Die wärmende Sonne erweckt Natur und Garten im März zu neuem Leben. Auch die Aussaaten für den Sommer sprießen fleißig. Nachfolgend gibt Kreisfachberater Markus Breier einige Tipps rund um:

Obst & Wildobst

Gemüse & Kräuter

Rosen & Blumen

Bäume & Sträucher

Übrigens steht der Kreisfachberater jederzeit für Fragen rund um Garten und Grün zur Verfügung unter Telefon 0861 – 58 385 oder per E-Mail markus.breier@traunstein.bayern

Allgemeines

Kompost verteilen

März ist die beste Zeit zum Ausbringen von Kompost. Der hausgemachte, nährstoffreiche Dünger enthält im Grunde alle notwendigen Pflanzennährstoffe und kommt nicht nur im Gemüsebeet, sondern im ganzen Garten zum Einsatz. Bitte nur oberflächlich einarbeiten, nicht tief vergraben. Um eine Überdüngung zu vermeiden, dürfen maximal 3 Liter pro Quadratmeter und Jahr verteilt werden. Das ist auf den Quadratmeter eine dünne 3mm-Schicht. Ist langjährig nicht gedüngt worden, darf es ausnahmsweise etwas mehr sein; bei nährstoffreichem Boden weniger. Aufschluss gibt eine Bodenanalyse, damit es vor allem bei Phosphat und Kalium nicht zu viel wird. – Weil starkzehrende Gemüsepflanzen eine höhere Stickstoffversorgung brauchen, ergänzen wir mit Schafwolle, Hornmehl oder Hornspänen. Bei all diesen organischen Düngern denken wir an die verzögerte Wirkung: erst durch das Aufschließen der Dünger durch die Mikroorganismen im Boden werden die Nährstoffe pflanzenverfügbar. Deshalb wirken organische und Bio-Dünger langsamer.

Hinweise zum erfolgreichen Kompostieren bietet das Merkblatt „Kompostierung im Garten“, das in einem eigenen Beitrag vorgestellt ist:

Kompostierung im Garten

Obst & Wildobst

Obstbaumschnitt

Der beste Monat für den Obstbaumschnitt ist jetzt der März. Die strengen Fröste sind vorbei, der Austrieb folgt bald und wir haben jetzt super Überblick über den Aufbau des Baums und notwendige Schnitte.

Bei halb- und hochstämmigen Obstbäumen ist die Rundkrone am verbreitetsten. Genauer müsste man von einer Pyramidenkrone sprechen, denn sie baut sich aus einer Mitte (= Stammverlängerung) und drei bis vier Leitästen auf. Von diesem Grundgerüst ragen nach außen Seitenäste und Fruchtäste. Das Grundgerüst muss sofort ab Pflanzung für die ersten 10-15 Jahren durch jährlichen Schnitt erzogen werden. Eine zweite Ebene Leitäste wird – im Vergleich zu früheren Erziehungen – nicht aufgebaut. Die Fruchtäste werden dann regelmäßig verjüngt, denn das junge Fruchtholz bringt die besten Früchte. Der Schnitt hat den Vorteil, dass die Baumkrone übersichtlich ist, alle Stellen in der Krone gut besonnt werden und damit qualitativ hochwertige Früchte hervorbringen kann.
Übrigens: Weil halb- und hochstämmige Obstbäume fast immer auf dieselbe starkwachsende Wurzel/Unterlage veredelt sind, werden beide gleich hoch und breit. Einziger Unterschied ist der Ansatz der unteren Äste: Halbstamm 120-140cm und Hochstamm 180-220cm. Deshalb ist auch im Hausgarten der Hochstamm eine lohnenswerte Baumform – vor allem wenn man unter dem Baum sitzen möchte. Beim Halbstamm ist das nur im Liegestuhl möglich.

Bei den niedrigeren Buschbäumen ist die Spindel typisch. Hier steht nur eine tragende Mitte senkrecht und ringsum sind alle Fruchtäste flach erzogen. Die Spindel ähnelt daher im Aufbau einem Nadelbaum. Ist die Endhöhe erreicht, wird die Spitze immer wieder eingekürzt. Die Fruchtäste werden waagrecht geschnitten, gebunden oder mit Gewichten beschwert, sie sollen nicht kräftig wachsen, sondern nur Früchte tragen. Achtung: Beim Apfel brauchen die ganz schwachwachsenden Unterlagen (z.B. M27, M9, M26) zeitlebens einen Pfahl, sonst brechen sie bei vollem Ertrag um.

