Gartenpraxis im Dezember


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Ein Wechsel von Schnee, wärmeren Tagen und der Vorbereitung auf Weihnachten prägt den Dezember. Nachfolgend gibt Kreisfachberater Markus Breier einige Tipps rund um:

Obst & Wildobst

Gemüse & Kräuter

Rosen & Blumen

Bäume & Sträucher

Übrigens steht der Kreisfachberater jederzeit für Fragen rund um Garten und Grün zur Verfügung unter Telefon 0861 – 58 385 oder per E-Mail markus.breier@traunstein.bayern


Werkzeuge reinigen und ölen

Die meisten Arbeiten im Garten sind erledigt. Jetzt dürfen Spaten, Schaufel und die meisten anderen Werkzeuge in die Winterruhe gehen. Zuvor reinigen wir sie gründlich, ersetzen kaputte Teile und ölen sie großzügig ein. Manche Schere braucht einen Schliff und manche Säge ein neues Blatt. – Übrigens gehören unsere Werkzeuge auch „unter der Zeit“ nach intensiven Einsätzen gereinigt und geölt. Pflege zahlt sich aus: in der Freude am guten Werkzeug und einem langen Werkzeug-Leben.

Nistkästen reinigen und neue aufhängen

Vogelnistkästen sollten regelmäßig gereinigt werden. Im alten Nistmaterial können sich Milben und andere Schädlinge aufhalten und überwintern. Deshalb jetzt die Kästen ausräumen und gut auskehren. Ein Behandeln mit Insektiziden ist nicht nötig. Alte, stark verwitterte Kästen sollten ausgetauscht werden. Auch für neue Vogelnistkästen ist jetzt die beste Zeit zum Anbringen. So gewöhnen sich die Vögel bis zur Brutzeit im Frühjahr an die neuen. Auch dienen die Kästen einigen Vögeln, dem Siebenschläfer und anderen Tieren als Winterkammern. Sollte ein Wintergast schon eingezogen sein, darf der Kasten freilich nicht mehr gereinigt werden. Deshalb vorsichtig öffnen.

Teiche reinigen

Die Blätter sind gefallen und oftmals landen zu viele im Teich. Dort sinken sie auf den Boden und führen in größerer Menge zu Faulschlamm und möglicher Sauerstoffarmut im Winter. Wer kein Netz drüber gespannt hatte, fischt jetzt den Großteil an Blättern heraus und kann auch abgestorbene Seerosen und andere Wasserpflanzen entfernen. Schilf, Rohrkolben und dickere Stängel bleiben gerne bis zum Frühjahr stehen.


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Obst & Wildobst

lagerfaeuleObstlager kontrollieren und lüften

Regelmäßig kontrollieren wir alles eingelagerte Obst auf Fäulnis und Verderb. Leicht werden nebenliegende Früchte befallen und gehen kaputt. Was nachgereift ist oder schrumpelt, kommt zur Verarbeitung in die Küche.

Auch dürfen wir das Obstlager häufiger lüften an kalten Tagen. Äpfel und Birnen strömen das Reifegas Ethylen aus. Es beschleunigt die Reife der andere Früchte. Je weniger Ethylen vorhanden ist, umso länger halten die Früchte.

Obstgehölze pflanzen

Solange der Boden nicht gefroren ist, können noch alle Obstgehölze gepflanzt werden. Hierfür das Pflanzloch ausreichen groß bemessen und mit etwas Kompost aufbessern. Lohnende Sortentipps gibt es beim Kreisfachberater oder hier im Menü unter Gartenthemen => Obst & Wildobst.

Hygiene im Obstgarten

Oftmals hängen jetzt verdorbene, verpilzte Früchte im Baum, die sogenannten Fruchtmumien. Auch liegt schorfbefallenes Laub unter Äpfeln und Birnen oder mit Schrotschuss durchlöcherte Blätter unter Steinobst. Um den den Infektionsdruck  dieser häufigen Pilze im kommenden Jahr zu reduzieren, sollte all dies konsequent entfernt werden. Je weniger überwintert, desto besser. – Freilich können gesunde Früchte auf dem Baum verbleiben, damit auch Vögel ein willkommenes Winterfutter finden.

