

Weißanstrich schon möglich

Schon im Oktober kann der Weißanstrich bei Obstbäumen angebracht werden. Nötig ist er zwar erst nach Weihnachten, aber dann eilt die Zeit oder trocknet der Anstrich nicht mehr ordentlich. Lockere Rindenteile, Flechten und Moose sollten vorher entfernt/abgekratzt werden, damit der Weißanstrich bei trockenem Wetter aufgestrichen werden kann. Klassisch geht Löschkalk, es gibt auch fertigen Baumanstrich zu kaufen. Nicht nur den Stamm, sondern auch die dickeren Äste anstreichen. – Der Weißanstrich verhindert im Winter, dass bei kalten Temperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung die Stämme und starken Äste aufplatzen.

Gemüse & Kräuter

Mangold ziert und schmeckt

Noch immer stehen im Beet die prächtigen Mangold-Pflanzen. Sie liefern spinat-ähnliche Blätter, die Stiele können ähnlich Spargel verwendet werden und die bunten Blattstiele bringen Farbe ins Beet. Leichten Frost halten die Pflanzen aus und können daher bis weit in den Herbst beerntet werden. Bleiben sie bis ins Frühjahr stehen, fangen sie durch den Kältereiz an zu blühen. Ob aber dieselbe bunte Mischung aus den Samen fällt, bleibt eine Überraschung.

Herbstgemüse pflegen, Überwinterungskulturen säen

Wer im September noch Radieserl, Pflücksalat, Feldsalat oder Spinat gesät hat, sollte keimende Beikräuter regelmäßig entfernen und dazwischen entweder dünn mulchen oder regelmäßig hacken. Letzteres ist empfehlenswerter, weil die Wärme leichter in den Boden kann. Gegen kalte Tage hilft ein Vlies. Wenn die Kulturen im Gewächshaus oder Frühbeet stehen, reicht der Schutz meist.

Übrigens lässt sich auch jetzt noch Feldsalat für die Frühjahrsernte säen. Dafür besser drinnen, im Gewächshaus oder Frühbeet in Töpfchen oder Multitopf-Platten vorziehen und in ein paar Wochen pflanzen. Je Topf werden 5-7 Samenkörner gesät. Nur mehltau- und kälteresistente Sorten wählen, z.B. `Vit´.

Hirschhornwegerich ist ein noch weitgehend unbekanntes, aber lohnendes Winterkraut, das sich bis ins Frühjahr ernten. Der Wegerich hat einen nussigen, kräftigen Geschmack und passt als frisches Grün aus dem Garten in alle Salate.

Lagergemüse ernten

Für Gelberüben, Rote Rüben und alle anderen Lagergemüse gilt: nicht zu früh ernten, denn sie legen gerade in den letzten Wochen noch an Größe zu. Gegen einzelne kalte Nächte hilft Vlies. – Letztlich dürfen sie aber ab Mitte/Ende Oktober doch aus dem Boden und ggf. in den Erdeinschlag oder ins Winterquartier, sonst frieren sie im Boden irgendwann fest. Im Einschlag sind sie auch über den Winter greifbar und lassen sich verwenden. Bitte ungewaschen einlagern, das hält länger frisch. Auf Mäuse achten!

Topinambur sollten nur soviel geerntet werden, wie gebraucht wird, er vertrocknet leicht. Sonst bleibt die Lagerung eingegraben im Boden im Frühbeet oder Gewächshaus – dort kommt man auch im Winter dran. Vor Mäusen schützen!

Yakon, die Inka-Wurzel, wird nach dem ersten Frost – wie Dahlien – komplett ausgegraben. Die dicken Speicherknollen werden durchs Lagern süßer. Luftfeucht oder eingeschlagen in Erde/ frostfreien Frühbeet oder Gewächshaus lagern, damit sie nicht austrocknen. Zeitweise geht es auch im Kühlschrank-Gemüsefach. – Den Wurzelstock in einer Kiste/Eimer mit halbtrockener Erde kalt, aber frostfrei überwintern. Gegossen werden braucht meist nicht. Trotzdem nicht total austrocknen lassen.