Konsequent und mit ganz eigenem Schnitt pflegen wir Spaliere. Wir haben zwei Ziele: Gerüstäste in schöner, dauerhafter Form und daran sehr kurzes Fruchtholz. Das zweimalige Pinzieren der Sommertriebe wird jetzt nachgeschnitten. Fruchtholz schonen wir und dünnen nur vorsichtig aus.

Säulenobst ist in den letzten Jahren stark in Mode gekommen. Echte Säulen gibt es nur beim Apfel, alle anderen „Säulenbirnen“, „Säulenkirschen“, „Säulenzwetschgen“ sind nur sehr schlank wachsende „normale“ Sorten. Im Grund ist die Säule eine extrem schlanke Spindel und stellt den Übergang zum Spalier dar. In großen Kübeln können sie auch als Terrassen- und Balkonbäume verwendet werden. Sie brauchen aber im Sommer gleichmäßig Wasser und eine regelmäßige Düngung – sonst wird es nichts mit guten Früchten. Auch ist das Sortenspektrum überschaubar und lässt geschmackvolle Spitzen-Sorten bislang vermissen.

Immer achten wir auf Krankheiten beim Schnitt und entfernen sie umgehend. Das gilt für Apfelmehltau (dünne, weißliche Triebspitzen), ehemaligen Läusebefall (verdrehte Triebe), Obstbaumkrebs (nicht verheilende offene Wunden) und viele weitere.

Hinweis:
Regelmäßige Schnittkurse bieten der Kreisverband und viele örtliche Gartenbauvereine – leider nicht in diesem Jahr, weil die Vorgaben einen praktischen Schnittkurs zum Erlernen nicht durchführbar machen.

Schnitt von Beerensträuchern

Johannis- und Jostabeeren hätten wir direkt nach der Ernte schneiden können. Es geht jetzt aber genauso gut. Wir verjüngen die Sträucher durch Herausnehmen der ältesten Triebe. Schwache Jungtriebe entfernen wir ebenfalls, sodass in jeder Altersstufe (1-4 Jahre) 2-3 Stück den gesamten Strauch ausmachen.

Bei Stachelbeeren gilt: nur gegen den Stachelbeermehltau widerstandsfähige oder resistente Sorten wählen. Sonst müssen wir alle befallenen Triebspitzen herausschneiden und ärgern uns über kaputte Früchte. Auch Stachelbeeren werden alljährlich verjüngt und vor allem ausgelichtet. Weiche und hängende Triebe entfernen wir konsequent, sonst hängen die Beeren in der Erde.

Schnitt von  Brombeeren und Himbeeren

Brombeeren tragen an den im letzten Jahr gebildeten Jungruten. Sie können durchaus 6 Meter lang sein. Wir kürzen sie soweit, dass sie am Gerüst, Zaun oder der Wand gut händelbar sind. Seitentriebe kürzen wir auf 10-20cm. So haben wir schöne Früchte und ein geordnetes System. Die alten Ruten vom letzten Jahr gehören bodeneben entfernt.

Bei Himbeeren unterscheiden wir zwei Sortengruppen: Die einmaltragenden Himbeeren (= Sommerhimbeeren) fruchten im Juli an den Jungruten vom letzten Jahr. Wir können die Jungruten einkürzen, falls sie zu sehr über unseren Haltedraht/Zaun hinaus schauen. Nicht mehr als 8-10 Ruten pro laufenden Meter belassen. – Die zweimaltragenden Himbeeren tragen bereits im Juni an den letztjährigen Ruten, wenn wir sie knapp unterhalb der alten Blütenstände kürzen. Die Jungruten von diesem Jahr tragen im August und September Früchte. Deshalb werden Herbsthimbeeren auch zweimaltragende Himbeeren genannt.