Kalkanstrich schützt vor Rissen

Gegen die wärmende Wintersonne an eisigen Tagen schützt ein weißer Kalkanstrich an Stamm und dickeren Ästen. So werden starke Temperaturdifferenzen im Holz und damit sogenannte Frostrisse verhindert. Durch die Risse dringen Bakterien, Pilze und Phytoplasmosen ein und können gar zum Absterben führen. Es gibt fertige Anstriche im Handel, sie können aber auch klassisch selbst angerührt werden: 1,5 kg Branntkalk in 10 l Wasser einrühren (Achtung, wird heiß!), nach dem Abkühlen mit 600 g Tapetenkleister andicken. Den Anstrich bei trockenem, frostfreiem Wetter anbringen.

hagebutteFrost macht Hagebutten weich

Mehrfaches Gefrieren und Auftauen bringt Süße und Geschmack in Hagebutten. Wir können sie jetzt ernten, köcheln sie einige Zeit und passieren das Fruchtfleisch für Marmelade oder Mus ab. Die Reste trocknen wir in Dörrapparat oder im halboffenen Ofen für fruchtigen, wärmenden Wintertee.

Winterschnitt beim Beerenobst

Bei Johannis- und Jostabeeren sollten wir auf die Johannisbeergallmilbe achten. Je stärker der Befall, umso geringer sind Blüte und Ertrag des Strauchs. Sie überwintern in den Knospen. Wir erkennen befallene Knospen daran, dass sie nicht länglich-spitz, sondern kugelig rund sind. Sie werden am besten jetzt schon ausgebrochen. Bei massivem Befall wird der ganze Strauch bodeneben zurück geschnitten und neu gezogen.

Auch jetzt schon ausgeschnitten werden sollten abgestorbene und/oder vom Rotpustelpilz befallene Zweige. Meist ist dieser Schwächepilz auf zu wenig gedüngten Sträuchern zu finden.

Mit dem richtigen Auslichtungsschnitt warten wir bis März, sofern wir es nicht gleich nach der Ernte gemacht haben. Selbiges gilt für Stachelbeeren.

Wildverbiss vorbeugen

Besonders auf freien Obstangern, aber auch im Garten am Ortsrand schauen im Winter gerne Hasen und Rehe vorbei. Sie schälen die Rinde von Bäumen und Sträuchern und können in kurzer Zeit für Totalschaden sorgen. Deshalb rechtzeitig an Verbissschutzmanschetten denken. Langlebig und umweltfreundlich gibt es sie aus Holz mit Draht. Nicht zu fest anbinden, der Baum will wachsen. Beerensträucher sollten mindestens innerhalb des Gartenzauns stehen. – Einige erinnern sich an Februar 2019, also die Hasen über den harschen Schnee liefen und oberhalb der Schutzmanschetten die Bäume blank gefressen haben. Deshalb jetzt schon vorbeugen.

Mäuse bekämpfen, Ansitzstangen aufstellen

Man kann es nicht oft genug betonen: Wühlmäuse gehören beim Obst konsequent weggefangen. Gerade junge Bäume oder solche auf schwachwachsenden Unterlagen (meist Spindeln) macht eine Wühlmaus über Nacht den Gar aus. Dran bleiben! Im großen Obstanger empfiehlt sich zudem das Aufstellen von Ansitzstangen für Greifvögel. Sie können zwischen den jungen Bäumen noch gut jagen, wollen aber auf den Stangen erst die Wühl- und Feldmäuse beobachten.

edelreiserEdelreiser schneiden

Gegen Ende des Monats beginnt die Zeit der Edelreiser. Sie sind nötig, um dieselbe Sorte auf andere Bäume zu pfropfen und zu vermehren. Zuerst sind Kirschen und anderes Steinobst zu schneiden, mit dem Kernobst können wir auch bis Januar oder Februar warten. Ideal sind diesjährige, unverzweigte, bleistiftstarke, gesunde Triebe aus dem sonnigen Bereich des Baums/Strauch. Die Edelreiser werden geschnitten, gebündelt und sorgfältig beschriftet. Mit dem Schnittende kommen sie in leicht feuchten Sand und werden stehen bei konstant 0 Grad gelagert. Früher legte man sie nordseitig am Haus in den Schnee – aber unsere Winter sind nun zu warm. Alternativ geht auch die Lagerung im Gemüsefach des Kühlschranks, sofern die niedrige Temperatur eingestellt werden kann. Nicht so leicht, denn veredelt wird erst im April.