Süßkartoffeln möglichst spät ernten

In den ersten Reifnächten erfrieren meist die Blätter der Süßkartoffeln. Ist das geschehen, kann die Pflanze keine weitere Energie sammeln oder wachsen. Dann können sie geerntet werden. – Bitte wirklich so lange warten. Die Knollen wachsen erst in den letzten Wochen und je später geerntet werden kann, umso größer die Ernte.

Mit einer Grabegabel vorsichtig die Wurzelstöcke ausgraben und die Erde weitgehend abschütteln. Dann 2-3 Wochen drinnen nachreifen lassen, damit sich der typische Süßkartoffelgeschmack entwickelt. Für die Lagerung gilt: nicht zu kalt, aber kühl und in einer Kiste nur lose mit Papier bedecken, damit die Knollen nicht zu stark austrocknen.

Knoblauch aus eigenem Anbau

Im Oktober ist beste Zeit, eigenen Knoblauch anzubauen. Details sind in den Gartentipps zum September nachzulesen.

Tomaten, Gurken, Paprika und Zucchini abräumen

Meist sorgen die kalten Nachttemperaturen für ein Ende bei den wärmeliebenden Sommerkulturen. Frost vertragen sie gar nicht. Spätestens vor diesem werden sie abgeerntet. Gurken, Zucchini und rote wie grüne Paprika kommen direkt in die Küche. Grüne Tomaten werden bei etwa 15 °C in einer Schachtel oder Kiste gelagert und reifen im Laufe der kommenden Wochen nach. Freilich haben sie nicht mehr das sonnenverwöhnte Aroma, aber zum Wegwerfen sind sie zu schade. Im Gewächshaus können die Kulturen länger stehen bleiben.

Kürbis richtig ernten

Worauf bei der Ernte zu achten ist, steht in den Gartentipps zum September. Auch die Hinweise zur Unterscheidung giftiger Zierkürbisse und essbarer Speisekürbisse. Bitte dort nachlesen.

Fenchel ernten und genießen

Staudenfenchel ist mehrjährig und sitzt jetzt voll mit reifen Samen. Wir schneiden die ganzen Pflanzen etwa 5cm über dem Boden ab, trocknen sie kopfüber an einem luftigen Ort und gewinnen so geschmackvollen Fenchelsamen für die Küche. Nicht nur als Tee bei Verdauungproblemen sollten wir den Fenchel schätzen, auch so manche Speise rundet der feine Geschmack erst richtig ab.
Durch den Rückschnitt treiben die Pflanzen noch im Herbst feine Triebe nach. Diese können wir bis weit in den Winter ernten und beispielsweise Salaten beigeben.

Kräuter ernten und verarbeiten

Viel zu schade wäre es, die tollen Kräuter im Garten oder auf dem Balkon „verkommen“ zu lassen. Ernten wir großzügig, trocknen und lagern wir sie ein für den Winter. Wer will, kann Kräutersalz selbst machen: Kräuter nach Belieben zusammenstellen, stark zerkleinern (oder mörsern) und mit (Meer-)Salz mischen. Bei 50°C im Backofen eine Weile trocknen und dann luftdicht in kleine Gläser füllen. Ein schönes Mitbringsel aus dem Garten!
Ein paar Ideen:

  • „Kräuter der Provence“ (Rosmarin, Thymian, Bohnenkraut, Lavendel)
  • „Bella Italia“ (Oregano, Basilikum, Rosmarin)
  • „Boarische Liab“ (Liebstöckel, Petersilie, Kümmel, Lorbeerblatt)

Boden umgraben oder nicht?

Früher war es gängige Praxis, den Boden im Gemüsegarten tief umzugraben und bis zum Frühjahr offen liegen zu lassen. Das Lockern diente dem Aufbrechen schwerer Ton- und Lehmböden durch Frost. Diese Praxis ist überholt. Einerseits haben die Frosttage deutlich abgenommen, sodass der Effekt kaum noch genutzt werden kann. Andererseits – und viel wichtiger – wird das wertvolle Bodenleben vollkommen auf den Kopf gestellt und massiv gestört. Die mühsam gebauten Regenwurm-Gänge, die natürliche Schichtung des Bodens und das Zusammenspiel der Kleinstlebewesen sollten so gut es geht erhalten bleiben. Tiefes Umgraben bringt viel zu viel Luft in den Boden, der Humusabbau wird beschleunigt und wir erreichen auf Dauer das Gegenteil: einen humusarmen Boden mit wenig Leben. Deshalb reicht in aller Regel ein oberflächliches Lockern des Bodens für die nächste Aussaat. Kompost braucht generell nur oberflächlich etwas eingearbeitet werden. Vorbild ist die Natur: hier gibt es keinen offenen Boden! OK, fast keinen, außer an extrem trockenen oder mageren Standorten – aber dort wächst auch kein Gemüse.