Schnitt von Weinreben und Kiwi

Weinreben und Kiwi brauchen einen kräftigen Schnitt, damit sie nicht wie in der Natur wild durcheinander wachsen. Wir erziehen einerseits stabile Gerüstäste und kürzen daran die Fruchtruten jährlich stark ein. Beim Wein werden die letztjährigen Ruten auf 1-2 Augen kurz geschnitten, was meist einem 3-4cm kurzen Zapfen entspricht. Bei der Kiwi werden die langen letztjährigen Ruten dagegen auf 10cm gekürzt und nebenstehendes kurzes Fruchtholz nicht geschnitten. Durch den frühen Austrieb ist besonders die Kiwi stark gefährdet durch Spätfrost.

Nisthilfen für Wildbienen anbringen

Genau zur Blüte unserer Obstbäume und Beerensträucher fliegen im April und Mai Wildbienen in unseren Gärten. Am häufigsten sind Gehörnte und Rote Mauerbienen. Sie lassen sich mit Insektenhotels gezielt fördern. Hierfür ein Stück Hartholz mindestens 10cm tief mit Bohrlöchern in 6-8mm Durchmesser versehen und mit einem Dach gegen Regen schützen. Mit den Bohrungen nach Süden ausrichten und stabil in den Obstgarten oder an den daneben stehenden Schuppen anbringen. Die Wildbienen legen in den Bohrlöchern Nahrungsvorrat aus Nektar und Pollen an und legen Eier dazu. Die Nisthilfen bleiben das ganze Jahr unverändert an Ort und Stelle. Die nächste Generation schlüpft erst im kommenden Frühjahr. Mittlerweile gibt es für die Obstbaumbestäubung spezielle Nisthilfen im Fachhandel fertig zu kaufen.

Pflanzung wurzelnackter Gehölze abschließen

Die Pflanzung wurzelnackter Obstgehölze sollte im März abgeschlossen werden. Dann treiben die Gehölze Wurzeln und sind nicht mehr pflanzbar. Getopfte Bäume und Sträucher können auch danach gepflanzt werden, brauchen im ersten Sommer aber mehr Pflege und regelmäßiger Wasser. Auch sind wurzelnackte Obstgehölze günstiger.

Beste Pflanzzeit ist für die frostanfälligeren Obstarten wie Aprikose, Pfirsich, Quitte, Kiwi und Wein. Auch Beerenobst freut sich über die Frühjahrspflanzung. In jedem Fall sollten wir den Pflanzplatz mit Kompost aufbessern und ordentlich angießen.

Aprikosen und Pfirsich schützen

Sehr früh blüht die Aprikose an der Hauswand. Wir müssen bei Frost unbedingt schützen durch dickes Vlies, alte Decken oder Ähnliches. Die offene Blüte wäre rasch erfroren und damit der Ertrag für dieses Jahr gegessen – ohne eine einzige Frucht im Munde. Statt einer Südhauswand wäre die Pflanzung an einer Ostseite besser. So reift die Aprikose zwar ein paar Tage später, aber der Austrieb wird nicht noch mehr verfrüht. Sonst haben wir nur alle paar Jahre überhaupt ein paar Früchte. – Selbiges gilt für Pfirsich und Nektarine.

Gemüse & Kräuter

Gemüsebeete vorbereiten

Wer mit der Aussaat im Freien beginnen möchte, richtet die Beete jetzt her. Sie müssen aber abgetrocknet sein. Nicht umgraben, sondern nur oberflächlich lockern und gerade ziehen. Kompost wird nur leicht eingearbeitet. Direkt vor der Pflanzung/Aussaat lockern wir oberflächlich nochmal auf.

Fruchtfolge einhalten und Mischkultur planen

Um Krankheiten und Bodenermüdung vorzubeugen muss die Fruchtfolge beachtet werden. Je länger die Zeitabstände derselben Kultur auf dem Beet sind, umso besser, mindestens aber 3-4 Jahre. Deshalb hat sich die 4-Felder-Wirtschaft entwickelt: den Starkzehrern folgen die Mittelzehrer, dann die Schwachzehrer und letzlich eine Gründüngung. Im Jahr drauf rutscht alles ein Feld weiter. Selbiges lässt sich in den vier Beeten eines klassischen Bauerngartens umsetzen.

