Im Januar startet der richtige Winter mit kalten Temperaturen und Schnee in tieferen Lagen. Im Garten ist es ruhiger. Nachfolgend gibt Kreisfachberater Markus Breier einige Tipps rund um:

Obst & Wildobst

Gemüse & Kräuter

Rosen & Blumen

Bäume & Sträucher

Übrigens steht der Kreisfachberater jederzeit für Fragen rund um Garten und Grün zur Verfügung unter Telefon 0861 – 58 385 oder per E-Mail markus.breier@traunstein.bayern

Obst & Wildobst

Rundgang im Obstgarten

Einschneidende Schnüre und Bänder lockern wir oder lösen sie bei angewachsenen Gehölzen völlig. Fruchtmumien im Obstbaum werden entfernt, damit die darauf überwinternden Pilze nicht ins Frühjahr kommen.

Baumscheiben kontrollieren wir auf Wühl- und Feldmäuse und bekämpfen sie gegebenenfalls. Bei jungen Bäumen und solchen auf schwachwachsender Unterlage ist eine offene Baumscheibe essentiell, sonst übersehen wir die Mäuse und die Bäume verhungern wörtlich unter dem Grasbewuchs.

Sind junge Bäume von Flechten und Moosen überzogen, zeigt das meist einen Nährstoffmangel an, in selteneren Fällen einen falschen Standort. Obstbäume brauchen Dünger. Sie sollen Zweige, Holz und Früchte bilden, das braucht Energie. Flechten und Moose zeigen, dass der Baum zu wenig Dickenwachstum hat. Auf älteren und alten Bäumen machen sie aber nichts. Sie sitzen grundsätzlich nur auf und zapfen den Baum nicht an – anders als die Mistel.

Misteln schneiden wir – sofern nicht schon zur Adventsdekoration geschehen – konsequent beim Frühjahrsschnitt heraus. Wenn sich die erste Mistel im Obstbaum festgesetzt hat, folgen rasch weitere und der Baum geht in wenigen Jahren kaputt.

Vergessen wir nicht die Baumstämme und unteren Äste. Bei geschlossener Schneedecke kommen Rehe und Hasen gerne in die Gärten und fressen die Rinde ab. Das kann für den Baum tödlich sein.

Erdbeeren kontrollieren

Haben wir Erdbeeren im Herbst noch gepflanzt, schauen wir, dass sie bei schwacher Bewurzelung nicht hochfrieren. Gegen zu viel Kälte oder Sonnenstress helfen locker gelegte Zweige oder Reisig. Nur dünn, aber als leichter Schutz. Alternativ geht lichtdurchlässiges Pflanzen-Vlies.

Kräuselkrankheit am Pfirsich

Wenn ab Januar erstmals eine Wärmephase mit Temperaturen über 10°C kommt, ist es Zeit an den Pfirsich zu denken, denn die Kräuselkrankheit nimmt dann schon ihren Lauf. Die Pilzsporen infizieren, sobald die Knospen schwellen, aber sich noch nicht geöffnet haben. Zugelassen ist z.B. das milde Austriebspritzmittel Neudo-Vital (3x im Abstand von 7-10 Tagen). – Bester Schutz ist und bleibt aber die Pflanzung an der Hauswand mit Schutz vorm Regen!

Obstschnitt und Werkzeug

Der Obstbaumschnitt eilt noch nicht. Wer aber wegen vieler Bäume schon anfangen muss, sollte bei trockenem, frostfreien Wetter schneiden. Nässe verbreitet Pilze schneller (z.B. Obstbaumkrebs) und Frost führt zu brüchigem Holz.

Bevor aber in die Saison starten ist jetzt ein guter Zeitpunkt zur Pflege des Werkzeugs. Die Scheren zerlegen wir weitmöglichst, entfernen alte Pflanzensäfte, Fett und Schmutz. Gerne in lauwarmem Seifenwasser einweichen und mit einer Bürste nacharbeiten. Die Klingen schärfen wir am besten mit passenden Schleifsteinen – aber in keinem Fall mit der Flex (Winkelschleifer), weil hierbei zu viel Hitze entsteht und das Metall in der Festigkeit leidet. Letztlich darf es auch mal eine neue Klinge sein. Qualität zahlt sich aus, weil Ersatzteile lebenslang zu bekommen sind.