Jetzt im Herbst und über den Winter sollten wir die leeren Gemüsebeete bedecken und vor der Winterkälte schützen. Dazu dienen Laub, Grasschnitt oder auch gehäckselte Gartenabfälle als Mulch. Die Regenwürmer freuen sich und arbeiten vieles davon im Laufe des Winters in den Boden. Man könnte auch Flächenkompostierung sagen. Die Reste können vor der nächsten Saat oder Pflanzung auf die Seite gerecht oder auf den Kompost gebracht werden. Flaches Umgraben ist nur dort erforderlich, wo kranke Pflanzenteile oder viel Unkraut aus Vorsorge mit Erde überdeckt werden sollen. Sonst dürfen wir generell auf Umgraben verzichten.

Eine Alternative zum Mulchen ist die Aussaat von Gründüngung. Die Pflanzen nehmen frei verfügbare Nährstoffe auf und verhindern deren Auswaschung. Wegen der Kälte ist im Oktober nur noch Winterroggen möglich. – Die Gründüngung bleibt bis zum Frühjahr stehen und wird dann flach umgegraben.

Übrigens hat die Landwirtschaft aus denselben Gründen vom tiefen Pflügen auf flaches Grubbern umgestellt. Meist wird auch Gründüngung gesät. Es funktioniert.

Rosen & Blumen

Herbst-Winter-Bepflanzung

Wenn durch die ersten richtigen Frösten den Sommer- und Balkonblumen die Kraft ausgeht, ist beste Zeit für die Herbst-Winter-Bepflanzung. Die Gärtner bieten jetzt viele Sedum, Gräser, Chrysanthemen („Winteraster“), Erika und Blattschmuckpflanzen. Sie bieten für Kübel, den Eingangsbereich und besondere Plätze im Garten schöne Akzente. Wer Hornveilchen und Tag-und-Nacht-Schatten (Stiefmütterchen) dazu pflanzt, schafft gleich den Übergang ins Frühjahr. Bei den Gefäßen auf Frosthärte achten! Deshalb keine Wasserspeicherkästen verwenden, sie würden bei strengen Frösten platzen.

Blumenzwiebeln pflanzen

Auch noch im Oktober gibt es allerhand Blumenzwiebeln im Handel. Von kleinen Wildtulpen über Krokusse bis zu Prachttulpen und Narzissen finden wir eine riesige Auswahl. In unseren lehmigen Böden fühlen sich Narzissen wohler als Tulpen. Die vielen kleineren Märzenbechern, Traubenhyazinthen, Blausternchen und Schneeglanz eignen sich besonders zum Verwildern im Garten. So bilden sie nach ein paar Jahren bunte Blütenteppich im zeitigen Frühjahr. – Deshalb jetzt den Frühling pflanzen.

Rosen einkürzen und neue pflanzen

Die beste Schnittzeit für Rosen ist der ausgehende Winter, also März. Jetzt im Herbst schneiden wir nur kranke Triebe und stark ausladende Rosen – damit der Schnee sie nicht auseinander drücken kann. Wer will kann auch an Edel-, Kleinstrauch- und Kletterrosen die Hagebutten dran lassen als Winterschmuck oder Vogelfutter. Die schönsten Hagebutten bilden allerdings viele einmalblühende und fast alle Wildrosen aus. Stehen solche schon im Garten?

Empfindliche Edelrosen könne ab Ende des Monats angehäufelt werden. Nicht zu früh machen, denn der Schutz ist eigentlich erst ab Januar wirklich nötig. Wir können fertigen Kompost, Lauberde oder Beeterde verwenden. – Moderne Kleinstrauchrosen brauchen einen solchen Schutz in aller Regel nicht.

Jetzt ist auch beste Pflanzzeit für wurzelnackte Rosen. Der lokale Handel bietet eine Auswahl schöner Sorten an. Bei den klassischen Rosenbaumschulen ist das Sortiment am größten.