Alternativ bietet sich die Mischkultur an. Hierbei fördern sich nebeneinander gepflanzte Arten im Wachstum oder halten sich Schädlinge fern. Klassische Kombinationen sind: Gelberüben und Lauch (besser als die im Sommer trockenliebende Zwiebel!), Pfefferminze zu Kohl (gegen die Kohlweißlingsraupen) oder Bohnenkraut gegen die Bohnenlaus. Ringelblumen locken Nützlinge an und Tagetes bekämpfen bodenbürtige Fadenwürmer (Nematoden).

Gemüse düngen

Von nichts kommt nichts – das gilt auch beim Wachstum von Gemüse und dem notwendigen Dünger. Grundsätzlich gilt: je mehr Blätter das Gemüse bildet, umso mehr Nährstoffe sind nötig. Kompost dient uns als Grunddünger und wird im Bedarfsfall ergänzt mit Schafwolle, Hornmehl oder flüssig mit Brennessel- oder Löwenzahnjauche.

Als Anhaltspunkte können genommen werden:
Starkzehrer (z.B. Tomaten, Paprika, Gurke, Kürbis, Kopfkohl, Kartoffel) erhalten 3 Liter Kompost + 50-150g Schafwolle/ Hornmehl + 15-30g Kali
Mittelzehrer (z.B. Gelberüben, Kohlrabi, Kopfsalat, Zwiebeln, Rote Rüben, Basilikum) erhalten 2 Liter Kompost + 30-100g Schafwolle/ Hornmehl + 5-20g Kali

Schwachzehrer (z.B. Erbse, Radieserl, Schnittlauch, die meisten Kräuter) erhalten 1 Liter Kompost + 0-50g Schafwolle/Hornmehl + 5g Kali

Trotzdem: Alle 3-5 Jahre sollte ein Bodenuntersuchung im Spätherbst oder Frühjahr erfolgen, um Boden und Düngepraxis zu überprüfen.

Aussaaten im Freien

In die vorbereiteten Beete säen wir – sobald sich der Boden etwas erwärmt hat – Dicke Bohnen (Puffbohnen), Radieserl, Radi und Ende des Monats Gelberüben und Spinat. Bitte die Hinweise auf den Saatgutpackerl beachten, es eignen sich nicht alle Sorten für so frühen Anbau. Wenn zu viele Jungpflanzen auflaufen, vereinzeln wir auf typische Abstände: Gelberüben 5-6cm, Radieserl 3-5cm, Radi 15-20cm, Spinat 6-8cm. Auch hier kommt Vlies direkt nach der Aussaat als Schutz zum Einsatz.
Weitere Aussaaten im März: Pastinaken, Schwarzwurzlen, Mangold, Melde, Palerbsen, Petersilie und Kümmel.

Zwiebeln für den Garten

Auch Steckzwiebeln gibt es jetzt im Handel. Sie werden nur knapp bedeckt in den aufgelockerten Boden gedrückt und müssen beim Anwachsen kontrolliert werden, damit sie sich nicht nach oben herausschieben. Tipp: werden sie einen Tag lang in Wasser eingeweicht, drücken sie sich weniger nach oben heraus.
Bitte gleich auf den richtigen Endabstand stecken: Küchenzwiebeln 10cm , Schalotten 15cm. Letztere machen mehrere Tochterzwiebeln und brauchen Platz. – Alternativ die Küchenzwiebeln auf nur 5cm stecken und beim Wachsen jede zweite als Frühlingszwiebel mit frischem Grün ernten.

Vlies gegen Kälte und für gutes Klima

Frühe Kulturen sind dankbar für Vlies gegen kalte Nächte und intensive Sonneneinstrahlung. Das Material lässt Licht und Wasser durch und sorgt für ein angenehmes Kleinklima und schnelles Wachstum. Bei größerer Kälte das Vlies einfach doppelt nehmen.

Im Frühbeet fleißig pflanzen

Im Frühbeet können jetzt Kopf- und Schnittsalate, Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli und viele robuste Kräuter gepflanzt werden. Selbiges gilt für ungeheizte Gewächshäuser, wobei wir hier schon an unsere Sommerkulturen wie Tomaten, Gurken und Auberginen denken und die Pflanzplätze dazwischen frei halten.