TIPP
Kreisverband und Kreisfachberatung veranstalten jeden April einen umfangreichen Veredelungskurs, bei dem verschiedene Techniken gelehrt und praktisch erlernt werden. Der Termin ist zu Jahresbeginn auf der Startseite zu finden. Es gibt auch Edelreiser unterschiedlichster Sorten zu kaufen. Es lohnt sich!

Leimringe entfernen

Ende Dezember ist es Zeit, die Leimringe von den Obstbäumen wieder zu entfernen. Die Wanderung der Frostspanner vom Boden in den Baum ist abgeschlossen.

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Gemüse & Kräuter

Strauchschnitt fürs neue Hochbeet

Sollte im Laufe des Winter allerhand Strauchschnitt anfallen, ist das beste Grundlage für ein neues Hochbeet. Es sollte möglichst dicht gefüllt werden, damit es sich wenig setzt. Letztlich sind nur die oberen 30cm als Wurzelraum für die Pflanzen von Bedeutung. Diese oberste Schicht sollte aus guter Gartenerde bestehen und wird mit Kompost aufgebessert und damit gleichzeitig gedüngt.

Gemüselager kontrollieren

Wie beim Obst muss auch das eingelagerte Gemüse regelmäßig kontrolliert werden. Bei idealen Temperaturen (kalt und feucht), sollte nichts passieren. Trotzdem können sich aus Verletzungen Fäulnis oder Schimmel entwickeln. Dann schnell entfernen. Die Kontrolle am besten in frostfreier Zeit machen.

Salate schützen

Ein Klassiker bei den frischen Wintersalat ist und bleibt Feldsalat. Wir sollten nur die winterharten, robusten Sorten anbauen, allen voran `Vit´. Stehen die Pflanzen im Freien, ist dringend Vlies darüber zu legen, um sie vor zu starkem Frost zu schützen. Auch hilft das Vlies, die Pflanzen sauber zu halten oder bei leichtem Schnee ernten zu können. In Frühbeet oder Gewächshaus braucht es all das freilich nicht. – Generell gilt: auch weiterhin in frostfreien Zeiten gießen, der Salat wächst den ganzen Winter durch.

Sofern noch nicht geschehen, sollten Zuckerhut, Endivie und Frisee-Endivie mit Wurzeln geerntet, in Kisten/Eimer mit leicht feuchter Erde oder Sand eingeschlagen werden und um 0°C in Schuppen oder Garage stehen. Sie vertragen keinen strengen Frost und können so jederzeit in die Küche geholt werden. Heutige Sorten sind längst nicht mehr so bitter, wie früher. Eigentlich wären die enthaltenen Bitterstoffe sehr gesund für die Verdauung.

Ernte bei Löffelkraut und Winterportulak

Wer im September Löffelkraut und Winterportulak ausgesät hat, kann jetzt das erste mal kräftig ernten. Beide sind gut winterharte Salate, denen sogar 4-8°C zum Wachsen ausreichen. Ideal für das winterliche Gewächshaus oder Frühbeet. Im Freien sollte ein Vlies darüber sein. Bitte nicht zu tief abschneiden, dann wachsen sie bis weit ins Frühjahr immer wieder nach.

wirsingErnte von Wintergemüse

Rosenkohl, Chinakohl, Lauch, Wirsing und Grünkohl stehen durchaus noch im Garten und können da bis zu den richtig kalten Frösten verbleiben. Sind sie an kalten Tagen angefroren, müssen sie vorsichtig geerntet werden, damit nicht zu viele Blätter brechen. Langsam auftauen und dann verarbeiten. Nachbarpflanzen am besten nicht berühren.

Schnittlauch antreiben

Schnittlauch braucht für ein gutes Antreiben einen ausreichenden Kältereiz. Entweder einige Wochen Kälte und Frost abwarten oder die Stöcke ausgraben, portionieren und mindestens einige Tage in einer Plastiktüte einfrieren. Dann in Töpfe stecken und bei ca 15 Grad hell aufstellen. Er treibt bereitwillig aus und lässt sich einige Zeit lang beernten. Dann wird er notgedrungen weggeworfen, weil das Auspflanzen mitten im Winter schwierig wird.