Empfehlenswerte Sorten nach Gruppen sortiert finden Sie hier auf der Internetseite: Menü Gartenthemen => Rosen & Blumen => Empfehlenswerte Rosensorten

Rasen noch aussäen

Wer Fehlstellen im Rasen hat, z.B. durch Engerlinge, kann jetzt noch neu ansäen. Der Oktober eignet sich dafür, sonst erst wieder im April.

Zweijährige verpflanzen

Oftmals samen sich Bartnelken, Goldlack, Hornveilchen und Vergissmeinnicht selbst aus. Jetzt im Oktober ist noch Zeit, sie zu verpflanzen. Sie wurzeln an und blühen im kommenden Jahr reichlich.

Stauden pflanzen und pflegen

Die Herbststauden laufen jetzt zur größten Pracht auf. Egal ob späte Astern, Staudensonnenblumen oder Ziergräser. Geballte Farbenpracht im Garten erfreut uns selbst an trüben Tagen.

Viele Stauden können jetzt noch geteilt oder frisch gepflanzt werden. Besonders groß ist jetzt das Angebot an wurzelnackten Pfingstrosen. Wer besondere Sorten sucht, sollte sich nach speziellen Pfingstrosengärtnereien umschauen. Die klassischen Staudenpfingstrose darf dabei nur 2cm mit Erde überdeckt werden, sie steht gerne flach. Die Strauchpfingstrose will tiefer stehen. Meist sind sie veredelt und müssen 5cm tiefer gepflanzt werden, damit sie die erwünschten eigenen Wurzeln macht.

Ausnahme bilden allerdings viele Ziergräser, Garten-Chrysanthemen („Winterastern“), Herbstanemonen oder Farne. Sie wachsen im Frühjahr besser an.

Struktur im Garten stehen lassen

Viele Stauden mit stabilen Stängeln wie Sedum, Brandkraut, Phlox, etliche Gräser und viele viele andere sollten über den Winter unbedingt stehen bleiben. Sie bilden Struktur im Garten und schaffen tolle Winterbilder mit Reif oder Schnee im Garten. So entstehen auch Überwinterungsplätze für Nützlinge. Die Samenstände von Astern, Silphie und Sonnenbraut bieten Vögeln Nahrung. – Im Herbst stehen lassen und im zeitigen Frühjahr dann entfernen.

Besondere Sommerblumen überwintern

Besondere Geranien und Fuchsien, bunte Wandelröschen, gut duftende Vanilleblumen und andere Sommerblumen sind es wert, überwintert zu werden. Hierfür vor den ersten Frösten in einen kühlen, hellen Raum stellen. Waren sie den Sommer über gemeinsam mit anderen Pflanzen in Kübeln oder Kästen, sollten sie jetzt in nicht zu große Töpfe einzeln gesetzt und kräftig zurück geschnitten werden. So sparen wir Platz. – Im Laufe des Winters fangen besonders Geranien, Fruchsien und Vanilleblumen wieder an zu treiben. Sie werden im Januar und März zum besseren Verzweigen entspitzt und sind im Mai bereit für die nächste Saison. Einfach mit den schönstens Lieblingen ausprobieren!

Dahlien, Canna und Knollenbegonien ausgraben

Nach den ersten Frösten fallen die prächtigen Dahlien und die bis zu 3m hohen Canna (Indisches Blumenrohr) zusammen. Wir schneiden sie 20cm über dem Boden ab und graben die Knollen bei den nächsten schönen Tagen mit einer Grabegabel aus. Von Erde grob befreit, werden die Knollen – am besten farblich sortiert und markiert – bei 5-10°C in Kisten gelagert. Entweder bei nicht zu geringer Luftfeuchtigkeit oder locker mit feuchtem Sand oder halbtrockener Erde bedeckt. – So kommen sie besser über den Winter und wachsen im Frühjahr schneller los.

Auch Gladiolen, Montbretien un Knollenbegonien dürfen im Laufe des Oktober aus der Erde. Sie dürfen abtrocknen und werden vom Laub befreit frostfrei gelagert. Im Frühjahr werden sie wieder eingegraben.