Winterschnitt beim Strauchbeerenobst

Bei Johannis- und Jostabeeren müssen wir auf die Johannisbeergallmilbe achten. Je stärker der Befall, umso geringer sind Blüte und Ertrag des Strauchs. Die winzig kleinen Milben überwintern in den Knospen. Wir erkennen befallene Knospen daran, dass sie nicht länglich-spitz, sondern kugelig rund sind. Sie werden am besten jetzt ausgebrochen. Bei massivem Befall wird der ganze Strauch bodeneben zurück geschnitten und neu gezogen.

Auch jetzt schon ausgeschnitten werden sollten abgestorbene und/oder vom Rotpustelpilz befallene Zweige. Meist ist dieser Schwächepilz auf zu wenig gedüngten Sträuchern zu finden.

Mit dem richtigen Auslichtungsschnitt warten wir bis März, sofern wir es nicht gleich nach der Ernte gemacht haben. Selbiges gilt für Stachelbeeren.

Eingelagertes Obst verarbeiten

Der Vorteil von selbst eingelagertem Obst: wir haben immer frische Früchte im passenden Reifezustand zuhause. Die größte Auswahl bieten uns Äpfel, bei Birnen ist die Vielfalt an Lagersorten übersichtlicher. Knackige Äpfel essen wir einfach so, die reiferen und weichen kommen in den Kuchen und die schrumpeligen werden Kompott, Mus oder Fruchtchips. Nachhaltige, vollständige Verwertung. Wenn wir verschiedene Sorten im Lager haben, kommen wir mit frischem Obst vom Herbst bis weit ins neue Jahr.
Passende Sorten für alle Lagen sind im Menü zu finden unter Gartenthemen => Obst & Wildobst

Edelreiser schneiden

Jetzt ist die Zeit der Edelreiser. Sie sind nötig, um dieselbe Sorte auf andere Bäume zu pfropfen und zu vermehren. Zuerst sind Kirschen und anderes Steinobst zu schneiden, mit dem Kernobst können wir auch bis Februar warten. Ideal sind letztjährige, unverzweigte, bleistiftstarke, gesunde Triebe aus dem sonnigen Bereich des Baums/Strauch. Die Edelreiser werden geschnitten, gebündelt und sorgfältig beschriftet. Mit dem Schnittende kommen sie in leicht feuchten Sand und werden stehend bei konstant 0 Grad gelagert. Früher legte man sie nordseitig am Haus in den Schnee – aber unsere Winter sind nun zu warm. Alternativ geht auch die Lagerung im Gemüsefach des Kühlschranks, sofern die niedrige Temperatur eingestellt werden kann. Nicht so leicht, denn veredelt wird erst im April.
Auf diese Weise werden viele weitere Bäume und Sträucher vermehrt.

TIPP
Kreisverband und Kreisfachberater veranstalten jeden April einen umfangreichen Veredelungskurs, bei dem verschiedene Techniken gelehrt und praktisch erlernt werden. Der Termin ist zu Jahresbeginn auf der Startseite zu finden. Es gibt auch Edelreiser unterschiedlichster Sorten zu kaufen. Es lohnt sich!

Gemüse & Kräuter

Feldsalat ernten

Während der dunklen Jahreszeit sollten Blattgemüse wie auch Blattsalate erst mittags geerntet werden. Das gilt auch Feldsalat, der selbst bei niedrigen Temperaturen den Winter über wächst. Aus dem Boden wird Nitrat als Nährstoff aufgenommen (egal ob biologisch gedüngt oder nicht), das erst mit Licht im Laufe des Vormittags in den Blättern verarbeitet wird. Zu viel Nitrat in der Ernährung ist ungesund.