Topfkräuter schützen

Ausgepflanzt überstehen Salbei, Thymian, Bergbohnenkraut und andere mediterrane Würzkräuter den Winter problemlos. Wichtig ist dabei durchlässiger, kiesiger Boden und keine zu starke Wintersonne. Letztere trocknet bei gefrorenem Boden die Pflanzen aus und führt entgegen häufiger Meinung nicht zu Frostschäden, sondern Trockenschäden. Die Wurzeln nämlich können bei gefrorenem Boden kein Wasser nach oben bringen.
Stehen solche Kräuter in Töpfen, müssen sie geschützt werden. Keine Wintersonne, dafür die Töpfe mit Reisig, Bast, Jute oder Kokosmatten schützen. So zieht nächtliche Kälte nicht so rasch an die Wurzeln. Folie sollte nicht sein, darunter entsteht rasch Fäule oder sie wirkt bei Sonneneinstrahlung wie ein Treibhaus.
Einfache Alternative: Die Töpfe im ungeheizten (und gelüfteten) Frühbeet oder Gewächshaus eingraben. Die Wurzeln haben Schutz vor Frost und die kalten Temperaturen sind nicht ganz so arg.

mangold2Mangold fürs Frühjahr

Mangold ist wie viele Gemüsearten zweijährig. Das heißt, er bildet im ersten Jahr viele Blätter und nach dem Kältereiz des Winters im zweiten Jahr den Blütenstand. Die Ernte für dieses Jahr ist abgeschlossen. Entfernen wir kaputte Blätter und schützen das Herz der Pflanze mit etwas Reisig. So kommt Mangold gut durch den Winter und kann im Frühjahr nochmals kräftig geerntet werden bis er in die Blüte schießt.

Zimmerknoblauch für die Dauer-Ernte

Kräftige Soßen, Fleischgerichte und würzige Gemüsepfannen vertragen den intensiven Geschmack des Knoblauchs. Eine immergrüne Alternative von der Fensterbank ist der Zimmerknoblauch. Dieser aus Südafrika stammende Lauch ist zwar nicht winterhart, wächst aber am hellen Fensterbrett das ganze Jahr und darf im Sommer ins Freie, dann bringt er bei guter Ernährung und viel Sonne viele schöne, lila Blüten hervor. Auch diese sind essbar. Es gibt auch eine Variante mit weiß-grünen Blättern. Der Vorteil des Zimmerknoblauchs: die Menge lässt sich viel leichter dosieren, weil wir nicht an die Größe von Zehen gebunden sind.

Kompost umsetzen

Weil jetzt mehr Zeit bleibt, kann auch der Kompost umgesetzt werden. Dies ist notwendig, wenn er ungleichmäßig geschichtet wurde, also holziges und weiches Material nicht gut gemischt liegen. Auch lässt er sich dabei sieben und feinkrümelig für Erdmischungen im Frühjahr vorbereiten. – Freilich sollte die Arbeit bei frostfreiem Wetter stattfinden.
Wem auch gröbere Teile im Kompost nichts ausmachen, der braucht nicht umsetzen.
Weitere Tipps finden sich im Beitrag „Kompostierung im Garten“ (am schnellsten rechts oben die Such-Funktion nutzen)

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Rosen & Blumen

Rosen für den Winter vorbereiten

Der richtige Rosenschnitt erfolgt erst im Frühjahr. Sofern noch nicht geschehen, schneiden wir jetzt nur das zurück, was im Weg ist, mit Schnee abzubrechen droht oder erkennbar krank ist. Nicht mehr, sonst haben wir keinen „Puffer“ für stärkere Winterschäden und nötige Korrekturschnitte.

Besonders empfindlich auf strenge Winterfröste sind Hochstammrosen. Hier sitzt die Veredelungsstelle am Kopf des Stammes. Früher wurden die Stämmchen umgebogen und in Bodennähe mit Reisig oder Erde eingeschlagen – allerdings ist die Gefahr groß, dass der Stamm bricht oder die Rinde einreißt. Besser ist es, die Krone samt Veredelungsstelle in Reisig oder locker in Stroh einzupacken und mit Vlies oder Jute zu umwicklen. – Aber erst gegen Jahresende, wenn die Fröste richtige kommen!

Auch Kletterrosen an der sonnigen Wand oder am freistehenden Rosenbogen sind dankbar für Reisig-Schutz gegen intensive Wintersonne. Nicht dick einpacken, der Wind soll schon noch hindurch können, nur gebremst werden. Folie ist fehl am Platz.

Angehäufelt werden Edelrosen, sonst nur Sorten, die eine mäßige Frosthärte haben. Wir sollten dies beim Kaufen nicht außer Acht lassen.