Kübelpflanzen einräumen

Frostempfindliche Kübelpflanzen sind spätestens Anfang des Monats ins Winterquartier zu bringen. Das gilt für Hibiskus, Bougainvillea, Engelstrompeten und auch Oleander. Keller, Wintergärten, Garagen, Treppenhäuser usw. sind möglich, solange die sie frostfrei und vor allem hell sind.
Leichten Frost vertragen Oliven, einige Palmen (z.B. Hanfpalmen, Zwergpalmen) und Schmucklilien. Dennoch sollten sie nicht zu spät eingeräumt werden. – Für Schmucklilien gilt: Überwinterung unter 10°C, dann blühen sie. Werden die immergrünen zudem hell überwintert, blühen sie früher als bei dunkler Überwinterung. Sie brauchen auch im Winter mehr Wasser als einziehende Sorten.

Generell gilt: Erkennbare Schädlinge müssen vorher entfernt werden und alle Kübelpflanzen sollten so lange wie möglich draußen bleiben, das hält sie gesund, denn der Winter ist lang genug.

Wasserpflanzen ins Winterquartier

Sollten im Teich frostempfindliche, tropische Wasserpflanzen stehen, müssen sie jetzt raus und ins helle Winterquartier bei 10-15°C umziehen. Das gilt für blaue Seerosen, Indische Seekanne oder Maranten.
Andere können in ihren Körben tiefer im Wasser versenkt werden und sind so vor dem oberflächlichen Eis geschützt.

Schneckeneier entfernen

Egal ob zwischen Stauden, unter Holzstegen oder im Gemüsebeet: Schneckengelege werden abgesammelt. Sie können offen ausgelegt auch Vögeln oder dem Igel angeboten werden.

Bäume & Sträucher

Efeu als Strauch?

Beim Efeu werden zwei Altersformen unterschieden: die Jugendform mit spitzen Blättern und stark kletternden Trieben sowie die Altersform mit reicher Blütenbildung und ohne jeden Klettertrieb. Letztere wird nur 1,5m hoch, passt sogar in kleine Gärten und zieht mit der späten Blüte nicht nur unsere heimische Efeu-Seidenbiene an. Diese Wildbiene ist eine der letzten im Jahr und hat sich auf den Efeu spezialisiert. Im Handel findet sich der strauchig wachsende Efeu als `Arborescens´ oder wir nehmen von blühenden Efeupflanzen kurze Triebe als Stecklinge.

Ein eigener Beitrag beschäftigt sich mit dieser immergrünen Schönheit unter Menü => Suche „Efeu“

Falllaub ist wertvoller Rohstoff

Allmählich lassen die Gehölze ihr buntes Laub fallen. Vom Rasen sollte es konsequent entfernt werden. Den Teich kann man mit einem Netz vor zu viel Laub und damit verfaulenden Pflanzenresten in der Wassertiefe schützen. Gut geeignet sind aber die Blätter unter Sträuchern, Hecken, als Mulchschicht auf abgeernteten Gemüsebeeten oder später als Schutzschicht auf den Staudenbeeten. So dienen die Blätter erst als Winterschutz und Versteck für allerhand Nützlinge und werden dann von Regenwürmern bis ins Frühjahr in fruchtbare Erde und Dünger umgewandelt. Recycling auf den Beeten!

Alternativ kann jedes Laub kompostiert werden. Etwas Erde oder halbfertiger Kompost beschleunigen den Prozess. Allerdings sollte das Laub von Nussbäumen nur beigemischt werden, weil es keimhemmende Stoffe aufweist. Reine Nussbaum-Laubhaufen verrotten schwer.

Tipp 1: Laub für Igel
Größere Laubhaufen an einer ruhigen Stelle im Garten zusammenrechen und für die Igel reservieren. Sie freuen sich über die Unterstützung. – Und im Frühjahr kann das Laub dann unter Hecken verteilt werden oder wird zu Tipp 2.

Tipp 2: Laub-Kompost herstellen
Als Alternative zu Torf im Garten oder Blumenkasten eignet sich sehr gut Laubkompost. Dazu am besten Buchen, Eichen und anderes Laub getrennt von anderen Gartenabfällen in einem Kompostbehälter sammeln und für 1-2 Jahre dort belassen. Der entstandene Laub-Kompost ist locker, luftig, leicht sauer und hat somit ähnliche Eigenschaften wie Torf.