Frisches von der Fensterbank

Frisches von der Fensterbank ergänzt jetzt mit Grün und Vitaminen winterliche Salate. Kresse lässt sich leicht ziehen, es reicht Küchenpapier als Basis. Darauf die in Wasser eingeweichten und aufgequollenen Samen der Kresse ausstreichen und regelmäßig ansprühen. Nach wenigen Tagen kann geerntet werden. Ähnlich einfach lassen sich Keimsprossen für den Salat gewinnen. Die nötigen Samen von Mungbohnen, Erbsen und anderem finden sich in unterschiedlichen Mischungen im Handel. Am leichtesten geht das Ankeimen mit Sprossen-Gläsern oder speziellen Schalen.

Auch im Winterquartier können wir fleißig ernten. Rosmarin und Lorbeer stehen dort den ganzen Winter über zur Verfügung. Blüht der Rosmarin schon? Auch seine Blüten sind essbar!

Ernte bei Frost

Wer draußen gefrorenes Gemüse erntet oder aus dem Gewächshaus holt, sollte es in nur knapp frostfreien Zimmer, Garage oder Keller auftauen lassen. So bleibt es knackig und frisch. Besser ist die Ernte bei frostfreiem Wetter.

Löwenzahn als Salat

Bei frostfreiem Wetter können wir Löwenzahnwurzeln ausgraben, zu vielen gemeinsam in feuchten Sand in einen Topf und bei 15-20°C dunkel aufstellen. Die zarten, hellen Blätter entwickeln sich in Kürze und können eine gewisse Zeit geerntet werden. Sie schmecken mild und bereichern winterliche Salate. – Steht der Löwenzahn dagegen hell, werden die Blätter grün und bilden Bitterstoffe. Im Grunde auch nicht schlecht, denn die Bitterstoffe sind gesund für die Verdauung.

Planung für den Garten

Jetzt kommen allerhand neue Kataloge rund um den Garten ins Haus. Darf es neues Gartenwerkzeug sein? Soll ein Gewächshaus die Anbaumöglichkeiten erweitern? Werden Beete umgestaltet? – Der Jahresanfang bietet für die Planung mehr Zeit, weil im Garten relativ wenig zu tun ist. Größere Vorhaben sind gut zu überlegen und planen.

Gemüse-Anbau-Planung

Weil die Gemüsebeete ruhen und draußen nurmehr wenig zu tun ist, kann die Planung für die beginnende Saison beginnen. Welche Sorten sollen wieder angebaut werden? Welche nicht? Auch gehört die Verteilung auf die Beete kontrolliert. Bei der klassischen Fruchtfolge steht dieselbe Kultur nur alle 4 Jahre auf einer Fläche. Die Abfolge ist einfach: Im ersten Jahr stehen Starkzehrer (die meisten Krautarten, Zucchini, Kürbis, Kartoffeln…), im zweiten Jahr dann Mittelzehrer (Stangenbohnen, Kohlrabi, die meisten Salate, Lauch, Zwiebel…) und im dritten Jahr Schwachzehrer (Buschbohnen, Erbsen, Feldsalat, Spinat, Radieserl…). Dann folgt Gründüngung. Mit vier Beeten rutscht der Anbauplan jedes Jahr einfach um ein Beet weiter. Der Wechsel ist gut fürs Bodenleben, die Krankheitsvorbeugung und wirkt einem Auslaugen des Bodens entgegen. – Eine Alternative dazu ist die Mischkultur, bei der unterschiedliche Pflanzen nebeneinander gesetzt werden, die sich gegenseitig positiv beeinflussen sollen. Hier gehen die Empfehlungen und Beobachtungen teils deutlich auseinander. Es gilt selber ausprobieren. Die Krankheitsvorbeugung ist langfristig schwieriger, auch die Zuteilung der Nährstoffe und die Gefahr einer Überdüngung. Dran denken: auch Kompost ist Dünger und enthält bei üblicher Aufwandsmenge pro Quadratmeter und Jahr grob etwa gleich viele Nährstoffe wie Blaukorn (übliche Aufwandmenge: Kompost 3 Liter, Blaukorn 100 Gramm) ! Das wird oft unterschätzt. Dafür fördert Kompost das Bodenleben, wirkt als Langzeitdünger und steigert die Wasserhaltefähigkeit des Bodens. Deshalb sind organische Dünger und Kompost im Garten immer von Vorteil.