Hortensien schützen

Wenn unsere traditionellen Bauernhortensien nicht blühen, liegt es entweder an einem Rückschnitt im Frühjahr oder am Frost des letzten Winters. Die Blütenknospen werden nämlich schon im Vorjahr angelegt und dann entweder unwissend abgeschnitten oder sind erfroren. – Um letzterem vorzubeugen, ist es jetzt an der Zeit, die Hortensien vor dem Winterfrost zu schützen. Mit Reisig oder Jute können wir eisigen Wind etwas abhalten und schützen sie.

Hortensien im Kübel sollten besser in die kalte Garage, zumindest aber an die Hauswand und ebenfalls mit Reisig oder Jute geschützt werden.

Fensterbretter der Extreme

Unsere Zimmerpflanzen kämpfen im Winter mit wenig Licht. Für uns ist das nur bedingt erkennbar, weil unsere Augen die Lichtwahrnehmung anpassen durch Öffnen oder Schließen der Pupille. Pflanzen zeigen zu wenig Licht anders: sie wachsen in die Länge, strecken sich und „vergeilen“, wie es im Gärtner-Jargon heißt. Da hilft nur mehr Licht. Also dürfen sie in den dunklen Monaten auf die sonnigeren Fenster umziehen. – Alternativ bietet der Fachhandel Beleuchtungssysteme für fenster-ferne Plätze. Hier gilt: Qualität hat ihren Preis und der Lichteinsatz macht sich beim Strombedarf bemerkbar. Das muss jeder selbst entscheiden.

Ein weiteres Extrem kommt dazu, die Temperatur. Manche Fensterbretter sind eisig kalt und sorgen besonders bei Zimmerpflanzen wie Usambaraveilchen und Drehfrucht (Streptocarpus) für Wurzelschäden. Sie wollen keine eiskalten Füße. Abhilfe schafft eine Styropor- oder Kork-Unterlage.
In vielen Wohnungen sind Heizkörper unter den Fenstern. Sie schaffen das gegenteilige Problem: zu viel Wärme und trockene Luft. Das ist für die beiden genannten Zimmerpflanzen genauso tödlich und sorgt bei anderen für raschen Trockenstress. Weihnachtssterne lassen hierbei rasch die Blätter hängen, genauso andere weichblättrige Pflanzen. Dann heißt es öfter Gießen. Auch Farne, Orchideen und viele angesagte Blattschmuckpflanzen leiden unter trockener Luft. Entweder auf breite Untersetzer mit Kies und Wasser stellen (Verdunstung von unten) oder ins Badezimmer umziehen, dort ist die Luft meist feuchter.

TIPP
Usambaraveilchen fühlen sich bei konstanten Temperaturen von 15-20°C und ohne direkte Sonneneinstrahlung am wohlsten. Die Heimat sind schattige Wälder in den Usambarabergen in Tansania. Als Zimmerpflanzen sind sie seit über 100 Jahren in Kultur und in vielen Sorten gezüchtet. Die Wildformen sind etwas kälte-verträglicher, aber kaum in Kultur.

Klassische Winterblüher im Haus

weihnachtsstern blueteWeihnachtssterne sind in den letzten Wochen des Jahres nicht aus unseren Zimmern wegzudenken. Sie vertragen keine Zugluft, wollen immer über 15°C stehen und am besten nicht in (ungewohnter) praller Wintersonne. Gleichmäßige Wassergaben ohne Staunässe sind ideal. Am beliebtesten ist der Klassiker in Rot, aber längst gibt es auch Weiß, Creme, mehrfarbige und gesprenkelte Sorten. Sogar als Schnittblumen eignen sie sich, wenn der austretende Milchsaft gestoppt wird: dafür möglichst lange schräg schneiden, kurz in heißes Wasser tauchen und mit kaltem nachspülen; oder mit einem Feuerzeug/Kerze den Saft stoppen. In lauwarmes Wasser stellen und nicht nochmal anschneiden. In Kombination mit blattlosen Zweigen (z.B. Korkenzieher-Hasel) und Zapfen ergibt sich rasch ein schönes Bild.
Übrigens sind die wahren Blüten beim Weihnachtsstern die kleinen gelben und roten in der Mitte der farbenprächtigen Hochblätter. Letztere dienen dem Anlocken von bestäubenden Vögeln in der Heimat Mexiko. Qualitätskriterium für einen frischen Weihnachtsstern ist, dass die echten Blüten noch nicht offen sind.