Achtung! Bei der Pflanzung von in Erdpresstöpfen vorgezogenen Setzlingen gilt: Töpfe nur 1/3 bis maximal 1/2 in die Erde bringen. Sonst besteht die dringende Gefahr, dass der Hals der Jungpflanzen abfault. Besonders Salat ist extrem anfällig. – Kopfsalat auf 25-30cm Abstand setzen, Schnittsalat auf 10cm (wird 2-3x geschnitten, dabei das Wachstumsherz unbedingt stehen gelassen).

Aussaat von Tomate, Paprika und Auberginen

Mitte März ist beste Zeit für die Aussaat von Tomaten. Wer früher beginnt, muss die Pflanzen bremsen und bringt sie damit in Stress. Besser erst jetzt säen und dann kraftvoll durchwachsen lassen bis zur Pflanzen im Mai. Aussaat 1cm tief in Schalen mit Aussaaterde und Pikieren mit den ersten richtigen Blättern. Ruhig ein gutes Stück tiefer pflanzen, dann machen sie mehr Wurzeln und bringen später mehr Ertrag. Die Pikiererde darf gut Nährstoffe enthalten, am einfachsten einen Anteil eigenen Kompost. Ideal sind 15-20°C.
Die Sortenwahl ist gewaltig: von johannisbeergroßen Zwergen bis riesigen Fleischtomaten, von Rot über Orange und Gelb bis Weiß und Grün, von rund bis langgezogen, von einfarbig über gesprenkelt und marmoriert bis mehrfarbig geflammt. Einfach ausprobieren und auch die Geschmacksvielfalt erleben!

Paprika sollten schon im Februar, aber spätestens Anfang März gesät werden, denn sie brauchen lange zur Keimung. 1cm tief in Aussaaterde und bei Zimmertemperatur warm stellen. Danach gilt auch hier: Pikieren mit den ersten richtigen Laubblättern in nährstoffreiche Erde, aber nicht wesentlich tiefer pflanzen. Sie wachsen deutlich langsamer als Tomaten und wollen mit 20°C wärmer stehen.
Selbiges gilt für Auberginen, wir lassen uns beim Pikieren aber bis zum zweiten richtigen Blatt Zeit. Es haben in den letzten Jahren ertragreiche Sorten mit kleinen bis mittelgroßen Früchten in den Hausgärten Einzug gehalten. Die großfruchtigen Sorten bitte meiden, sie haben sehr lange Kulturzeiten und reifen bei uns nicht zufriedenstellend aus.

Bärlauch ernten

Im März ist wieder Bärlauch-Zeit. Das heimische Zwiebelgewächs ist ein echter Platzhirsch: wenn der Standort zusagt, vermehrt er sich in Massen und nutzt besonders unter Laubbäumen und in Laubwäldern die Zeit des Lichteinfalls. Als Pesto lässt er sich haltbar machen und ergänzt Nudelgerichte hervorragend.

TIPP
Mehr Details und alles zur Verwechslungsgefahr mit Aronstab, Herbstzeitlose und Maiglöckchen im eigenen Beitrag über Bärlauch. => Suche => Bärlauch

Rückschnitt der winterharten Kräuter

Thymian, Salbei und Bergbohnenkraut verkahlen im unteren Bereich sehr rasch. Hier hilft eine kräftige Verjüngen im März um ein bis zwei Drittel. Sie treiben von innen wieder schön aus und lassen sich den ganzen Sommer ernten.

Kartoffeln ankeimen

Damit Frühkartoffeln gleich einen ordentlichen Wachstumsschub hinlegen und Pilzen und Kälte davon wachsen, keimen wir sie vor.  Wir legen sie jetzt trocken und hell bei 15-20°C nebeneinander in Schalen oder auf Eierkartons. Sie keimen die kommenden sechs Wochen an und kommen dann in den bereits erwärmten Gartenboden.

Rosen & Blumen

Staudenbeete pflegen

Spätestens jetzt gehören abgestorbene und alte Stängel entfernt, damit die Stauden frisch austreiben können. Große Pflanzen teilen und auseinander pflanzen. Am besten einen neuen Standort wählen, um Bodenmüdigkeit vorzubeugen. Zumindest aber düngen. Auch hier eignet sich Kompost.