Saatgut sortieren und prüfen

Jetzt im Januar schauen wir die alten Saatgut-Vorräte an. Welche Sorten haben sich bewährt? Was soll wieder angebaut werden? Gut überlegen und nach Neuheiten um schauen, dann macht die nächste Saison viel Freude. Um die Keimfähigkeit alter Samen zu prüfen, legen wir einige Samenkörner auf feuchtes Küchenpapier und warten ab. 80-90% Keimrate sind gut, sonst müssen mehr gesät werden. Das ist wichtig, um später ausreichend viele Jungpflanzen zu ziehen. Bei gekauftem Saatgut wird in der Regel eine hohe Keimrate bis zum aufgedruckten Datum gewährt.

Denken wir beim Saatgut auch an Besonderheiten und probieren Neues aus. Wie wäre es mit Erdbeerspinat, Auberginen, Mexikanischem Wegerich oder Inkawurzel? Es gibt viel zu entdecken!

Frühe Aussaat bei Paprika und Chili

Viele Liebhaber schwören drauf: ab Ende Januar werden Paprika und Chili ausgesät. Hierfür braucht es 20-24°C zur Keimung, dann wird nach dem Pikieren kühler gestellt, damit sie bis zum Auspflanzen im Mai kompakt, aber gut wachsen. Hintergrund ist, dass Paprika und Chili anfangs sehr langsam wachsen und bis zur Pflanzung kräftig sein sollen. – Professionell reicht die Aussaat aber auch noch im Laufe des Februar.

Rosen & Blumen

Christbaum recyclen

Festlich geschmückt steht der Christbaum zu Jahresbeginn im Haus. Eigentlich viel zu kurz für das jahrelange Wachstum des Baums. Wir sollten ihn wenigstens im Garten recyclen. In Teile geschnitten kann er als Sonnenschutz für Rosen, immergrüne Halbsträucher (Lavendel, Thymian, Salbei…) oder im Steingarten. Die Nadeln machen unter Heidelbeeren, Rhododendron oder Azaleen den Boden sauer. – Manche nutzen einen getopften Baum, der mehrere Jahre als Christbaum dient und danach ausgepflanzt wird. Die Wärme bringt den Baum aus der Winterruhe. Deshalb möglichst nach Dreikönig wieder nach draußen stellen.

Kaltkeimer noch aussäen

Einige Samen brauchen fürs Keimen Kälte. Es muss trotz der Bezeichnung „Frostkeimer“ nicht zwingend Frost sein, aber immerhin Kälte knapp über 0°C. Erst durch ausreichend kalte Temperaturen über ein paar Wochen werden keimhemmende Stoffe abgebaut. Wir säen daher die meisten Steingartenpflanzen, Zierlauch, Eisenhut, Primeln und Veilchen drinnen aus und stellen die Töpfe geschützt in den Schatten, damit sie durchfrieren. Achtung, keine Tontöpfe nehmen! Damit Vögel der Mäuse nicht dran kommen, schützt eine dünne Kiesschicht, bei kalk-unverträglichen Arten Lava. Mit zunehmender Wärme im Frühjahr keimen die Pflanzen und können bald pikiert werden.

Rasen schonen

Recht empfindlich ist im Winter der Rasen. Besonders bei gefrorenem Boden leidet er bei jedem Schritt und sollte deshalb möglichst wenig betreten werden. Wer bestimmte Wege häufig geht, legt sinnvollerweise Platten, Steine oder einen anderen dauerhaften Belag. Bei Wiesen oder extensiven Rasen ist es nicht ganz so schlimm, aber auch hier sollte gerade bei Frost die Belastung möglichst gering gehalten werden.

Kübelpflanzen kontrollieren

Meist im Januar tauchen im Winterquartier die ersten Schädlinge an Kübelpflanzen auf. Das kann bei bester Überwinterung passieren. Deshalb wachsam sein und rechtzeitig reagieren. Der Einsatz von Nützlingen ist bei kalter Überwinterung meist nicht möglich.