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Azaleen sind jetzt mit dicken Knospenansätzen in den Gärtnereien zu bekommen. Damit sie möglichst lange gut ausschauen, sollten sie eher kühl stehen (um 15°C) und dürfen nie ganz austrocknen. Am besten 1-2x pro Woche in lauwarmes Wasser tauchen und gut abtropfen lassen. – Als echte Moorbeetpflanzen wäre kalkfreies Wasser am besten. Wer die Azaleen weiterkultivieren möchte, topft sie im Frühjahr in saure Erde um. Nach den Frösten dürfen sie in den Garten, werden regelmäßig mit Hortensien/Rhododendron-Dünger versorgt und kalkfrei gegossen. Sie setzen bis Herbst ihre Blüten an und erstrahlen im kommenden Winter wieder. Sie können mehrere Jahrzehnte alt werden.
Genauso verfahren wir mit Kamelien. Sie können sogar über hundert Jahre alt werden.

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hippeastrum2Fast immer unter falschem Namen ist der wunderbare Ritterstern im Handel. Hippeastrum heißt er richtig, als Amaryllis finden wir ihn. Beliebt ist er zum Anziehen aus der nackten Zwiebel, vorgezogen im Topf und genauso als Schnittblume für die Vase. – Wer es ausgefallen mag, hängt die Schnittblume kopfüber auf! Durchsichtigen Tesafilm rings um den Schaft, darunter ein Zahnstocher durch den Stiel und an durchsichtigen Nylonschnüren aufhängen. Der Wasservorrat wird in den hohlen Stiel gefüllt. Mit ein paar Zweigen oder Bändern lässt er sich adventlich arrangieren.

Altbekannt und oft verkannt sind die guten, alten Klivien. Die aus Südafrika stammende Pflanze blüht gern im Winter, doch bleibt der Blütenstand oft zwischen den Blättern „stecken“. Grund dafür sind zu hohe Temperaturen. Deshalb im Herbst hell, aber kühl um 15°C aufstellen, bis der Blütenstand über dem Laub steht. Dann geht er gut sichtbar kugelig auf. Mittlerweile gibt es sogar Sorten mit gelb-grün gestreiften Blättern.

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Bäume & Sträucher

Schnee abschütteln

Bevor Buchskugeln und andere Formgehölze durch Schnee auseinander brechen, sollten sie vorsichtig abgeschüttelt werden. Manche binden die Kugeln sogar mit Seilen zusammen. Bei anderen Sträuchern braucht es das nicht. Die Natur hat die Pflanzen so gebaut, dass sie sich mit Schnee durchaus nach unten biegen, aber nur in seltenen Fällen wirklich brechen. Ist der Schnee weg, stehen sie wieder auf.

Wintergrüne und Immergrüne gießen

Wintergrüne und immergrüne Sträucher und Bäume brauchen auch im Winter Wasser. Das gilt besonders für Pflanzen in Kübeln und Töpfen, aber auch sonst für Standorte mit Wintersonne. Wir gießen sie bei Bedarf vor dem Dauerfrost und in milden Zwischenzeiten, wenn der Boden nicht gefroren ist.

pinusGenerell gilt: Während die Wintersonne (besonders im Januar-Februar) über die Blätter Wasser verdunsten lässt, können die Wurzeln aus dem gefrorenen Boden kein Wasser nachziehen. Vorbeugen lässt sich mit der Wahl des passenden Standorts: lieber halbschattig als volle Wintersonne. Notfalls hilft ein dünnes Vlies oder Reisig vor Sonnenschäden. Das gilt bei anhaltendem (Kahl-)Frost auch für viele Pflanzen im Steingarten, die in der Natur eine dicke, schützende Schneedecke hätten. Viele Gebirgspflanzen sterben bei starkem Kahlfrost. Hätten Sie es gewusst?

Generell gilt: die wenigstens Winter- und Immergrünen erfrieren, die meisten vertrocknen im Laufe des Winters! Inbesonders in Kübeln!

Christbaum doppelt nutzen

Nach den Feiertagen naht der Abschied vom festlichen Baum. Wenn er ohne Wurzeln ist und nicht ausgepflanzt werden kann, ist er dennoch nützlich. Wir zerkleinern ihn und verwenden die Zweige als Winterschutz für Stauden, Rosen und andere Stellen im Garten. So wird vor Wintersonne geschützt und eisiger Wind gebremst.