Lenzrosen in Hauptblüte

Die frühlingsblühenden Lenzrosen (Helleborus) erfreuen uns jetzt mit ihren traumhaften Blütenständen. Sie sind wertvolles Hummel- und Bienenfutter und schauen am besten aus, wenn wir vor der Blüte alle Blätter entfernt haben. So entsorgen wir auch vorhandene Blattfleckenpilze. Am liebsten wachsen sie unter Laubbäumen und Sträuchern, wo sie im Sommer Sonnenschutz haben. Der Boden sollte humos-locker sein. Wer ein paar Blüten in eine Wasserschale legt, kann sie bequem aus der Nähe betrachten. Mittlerweile gibt es etliche Sorten und dem Sammeln der bunten Lenzrosen steht nichts entgegen.

Blumenzwiebeln beim Austrieb düngen

Zwiebelblumen sind jetzt dankbar für Dünger. Einerseits sorgt das für kräftiges Wachstum, besonders aber für das Anlegen neuer Blüten fürs kommende Jahr. Fein vermahlene Biodünger oder Flüssigdünger sind recht schnell pflanzenverfügbar. Am schnellsten wirken zwar mineralische Dünger, doch ist hierbei ein Auswaschen ins Grundwasser und ein Überdüngen am leichtesten möglich. Wichtig: die Zwiebelblumen müssen von sich aus einziehen können und dürfen nicht vorzeitig abgeschnitten werden; sonst fällt auch deshalb die nächste Blüte schwächer aus.

Frühblüher teilen

Winterlinge, Schneeglöckchen und Krokusse bilden nach einigen Jahren dichte Horste. Nach der Blüte ist der beste Zeitpunkt zum Teilen und Verpflanzen.

Rosenschnitt zur Forsythienblüte

Zwar ist die Forsythie ökologisch ziemlich sinnfrei, doch zeigt sie uns den richtigen Zeitpunkt für den Schnitt all unserer Rosen. Details finden sich in der Rosenbroschüre von Kreisverband und Kreisfachberatung, sie würden hier den Rahmen sprengen.
Menü => Rosen & Blumen => Empfehlenswerte Rosensorten

Die strengen Fröste sind vorbei und der Winterschutz durch Anhäufeln kann entfernt werden. Wenn wir hierfür fertigen Kompost genutzt hatten, ziehen wir diesen Dünger einfach auseinander. Alle anderen Rosen versorgen wir ebenfalls mit Kompost oder mit organischen Rosendüngern, die es im Fachhandel gibt. Bitte nicht vergessen: Rosen brauchen viel Dünger, wenn sie kräftig wachsen und reich blühen sollen.

Halbsträucher zurückschneiden

Als Halbsträucher bezeichnen wir Pflanzen, die erst an den 1-2jährigen Trieben etwas verholzen, zum Beispiel Lavendel, Bartblumen, Perovskien, Salbei, Thymian, Bergbohnenkraut usw. Sie dürfen jetzt zurück geschnitten werden – durchaus kräftig, aber nur so weit, wie junge Austriebe sichtbar sind. Die entfernten Triebspitzen lassen sich übrigens gleich als Ableger nutzen und in Erde bewurzeln.

Sommerblumen aussäen

Direkt ins Beet können die robusten Sommerblumen gesät werden, z.B. Ringelblumen, Jungfer im Grünen, Bechermalven und Mohn. Sie keimen erst mit den ihnen passenden Temperaturen. Wir vereinzeln die Pflanzen später und können sie an besser passende Orte verpflanzen.

Drinnen ziehen wir bei wärmeren Temperaturen Schmuckkörbchen (Cosmea), Levkojen (Matthiola), Sommerastern (Aster), Löwenmaul (Antirrhinum) und Studentenblumen (Tagetes) vor. Selbiges gilt für Leberbalsam (Ageratum), Männertreu (Lobelia), Ziersalbei (Salvia) und Zinnien (Zinnia). Details finden sich auf den Saatgutpackerl, im Allgemeinen gilt: nicht zu tief säen und mit einer durchsichtigen Haube vor trockener Luft schützen. Nach erfolgreicher Keimung an die Umgebungsluft akklimatisieren durch allmähliches Lüften. Mit den ersten Laubblättern in nährstoffreiche Erde pikieren und erst nach den Eisheiligen auspflanzen.