Citrus vermehren

Gerade in der Winterzeit sind Orangen, Mandarinen, Clementinen und viele weitere Zitrusfrüchte beliebt. Neuere Züchtung sind meist frei von Kernen, dabei macht die Aufzucht richtig Spaß. Beim Essen die Samen vorsichtig herauslösen, unter lauwarmem Wasser abwaschen und etwa 1cm tief in lockere Aussaaterde legen. Bei Zimmertemperatur (20-22°C) keimen sie in Kürze. Im Frühjahr pikieren wir sie einzeln in Töpfe mit hochwertiger Zitruserde oder lockere Kübelpflanzenerde. Mit ersten Blüten können wir erst nach ein paar Jahren rechnen, doch sind sie auch so dankbare Kübelpflanzen mit mediterranem Flair. Übrigens verfeinern die Blätter in kleinen Mengen mit ihrem besonderen, leicht herben Aroma mediterrane oder asiatische Gerichte. Am bekanntesten ist hierfür die Kaffirlimette, aber auch andere Zitrus eignen sich.

Wussten Sie, dass Zitrusfrüchte botanisch gesehen gar kein Fruchtfleisch haben? Was wir essen sind sogenannte Saftschläuche, die von der äußeren Fruchtwand nach innen Richtung Mitte wachsen. Dass die Saftschläuche nicht innen, sondern außen angewachsen sind, können wir beim vorsichtigen Öffnen der einzelnen Fruchtsegmente jederzeit überprüfen.

Zimmerpflanzen im Winter

Neben den bereits im Dezember vorgestellten Amaryllis, Usambaraveilchen und Azaleen gibt es weitere Klassiker im Zimmer:

Den Weihnachtskaktus gibt es von Herbst bis ins zeitige Frühjahr. Wie der Name sagt, erblühen die meisten rund um Weihnachten nach einer Kühlephase von rund 6 Wochen. Weil sie in den Gärtnereien als kurze Triebe in die Töpfe gesteckt werden, stehen die Blüten aufrecht. Wird die Pflanze älter, stehen die Blüten waagrecht oder hängen leicht über – wie in der Natur. Am Wildstandort in Südamerika erfolgt die Bestäubung nämlich über Kolibris. Dort wachsen die Weihnachtskakteen als Aufsitzerpflanzen (Epiphyten) auf Bäumen oder Felsen.
Die Farbenvielfalt ist mittlerweile überwältigend. Rot, Rosa, Orange, Weiß und sogar mehrfarbig ist möglich. Es handelt sich fast ausschließlich um blühwillige Kreuzungen, die im Handel zu finden sind.
Wichtig für langjähriges Gedeihen ist eine relativ humose Erde, die aber nicht zu Staunässe führen darf. Zur Vermehrung bricht man die Triebe zwischen den Segmenten ab und steckt sie zu mehreren in einen Topf.
Werden die Sorten untereinander (von Hand) bestäubt, können sich bis zum Sommer Früchte entwickeln. Sie schmecken süßlich und enthalten viele kleine Samen. 2-3 Jahre nach der Aussaat können die ersten blühen. Es wird eine bunte Überraschung. Wer versucht sich daran?

Viele Luftnelken, botanisch Tillandsien, sind wahre Winterblüher. Die Bromelien wachsen in Mittel- und Südamerika auf anderen Bäumen, Kakteen oder Felsen, weshalb sie als Epiphyten (Aufsitzerpflanzen) bezeichnet werden. Nach einem ausgiebigen Sommeraufenthalt im Freien blühen viele im Laufe des Winters.  Äpfel unterstützen hierbei: das ausströmende Reifegas Ethylen steigert die Blühfreude.
Auch im Winter brauchen Luftnelken regelmäßiges Ansprühen mit Wasser oder besser noch das gelegentliche Tauchen. Sie danken dünne Düngergaben das ganze Jahr. Übrigens vertragen graublättrige Luftnelken Trockenheit besser als die grünblättrigen. Die meisten können ideal bei 10-15°C überwintern. Der Handel bietet einige Auswahl. Achtung, Sucht- und Sammelgefahr 😉

