Ambrosia – keine Toleranz im Garten


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Ambrosia – keine Toleranz im Garten

Die aus Nordamerika stammende Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia) gehört zu den am stärksten Allergie-auslösenden Pflanzen. Wer die Pflanze findet, sollte sie umgehend entfernen. Das gilt nicht nur im Garten.

Die Ambrosia wird auch Beifuß-Traubenkraut, Aufrechtes Traubenkraut oder englisch Ragweed genannt. Problematisch sind die bis zu einer Milliarde Pollenkörner pro Pflanze, die wegen der Windbestäubung zahlreich gebildet werden. Bereits wenige Pollen pro Kubikmeter Luft können bei Menschen Heuschnupfen oder Asthma hervorrufen. Je nach Intensität können auch nicht allergische Personen sensibilisiert werden. Auch eine Hautentzündung durch Berühren der Pflanze ist möglich.

Eingeschleppt wurde die botanisch zu den Korbblütlern zählende Ambrosia im 19. Jahrhundert aus Nordamerika und wird bei uns als invasiver Neophyt angesehen. Sie tritt an wenigen Stellen auf, kann aber in kurzer Zeit Bestände aus vielen tausend Pflanzen entwickeln.

Wie kommt die Pflanze hierher?

Verbreitet wurde die Ambrosia vor einigen Jahren europaweit durch verunreinigtes Vogelfutter. Deshalb tauchte sie in Gärten rings um die (Winter-)Futterplätze auf. Das ist mittlerweile kaum noch der Fall durch strengere Vorgaben bei der Futtermittelkontrolle. Hauptverbreitungsweg ist heutzutage mit Samen verunreinigte Erde. Durch Bauaushub und Erdtransporte können die Samen nun an neue Standorte gelangen.

Derzeit taucht die Ambrosia vor allem an Weg- und Straßenrändern, Vogelfutterstellen in Hausgärten, Schnitt- und Pflückblumenfeldern sowie bei Erdbewegungen (Baustellen, Neubaugebiete, Deponien, Schutthalden…) auf.

ACHTUNG
Lässt man die Ambrosia aussamen, gelangen tausende Samen in den Boden. Nach jeder Bodenbewegung (hacken, ackern, umbrechen) keimen sie auf – und das bis zu 40 Jahre lang! Es gilt diese Samenbank zu verhindern!

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Wie erkenne ich Ambrosia?

Die Beifuß-Ambrosie ist einjährig und wird je nach Nährstoffangebot meist 20-150 cm hoch. Die Blätter sind stark fiederteilig und ober- wie unterseits Grün. Die Stängel sind behaart und können sich im Herbst rötlich färben. Kleinere Pflanzen sind wenig oder gar nicht verzweigt, größer Pflanzen sind stark verzweigt. Der männliche Blütenstand steht traubenförmig am Ende der Triebe (Name!).

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Verwechslungsmöglichkeit: Ambrosia links, Beifuß rechts

VERWECHSLUNG
Am ehesten ist die Ambrosia mit dem Gewöhnlicher Beifuß zu verwechseln, der als heimisches Heil- und Würzkraut weit verbreitet ist. Siehe auch den botanischen Namen. Entscheidende Unterschiede sind:

  • Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia): behaarte Stengel, Blätter ober- und unterseits grün
  • Beifuß (Artemisia vulgaris): Stengel glatt, Blätter oberseits grün und unterseits weißfilzig behaart

Zweifel bei der Bestimmung?
Schicken Sie ein Bild der Pflanze (möglichst mit Blattober- und Blattunterseite) an Kreisfachberater Markus Breier markus.breier@traunstein.bayern

Bekämpfung – Möglichkeiten und Zeitpunkt

Die Ambrosia überlebt als einjährige Pflanze nur durch Samenbildung. Für eine nachhaltige Bekämpfung kommen folgende Möglichkeiten in Betracht. Sie müssen jährlich wiederholt werden, solange Pflanzen da sind. Zuständig ist der Eigentümer der Fläche beziehungsweise Besitzer/ Pächter/ Nutzer:

  1. Einzelpflanzen oder kleine Bestände (bis 100 Pflanzen) mit Handschuhen inklusive Wurzel ausreißen und im Plastiksack in der Restmülltonne entsorgen (Müllverbrennung). Am besten bis Mitte/Ende Juli ausreißen (Blühbeginn), sobald sie zweifelsfrei identifiziert wurden. Sollten sie schon blühen, schützt eine Feinstaubmaske gegen die Pollen.
  2. Bestände ab 100 Pflanzen möglichst tief mähen (z.B. Freischneider/ Rasenmäher) und das Mähgut am besten der Müllverbrennung (Restmülltonne) zuführen. Ideal ist zweimal mähen: letzte Juli-Woche UND letzte August-Woche, so verhindert man Pollenflug UND Samenbildung. Kann nur einmal gemäht oder gemulcht werden, sollte es in der letzten August-Woche geschehen, um wenigstens die Samenenentwicklung zuverlässig zu unterbinden. – Auch in diesem Fall Handschuhe tragen und bei blühenden Pflanzen nach Möglichkeit eine Feinstaubmaske gegen die Pollen.

Meldung ans Landratsamt

Bestände ab 100 Pflanzen laufen Gefahr, dass sie sich selbst ausbreiten. Deshalb sind Standorte ab 100 Pflanzen dem Landratsamt zu melden. Sie unterliegen seit 2007 dem bayerischen Aktionsplan zur Ambrosiabekämpfung. Der jährliche Bekämpfungsfortschritt wird dokumentiert und wissenschaftlich begleitet.

Meldung & Kontakt:
Markus Breier, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, Landratsamt Traunstein, E-Mail markus.breier@traunstein.bayern, Telefon 0861-58 385

Lohnt sich die Bekämpfung?

In Deutschland ist die Ambrosia im Vergleich zu Südfrankreich, Schweiz, Ungarn und Norditalien noch relativ wenig verbreitet. Die hohen Bekämpfungskosten in anderen Ländern sollen bei uns vermieden werden. Das gelingt jedoch nur, wenn Vorkommen bei uns konsequent eingedämmt und beseitigt werden. Auch im Zuge der Gesundheitsvorsorge ist die Bekämpfung des Beifuß-Traubenkrauts sinnvoll und sollte konsequent verfolgt werden.

Weiterführende Links

Landesanstalt für Landwirtschaft:
https://www.lfl.bayern.de/ips/unkraut/027800/

Aktionsprogramm Ambrosia-Bekämpfung (Bayer. Gesundheitsministerium):
https://www.stmgp.bayern.de/vorsorge/umwelteinwirkungen/ambrosia-bekaempfung

Text + Bilder: Markus Breier
Stand: 22.07.2020