Auch kletternde Sommerblüher können wir vorziehen, dann blühen sie umso schneller. Dazu zählen Glockenrebe (Cobaea), Sternwinde (Mina lobata), Rosenkelch (Rhodochiton atrosanguineus). – Nur mit den Trichterwinden (Ipomoea) warten noch bis April, weil sie schneller wachsen.

Vorziehen von Dahlien und Canna

Erst nach den Eisheiligen dürfen Dahlien und Canna ihre Triebe in die Sonne strecken, weil sie frostempfindlich sind. Entweder wir legen die vorgewässerten Knollen Ende April in die Erde und warten auf den Austrieb – oder wir setzen sie im Laufe des März in ausreichend große Töpfe und ziehen sie bei 15-20°C vor. Als Erde dient halb Gartenboden, halb Kompost. Sie müssen freilich hell stehen. Das bringt eine frühere Blüte und sie sind beim Auspflanzen nicht mehr gar so empfindlich auf Schnecken.

Knollenbegonien anziehen

Knollenbegonien dürfen im März in Töpfen vorgezogen werden. Die leichte Vertiefung der Knolle muss nach oben, hier bilden sich die Triebe. Zimmerwarm stellen und möglichst hell. Als frostempfindliche Sommerblumen dürfen sie erst nach den Eisheiligen nach draußen.

Robuste Kübelpflanzen ausräumen

Oleander, Oliven, Lorbeer, Hanfpalmen, Rosmarin und andere robuste Kübelpflanzen dürfen ab Mitte März wieder aus dem 0-10°C kalten Winterquartier. Sie sollten die ersten Tage an einen schattigen Platz, damit kein Sonnenbrand droht. Wenn nochmals anhaltende Kälte droht, müssen wir sie schützen, notfalls einräumen. – Wenn wir sie aber warm überwintert haben, müssen sie noch drinnen bleiben. Der Kälteschock wäre zu groß.

Bei allen anderen Kübelpflanzen gilt: auf Schädlinge kontrollieren und die im Dunkeln gebildeten dünnen Triebe einkürzen.

Gartenteich reinigen

Auch im Gartenteich gilt jetzt Frühjahrsputz. Die alten Halme von Schilf, Sumpfiris und anderen Wasserpflanzen werden zurückgeschnitten. Überschüssiges Laub vom Herbst entfernen wir, falls wir es mit Netzen nicht verhindert haben. Aber Acht geben auf Frösche und andere Amphibien! Sie sind jetzt zum Laichen da und dürfen nicht gestört werden.

Bäume & Sträucher

Pflanzung von Gehölzen

Die klassische Pflanzzeit für Bäume und Sträucher endet im März. Danach wird es zumindest für wurzelnackte Gehölze schwierig mit dem Anwachsen. Gehölze mit Ballen oder im Topf können das ganze Jahr gepflanzt werden. Wichtig ist die Versorgung mit Wasser besonders im Sommer. Durchdringend gießen, nicht nur oberflächlich!

Palmkätzchen und Bienen

Die männlichen Blütenstände von Weiden sind als Palmkätzchen geschätzt und vielfach in unseren Gärten gepflanzt. Meist ist es die Salweide (Salix caprea), die besonders große Kätzchen bildet. Wir dürfen eine Hand voll Zweige im Garten ernten, schonen aber alle anderen als wertvolles Bienen- und Hummelfutter. Erst nach der Blüte wäre der richtige Schnittzeitpunkt für alle Weiden, dann bilden sie trotzdem fürs Folgejahr die nächsten Kätzchen. Allerdings steht das Bundesnaturschutzgesetz  entgegen, das ab dem 1. März einen kräftigen Rückschnitt bei Sträuchern und Bäumen verbietet. Übrigens bilden auch weibliche Weiden Kätzchen – aber die sind eher unscheinbar Grün. Dafür finden die Bienen dort zuckerreichen Nektar.