Alpenveilchen werden längst das ganze Jahr über angeboten. Gerade im Winter bringen sie Farbe ins Zimmer und vertragen zudem kühle Fensterbretter. Die Wildform, Cyclamen persicum, stammt aus Kleinasien und verträgt keinen echten Frost, aber kühle Temperaturen. Aus den zierlichen, rosa Blüten der Wildform ist im Laufe der Zeit eine Vielzahl an großen, kleinen, mehrfarbigen oder gar gerüschten Sorten entstanden. Allen gemeinsam ist: sie lieben kühlere Standorte für eine wochenlange Blüte. Gegossen wird nur vorsichtig, weil die Blätter und Stiele selbst viel Wasser speichern. Damit die Knolle nicht fault, schwören manche aufs Gießen von unten. In der Natur stehen Alpenveilchen immer in durchlässigen, steinigen Böden. Bitte nach der Blüte nicht wegwerfen, sondern weiter pflegen und düngen. Nach den Eisheiligen halbschattig nach draußen stellen und die natürliche Sommerruhe erlauben, aber nicht völlig austrocknen lassen. Ende des Sommers in durchlässige Erde umtopfen und die Knolle ziemlich flach setzen. Im kühleren Herbst dürfen sie mit dem neuen Austrieb wieder nach drinnen und blühen bald. Alpenveilchen können einige Jahre alt werden.

Bäume & Sträucher

Schnee abschütteln

Bevor Buchskugeln und andere Formgehölze durch Schnee auseinander brechen, sollten sie vorsichtig abgeschüttelt werden. Manche binden die Kugeln sogar mit Seilen zusammen. Bei anderen Sträuchern braucht es das nicht. Die Natur hat die Pflanzen so gebaut, dass sie sich mit Schnee durchaus nach unten biegen, aber nur in seltenen Fällen wirklich brechen. Ist der Schnee weg, stehen sie wieder auf.

Wintergrüne und Immergrüne gießen

Wintergrüne und immergrüne Sträucher und Bäume brauchen auch im Winter Wasser. Das gilt besonders für Pflanzen in Kübeln und Töpfen, aber auch sonst für Standorte mit Wintersonne. Wir gießen sie bei Bedarf vor dem Dauerfrost und in milden Zwischenzeiten, wenn der Boden nicht gefroren ist.

Generell gilt: Während die Wintersonne (besonders im Januar-Februar) über die Blätter Wasser verdunsten lässt, können die Wurzeln aus dem gefrorenen Boden kein Wasser nachziehen. Vorbeugen lässt sich mit der Wahl des passenden Standorts: lieber halbschattig als volle Wintersonne. Notfalls hilft ein dünnes Vlies oder Reisig vor Sonnenschäden. Das gilt bei anhaltendem (Kahl-)Frost auch für viele Pflanzen im Steingarten, die in der Natur eine dicke, schützende Schneedecke hätten. Viele Gebirgspflanzen sterben bei starkem Kahlfrost. Hätten Sie es gewusst?

Generell gilt: die wenigstens Winter- und Immergrünen erfrieren, die meisten vertrocknen im Laufe des Winters! Inbesonders in Kübeln!

Winterblüher im Garten

Winterjasmin (Jasminum nudicaule), Zaubernuss (Hamamelis-Sorten), Duftschneeball (Viburnum  x bodnantense) und Winterblüte (Chimonanthus praecox) sind dankbare Gehölze, die die tristen Wintermonate mit ihren wunderschönen Blüten erhellen. Auch am Boden erblüht in Kürze ein heimisches Gehölz, die Schneeheide (Erica carnea). Die Blüten sind offen und damit beliebt bei Bienen – im Vergleich zu den über Winter meist gepflanzten Knospenheiden. Die Schneeheide ist am passenden Standort sogar dauerhaft über Jahrzehnte und wird dafür am besten im zeitigen Frühjahr nach der Blüte kräftig gestutzt.