Heimischer Frühjahrsblüher Seidelbast

Am Waldrand blüht jetzt ein weithin duftendes heimisches Gehölz, der Seidelbast (Daphne mezereum). Er ist mittlerweile recht selten und streng geschützt. Manchmal bekommen wir diese Rarität in Baumschulen. Aber Achtung, er ist als gesamte Pflanze hoch giftig! – Der Seidelbast liebt einen halbschattigen Standort mit humosem, lockerem Boden, wird aber nicht sonderlich alt. Wir erfreuen uns daher am besten an wild wachsenden Pflanzen und genießen den intensiven Duft beim Frühlingsspaziergang.

Sommerflieder kräftig zurückschneiden

Beim Sommerflieder (Buddleja) scheiden sich die Geister – die einen sehen einen über viele Wochen blühenden Strauch mit teils regem Insektenbesuch, die anderen sehen eine für trockene Standorte invasive Art mit Ausbreitungsdrang. Der tatsächliche ökologische Wert für Schmetterlinge ist gering, weil der Nektar wenig Substanz bietet und zudem süchtig macht. Andererseits haben wir im Garten wenige Gehölze, die im Hochsommer und über so lange Zeit mit Blüten zieren. Zudem können wir durch regelmäßiges Ausschneiden der Samenstände ein Ausbreiten in der Umgebung verhindern. All zu alt werden Sommerflieder nicht und sollten daher jährlich stark verjüngt werden. Am besten im März auf 20-30cm über der Erde kürzen. Sie blühen zwar ein paar Tage später, dafür überreich mit riesigen Blütenständen.

Rückschnitt des Gartenhibiskus

Eingekürzt wird im März der Eibisch, auch Gartenhibiskus genannt. So wächst er kompakter, verzweigt besser und bringt dennoch reiche Blüte. Die Sortenvielfalt ist groß von Weiß über Blau bis Rosa, jeweils einfach blühend oder gefüllt. Auch ist jetzt beste Pflanzzeit für diesen Sommerblüher.

Hortensien pflegen – 4 Schnittgruppen

Bei den beliebten Hortensien unterscheiden wir vier Schnittgruppen:

  • Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla und Sorten davon)
    Bilden bereits im Vorjahr die Knospen, daher bestenfalls gar nicht schneiden, sondern nur alte Blütenstände und tote Triebe entfernen. Überalterte Zweige ganz herausnehmen. Sie leiden unter Winterfrösten am meisten und blühen dann kaum.
  • Rispenhortensien (Hydrangea paniculata) (siehe Bild)
    Im Frühjahr die letztjährigen Triebe auf 1-2 Augenpaare (ca 10cm) kürzen. Je stärker der Rückschnitt, desto kräftiger der Austrieb und umso größer die Blütenstände. – Alternativ nur die Blüten entfernen, dann werden die Sträucher 2-3 m hoch, lassen sich aber schlecht verjüngen.
  • (Schnee-)Ballhortensien (Hydrangea arborescens)
    Wer nur die Blütenstände entfernt, baut einen 2-3 m hohen Strauch mit faustgroßen Blütenständen auf. Wer die Ballhortensien im Frühjahr aber bodeneben zurückschneidet, zwingt sie zu kräftigem Austrieb und erhält kindskopfgroße Blütenbälle in ca 1m Höhe. Freilich brauchen sie dafür ausreichend Dünger, z.B. Kompost.
  • Eichblatthortensie (Hydrangea quercifolia), Samthortensie (H. aspera), Kletterhortensie (H. petiolaris)
    Hier entfernen wir nur alte Blütenstände sowie abgestorbene oder beschädigte Zweige. Die Sträucher bauen sich selbst am schönsten auf und brauchen entsprechend ihrer Art ausreichend Platz.

Buchs – Zünsler und Schnitt

Ab März sollten wir den Buchs regelmäßig auf den Buchsbaumzünsler kontrollieren. Die Raupen fressen den Buchs kahl und sorgen letztlich für das Absterben. In manchen Gärten reduzieren Vögel und Wespen den Befall, in anderen Gärten leider gar nicht. Wer seinen Buchs behalten will, muss den Zünsler in Schach halten. – Infos und Tipps im eigenen Merkblatt unter Menü => Gartenthemen => Probleme im Garten